Ich mutiere zum Wenig-Blogger. Das macht mich ganz traurig, also muss ich schnell noch was bloggen, ehe der Tag vorbei ist, damit ich mich nicht schlecht fühlen muss.
Also, was habe ich denn heute gemacht? Ich war einkaufen. Eigentlich musste ich gar nicht, aber da ich nasensprayabhängig bin, war ich gezwungen, eine Apotheke aufzusuchen – hab ich dann auch gemacht. In der Apotheke war ein riechender Raufbold, der irgendein Medikament verlangte, was aber, wie ihm die Apothekerin wortreich erklärte, verschreibungspflichtig sei. Der riechende Raufbold hatte selbstverständlich kein Rezept und ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt je einen Arzt aufgesucht hat, also bekam er das Medikament nicht und maaan, wurde der sauer. Dann wars aber auch schon vorbei, weil ich frohen Mutes die Apotheke verließ im Besitz eines wundervollen neuen Nasensprays, dass mir den Tag schon rettete, ehe er älter als zwei Stunden war.
Etwas später stand ich an einer Bushaltestelle, allerdings nicht alleine – neben mir auf der Bank saß ein etwa 12jähriges Mädchen, die ständig auf meine Schuhe starrte. Machte mich total aggressiv und in Gedanken war ich bereits dabei, sie auf verschiedene schmerzhafte Arten umzubringen, als sie auf einmal ihre Schuhe aufschnürte und neu band – so wie ich sie gebunden hatte. Man muss dazu erwähnen: Echte Chucks sind was ganz tolles, aber warum zur Hölle haben die Schnürsenkel, die einige Kilometer lang sind? Man hat ja kwasi gar keine andere Wahl, als die Bänder ein mal um den Knöchel zu wickeln, ehe man dann vorne sein kleines Schleifchen macht, bei dem der Hase durch den Tunnel laufen muss, falls ihr das Kinderspiel kennt. Wie dem auch sei, ich hatte meine Schuhe also, wie ich nun durch sie erfahren durfte, super cool geschnürt – klasse, oder? Ich dachte, ich wäre schon zu alt, um immernoch cool genug für 12jährige zu sein, die mich dreisterweise inzwischen Siezen, wenn sie mich ansprechen – ich will jedes Mal weinen.
Nach diesen zwei tollen Ereignissen – Nasensprayrettung und Supercoolsein – passierte eigentlich sonst nicht viel mehr und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich arg im Stress gewesen war. Ich habe noch ein wenig aufgeräumt, meine Lieblingsbeschäftigung, und dabei festgestellt, dass ich nichts mehr wiederfinde. Dass ich meine pink-weißen Ringelsocken nicht wiederfinde, ist ziemlich schlimm, aber da denk ich mir noch, dass sie sicher irgendwann wieder auftauchen werden. Unerträglich ist es allerdings, dass ich meinen Terminplaner nicht finden kann! Ich kann mir doch nichts merken. Wie soll ich nun wissen, was ich schon erledigt habe bzw. noch erledigen muss?
Er ist schwarz und ein Moleskine, falls ihn jemand findet – sagt mir Bescheid. Ich weiß, wenn man ein Moleskine findet, gibt man es nicht wieder her, das ist schon ok, sagt mir nur, was ich erledigt habe und noch erledigen muss, sonst wein ich oder sowas.