Oh Gott, ich hasse es aufzuräumen. Ich bin kein Mensch, der gerne nach Strategien spielt, dafür bin ich viel zu durcheinander. So komm ich zwar auch ans Ziel, aber eben anders. Menschen mit Strategie würden vermutlich eine Sache nach der anderen aufräumen – ich nicht. Ich mach mal hier was, dann da was und zum Schluss noch hier drüben und was hab ich am Ende? Am Ende hab ich das Chaos umverteilt, aber irgendwie ist es dabei nicht weniger geworden. Sachen wie lose Blätter, die ich keinem Seminar mehr zuordnen kann, liegen jetzt ordentlich auf dem Schreibtisch und ja, ich werde sie nie wieder brauchen und höchstwahrscheinlich hab ich die Texte sogar niemals nie gelesen, aber es könnte doch sein, dass die noch mal wichtig werden? Und wenn es soweit ist, kann ich die Texte hervorzaubern, weil iiich die ja behalten habe! Im Gegensatz zu allen anderen, die das Ganze herzloserweise in den Müll katapultierten. Was nach meiner Chaosumverteilung noch anders ist, ist leicht zu sehen: Überall verstreute Klamotten liegen jetzt ordentlich auf einem Haufen, aber … habe ich damit die Unordnung beseitigt? Nein, habe ich nicht.
Meine Mama sagt immer, und wir wissen ja alle: Mamas haben grundsätzlich immer, immer, immer Recht, dass dann Ordnung ist, wenn man dn Boden wischen und staubsaugen kann und zwar ohne, dass man Hindernissen ausweichen muss. Außerdem sagt sie noch, dass ich viel zu chaotisch sei und schlägt dabei die Hände über dem Kopf zusammen, aber das sei nur am Rande erwähnt.
Wie dem also auch sei: Nach meiner Chaosumverteilung muss ich nun nach dreistündiger Arbeit noch einmal ran und die Umverteilungshaufen beseitigen. Leider merk ich immer erst am Ende, dass ich wieder nur neu verteilt habe, wodurch ich im Durchschnitt wesentlich länger aufräume, als andere Menschen. Somit könnte man doch eigentlich sagen, ich sei ein sehr ordentlicher Mensch oder?
Ich muss das umbedingt ändern, also, sagt es mir: Wie räumt man auf, was ist eure Strategie, was mach ich eigentlich hier und wann hat das alles ein Ende?