Nachdem ich Stillers liebevoll verfassten Kommentar gelesen habe, dachte ich mir, ich beweise mal, dass ich 1. Kommentare zur Kenntnis nehme und 2. Darauf reagiere :D Also: Mehr zum Thema Journalismus. Trifft sich nebenbei bemerkt auch ganz gut, weil ichs heute erst in einer Klausur hatte, die ich totaaaal in den Sand gesetzt hab, also kann ichs hier wieder gut machen.
Tatsächlich verstehen sich viele Blogger als Journalisten, obwohl sie keinerlei journalistische Anforderungen erfüllen und ihnen keine Glaubwürdigkeit geschenkt wird. Nur etwa 2 von 20 Leuten glauben an das, was sie im Internet und speziell in Blogs lesen (vgl. Neuberger, Christoph), da oft keinerlei Kwellen genannt werden und selbst wenn – wer schlägt die gelesenen Informationen schon nach.
Wie dem auch sei, generell gesprochen ist das Wort Nachricht eine umfassende Bezeichnung für alle Formen der publizistischen Berichterstattung, die auf das tatsächliche Geschehen Bezug nimmt. Sie ist der Objektivität verpflichtet (theoretisch, praktisch sieht das anders aus) und alle Ereignisse unterliegen den sogenannten Nachrichtenmerkmalen, die den Wert dessen bestimmen und darüber entscheiden, ob ein Ereignis zur Nachricht wird. Es gibt verschiedene Modellentwürfe, die sich damit auseinandersetzen und ich halte das Interesse für zu gering, als dass ich mir jetzt die Mühe machen würde, mehr als eins aufzuzählen. Natürlich ist meine Wahl völlig willkürlich :D
Nach Schulz gibt es 6 Nachrichtenmerkmale:
- Status: Je mächtiger die beteiligte(n) Nation(en), desto größer der Nachrichtenwert
- Valenz: Je größer die Vertretung offener Konflikte oder Gewalt, desto größer der Nachrichtenwert
- Relevanz: Je größer die Tragweite der Ereignisse, desto größer der Nachrichtenwert
- Identifikation: Je näher das Geschehen ist bzw. je mehr emotionale, gefühlsbetonte Aspekte es hat, desto größer der Nachrichtenwert
- Konsonanz: Je stärker die die Affinität des Ereignisses zu den wichtigsten Themen der Zeit, desto größer der Nachrichtenwert
- Dynamik: Je ungewisser, überraschender das Ereignis eintritt oder verläuft, desto größer der Nachrichtenwert
Und somit hatte Stiller mit seiner Begründung Recht, weswegen darauf hingewiesen wird, dass Deutsche unter den Toten waren: Das Ereignis erfüllt dadurch so ziemlich alle Punkte und hat einen Wert.
(vgl. Schulz, Winfried: Politische Kommunikation (= Theoretische Ansätze und Ergebnisse empirischer Forschung). 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag 2008.)