Das ist nicht meine Zeit. Eigentlich wusste ich das schon, als ich mir gestern Abend den Wecker stellte – auf 06:19 – aber jetzt, wenn ich hier im viel zu grell wirkenden Licht meines Wohnzimmers sitze, weiß ich es erst recht. Es ist kalt. So kalt, dass die Scheiben direkt beschlagen, wenn ich dagegen atme. Sie beschlagen auch, wenn man ein Bäuerchen macht. Hab ich natürlich nicht versucht, vermute ich aber. Es ist so dunkel, dass eigentlich egal ist, ob 6 Uhr morgens oder 3 Uhr nachts ist, der Unterschied ist nur in den Geräuschen erkennbar. Eher in den Nicht-Geräuschen. Um 3 Uhr nachts höre ich immer den Zeitungsmenschen, der einsam seine Runden durch die Kälte zieht und manchmal vor sich hin scheppert, wenn er mal wieder beweisen muss, dass es ihm egal ist, dass alle schlafen und er seinen Wagen so laut ziehen kann, wie er lustig ist. Um 6 Uhr morgens hört man nichts – nur das leise Rauschen, das in jeder Stadt irgendwie dasselbe ist. Als ich noch in der Nähe von Düsseldorf wohnte, dachte ich immer, es seien die Rangierbahnhöfe bzw. das leise Rauschen der Züge in der Ferne. Aber hier ist kein Rangierbahnhof in Siegen und es rauscht trotzdem. Vielleicht ist es die Sonne, die sich langsam und behäbig ihren Weg nach oben erschleicht. Vielleicht sind es auch riesige Rauschmaschinen, die irgendwer immer genau dort montiert, wo ich wohne. Oder es sind lauter Zwerge, die irgendwo dort hinten auf einem Berg stehen und alle in derselben Sekunde anfangen zu pusten. Es rauscht. Es ist dunkel. Es ist kalt. Und gleich muss ich hinaus in diese Umgebung. Morgens neige ich dazu, mir zu überlegen, ob ich nicht lieber schwänzen und noch ein wenig schlafen will. Der Trick ist, nebenbei alle notwendigen Dinge zu tun. Während ich also im Kopf noch im Bett liege und versuche, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob ich aufstehe oder liegen bleibe, ist mein Körper längst aufgestanden und steht unter der Dusche. Man müsste ja meinen, danach sei einem ein wenig wärmer – ist aber nicht so. Inzwischen bin ich längst angezogen, nur die Schuhe fehlen noch, und ich weiß, irgendwo weit weg in Troisdorf steht Kathy vermutlich gerade in ihrem Zimmer und überlegt, was sie anziehen kann, um in der Kälte nicht zu erfrieren. Ich zieh einfach an, was mir gerade so in die Hände fällt. Interessiert doch eh keinen. Sollte es doch jemanden interessieren, tuts mir Leid: Es ist früh morgens, fast noch nachts, und das letzte, was mich gerade interessiert, ist, wie meine Klamotten wohl auf andere wirken.
Schön wäre, wenn mein Kopf nun endlich verstehen würde, dass wir gleich los müssen und er nicht länger im Bett liegen kann, aber ich schätze, das wird er erst realiseren, wenn ich bereits die ersten beiden Seminare hinter mir habe. Bestimmt wird der Bus total voll sein. In Siegen ist der Bus eigentlich immer total voll. So voll, dass schon nach ein oder zwei Haltestellen die Scheiben beschlagen sind. Die machen alle heimlich Bäuerchen.
ich mußte neulich wegen eines kunden am anderen ende von deutschland um 5.29 am bahnhof stehen :-/!! vollstes verständnis also. und thx for bäuerchen ;)!
(-: ich entwickele mich mehr und mehr zum täglichen Stammleser deines Blogs.
lg Simon
Ich gehöre zur seltenen Gattung der Frühaufsteher. Echt eklig.
Mein Samstag beginnt z.B. spätestens um 9.00 Uhr. Und in der Woche bin ich oft schon um 6.00 Uhr wach. Jaa. Folglich schlafwandele ich durch meine Tage, und das ist voll cool und schön. Aber egal, früh aufstehen ist wie auch von Hannah skizziert super!
Ich find’s schön, früh aufzustehen. Wichtig ist mir immer nur, daß ich von selbst aufwache, ohne irgendwelche Aufweckmaschinen. Schon seit vielen Jahren habe ich jegliche Wecker u.ä. verbannt. Und mein Bio-Rhythmus scheint auf 5:30 Uhr geeicht zu sein. Der Trick ist dann: Beine aus dem Bett, aufstehen, Kaffeemaschine anwerfen, zuschauen, wie der Crema satt im Doppelstrahl in die Tasse quillt, die Nase weit aufmachen. Richtig guter Kaffee riecht wie… ach, so etwas weiß ich morgens nicht.
Ich frühstücke an meinem Schreibtisch, ein altes, schweres Eichenteil, an dessen Tischplatten-Rand man auch mal die Gauloise ablegen kann, ohne gleich ein Loch hineinzubrennen. Und dann muß ich Musik hören. Wenn ich einen Vormittagstermin habe, Motörhead oder AC/DC, damit ich genug Aggro bekomme, mich der Dusche auszusetzen. Habe ich keinen Termin, höre ich zur Zeit oft Pink “Hooker”. Vor allem: laut. Nein, wirklich laut. Stört hier keinen Menschen. Das ist das gute. Das bin ich wach.
Bei mir hilft Musik auch wunderbar :D
Bei mir kommt das weniger auf die Uhrzeit an, sondern mehr auf den darauf folgenden Tag.Wenn ich aufstehe, an einem Tag in der früh an dem ich eine Klausur schreibe, neige ich dazu gar niemals aufstehen zu wollen. Wiederum muss ich um 6 Uhr aufzustehen um auf eine lustige und nette Exkursion zu fahren kein Problem.
Aber insgesamt bin ich wohl eher ein Frühausteher, ich liebe gerade jetzt im Herbst mit Nebel und Sonne den frühen Morgen, es zaubert eine verdammt geniale Stimmung, sehr fotogen.
Dafür bin ich am Tag ein – ilsognatore -
Als kleiner Nachtrag sei erwähnt, dass der Bus so voll war, dass die Scheiben gar nicht beschlagen konnten, weil hilflos mit den Armen rudernde Studenten dran klebten und nach Luft ringen mussten, während immer mehr von vorne durch die Tür drängten.
Immerhin musst du erst um 06:19 Uhr aufstehen.. Wenn ich Frühschicht hab, wie z.B am Donnerstag muss ich um 5.30 aufstehen. Eigentlich um 5, Abstich zögere es soweit hinaus und stehe trotzdem um 6:15 am Bus und fange trotzdem um 6.30 Uhr an :D