Gerade eben saß, und wenn der Werbeblock vorbei ist, bin ich wieder dort, ich vor dem Fernseher und habe mir eine Folge Simpsons angeschaut, in der Krusty, der als unlustiger Clown im Kreuzworträtsel des People-Magazin erscheint, seine Bar Mitzwa nachholen will. So, und nach diesem etwas verunglückten Bandwurmsatz nun zu meiner eigentlichen Frage.
Warum sitz’ ich vor dem Fernseher? Und warum immer dann, wenn die Simpsons laufen. Soviel vorneweg: Es liegt nicht an den Simpsons. Denn 1.) die finde ich auch im Netz und b.) die meiste Zeit werden Folgen ausgestrahlt, mit denen ich nicht sooo viel anfangen kann, also eher neuere Staffeln.
Was ist es dann, das mich vor den Fernseher treibt? Ich glaube, der Punkt ist, dass es meinem etwas chaotischen Leben eine Struktur verpasst. Oh, du hast also den ganzen Tag mit ziellosem Spazierengehen verbracht, während du iPod gehört und dir einen anderen Lebenslauf vorgestellt hast? Gut, jetzt ist es auf alle Fälle gleich 18:00. Oder anders gesagt: Wenn ich bis dahin nicht schon alles erledigt habe, werde ich es danach erst recht nicht tun. Und genau das kann Online-TV nicht und wird es auch nie können. Egal was ist, sobald die Digitaluhr 18:00 anzeigt, denke ich: Simpsons-Time.
Ich glaube, der einzige Vorteil von TV ist wirklich, dass es mir eine Entscheidung abnimmt, statt mir eine weitere aufzubürden. Nicht ich darf entscheiden, wann ich Simpsons anschaue, sondern es kommt um 18:00. Desswegen hatte ich auch noch nie den Suchbegriff “Simpsons” bei YouTube.