Wir haben uns dazu entschlossen, eine Interview-Serie durchzuführen (in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen), während der wir Menschen zu ihrem Leben befrage, die wir für zufrieden halte. Selbstverständlich kann man sich über die Kommentarfunktion auch selbst vorschlagen und vielleicht schon der Nächste werden, den wir interviewen. Der Erste dieser Reihe ist

aHeadwork: Nenn uns ein paar Eckpunkte aus deinem Leben, damit unsere Leser sich ein Bild von dir machen können: Was hast du erreicht, worauf bist du stolz, was bereust du?
H aka N: Ich bin 25. Erreicht in dem Sinne nichts, aber da bin ich stolz drauf. Ich finde, man sollte nie etwas erreichen, dann war das Ziel einfach zu niedrig angesetzt. Bereuen? Nichts. Klar hätte alles besser laufen können und ich müsste hier nicht rumsitzen und arbeiten, damit ich Geld verdiene, aber … Wenn man am Ende des Tages “Na und?” sagen kann, ist man auf dem richtigen Weg, denke ich.
aHeadwork: Du würdest also nichts in deinem Leben ändern?
H aka N: Klar, gib mir die Chance und ich änder alles, ausnahmslos.
aHeadwork: Tatsächlich? Könntest du ein Beispiel geben?
H aka N: Ich hätte nicht aufgehört zu “writen”, als ich 13 war.
aHeadwork: Wie sieht ein normaler Tag in deinem Leben aus?
H aka N: Neuerdings stehe ich um 9 auf, ganz ohne Wecker. Das ist schon sehr peinlich. Naja, dann frühstücke ich und lege mich, wenn ich nichts zu tun habe, und das ist wirklich eher selten, noch einmal hin. Ansonsten lese ich auf der S-Bahnfahrt von A nach B immer irgendetwas, da ich erneut zu faul gewesen bin, meinen iPod neu zu bespielen … Angekommen rede ich mich darüber auf, dass ich noch sehr viel für die Uni machen muss und mein Studiengang mich eigentlich ankotzt … Aber das meine Zukunft rosig wird oder so? Viel Nichts.
aHeadwork: Woran glaubst du bzw. was treibt dich an, morgens aufzustehen?
H aka N: Gewohnheit. Wär ich Milliadär, würde ich anders leben. Ich bin mir nicht sicher, ob das eigentlich arm ist, aber andererseits … Ich hasse dieses “oh, ich mach das ja alles nur für mich und aufs Geld kommts mir überhaupt nicht an”-Gerede. In diesem Sinne glaube ich eher nicht. Da gibt es auch diesen Philosophen … Scheiß drauf, fällt mir nicht ein :D Der Punkt ist, dass man einfach sehen muss, wie es läuft und dass man im Endeffekt unfreiwillig hier ist und: Wäre eigentlich ganz schön hier, aber irgendwelche Mechanismen vermiesen einem den Alltag. Ich glaub, das treibt mich an: In den Regen zu laufen und zu versuchen, den Tropfen auszuweichen.
aHeadwork: Würdest du das als Geheimnis des Glücks bezeichnen?
H aka N: Nein, wenn sich etwas schon so falsch anhört wie “Geheimnis des Glücks”, dann bin ich sicher kein Teil davon. Wer sagt denn, dass ich glücklich bin? Ich bin nur zufrieden.
aHeadwork: Haha, glaubst du nicht, dass es sowas gibt?
H aka N: Ich glaube, dass man Glück nur selten erfährt. Also, dass man sich im Moment des Glücks auch wirklich dessen bewusst wird.
aHeadwork: Wenn du die Möglichkeit hättest, jedem Menschen dieser Welt etwas zu sagen oder mit auf den Weg zu geben, was wäre es?
H aka N: Schweigen.
aHeadwork: Sagst du das, weil du es so meinst oder weil du philosophisch klingen willst?
H aka N: Letzteres. ; )
aHeadwork: *grins* Jaja, und was wäre es tatsächlich?
H aka N: Ich hab nichts zu sagen. Nichts Wichtiges. Also: Schweigen.