Patchwork

8. September 2009 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 3
Patchwork

Ich glaube, ich habe gerade meine Hausarbeit vollendet. So ein Ende kommt für mich immer recht überraschend; während ich noch ganz darin gefangen bin, Textteile aus verschiedenen Hausarbeiten irgendwie zu verbinden, neu anzuordnen und zu meiner aktuellen Arbeit passend zu filtern, hab ich auf einmal auch schon die geforderte Seitenzahl erreicht. Die wenigsten Teile musste ich neu-, das meiste nur umschreiben. Recht praktisch ist es da auch, dass ich grundsätzlich alle Arbeiten meiner Freunde Korrektur lese, sodass ich also auch da noch Sachen hab, auf die ich zugreifen kann und mal ehrlich – welches Hausarbeitsthema ist denn bitte neu? Das wurde doch immer schonmal von irgendwem abgehandelt.

Und sogar meine fast schon an den Haaren herbeigezogene These, dass die Soap “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten” eine mit Spannungsbögen versetzte Darstellung religiöser Gebote ist, konnte ich glaubwürdig unterlegen.

So wird das Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“ (christlich) ./. „Und dein Herr hat bestimmt, … dass man die Eltern gut behandeln soll.“ (muslimisch) durch eine szenische Umsetzung in Form eines Familienstreits dargestellt, der somit nicht nur perfekt in das entworfene Serienkonzept von „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ passt, sondern ebenso die Funktion der Wertevermittlung erfüllt. In der Szene, die sich in mehrere Handlungsmomente aufteilt, die auf verschiedene zeitliche Abschnitte innerhalb der Folge gelegt sind, sind Vater und Sohn bei einem heftigen Streit zu sehen, der spätestens durch die vom Sohn ausgestoßenen Worte „Wenn du mich schlägst, werde ich zurückschlagen.“ den Klimax der Eskalationsszene findet. Im Verlauf der Serie wird an vielerlei Stelle auf diesen Streit eingegangen:

a) Es findet eine Art Rückblick in Form eines Gespräches zwischen Sohn und Mutter statt, in dem darauf hingewiesen wird, wie der Streit begann (der Sohn bezeichnete die neue Freundin seines Vaters als „Nutte“.)

b) Eine ausführliche Auseinandersetzung ist beispielsweise durch wechselnde Gesprächspartner gegeben (Sohn-Mutter, Bruder-Schwester), wodurch eine differenzierte Sicht des Ereignisses konstruiert wird.

c) Eine Wertvermittlung zieht sich als roter Faden durch die Gespräche und sowohl die Schwester, wie auch die Mutter weisen den jungen Mann darauf hin, dass er sich falsch verhalten habe und einsehen müsse, einen Fehler gemacht zu haben.


  1. GZSZ Heil Satan.

  2. *neid neid neid neid neid neid neid* auch wollen … *seufz*

  3. Also es mag ja jetzt uncool klingen, aber wenn ich so etwas am frühen Morgen lese, bin ich doch richti stolz auf meine kleine-aber-oho Studiosa :-)