Es gibt Situationen, in denen mir klar wird, dass ich ein Fachidiot bin. Wirklich. Ich könnte euch vermutlich so einige Informationen über Walt Disney runterbeten, einen mehr oder minder wissenschaftlichen Vergleich mit Tex Avery Produktionen ziehen (Tex Avery ist nicht die unsägliche Show auf irgendeinem Sender, sondern der Gott, der Bugs Bunny erfunden hat!), irgendwelche Fakten über Web 2.0, Stefan Niggemeier, Protestaktionen und soziale Bewegungen aufzählen … Ich kann ziemlich viel, solange es theoretisch ist. Sobald es jedoch praktisch wird, liege ich wie eine Schildkröte auf dem Rücken, zappel mit meinen Ärmchen und Beinchen und versuche verzweifelt, irgendwo Halt zu finden.
Worum es geht? Nun, ich hatte mir etwas bestellt. Im Internet – wohoo, ich Kind virtueller Medien. Find das Produkt jetzt aber doch plöt und ich zahl ja schließlich nicht, wenn ich was nicht will. Also dacht ich mir “Klar, kein Problem, schick ichs halt zurück” und ungefähr da fingen die Probleme dann an.
1. Tragen Sie die Nummer Ihres Rücksendegrundes auf dem Warenschein ein.
Okok, das ist einfach. Da ist eine Legende auf dem Zettel, da stehen Nummern, meine ist 42 – ha, ist das nicht eine schöne Parallele zur Antwort auf die Frage nach “dem Leben, dem Universum und allem”1. Jetzt wird es aber schon schwieriger: Wer oder was ist der Warenschein? Ich hab mich dafür entschieden, dass das Ding, was auf dem Produkt klebt, der Warenschein ist – da hab ich die Nummer dann eingetragen. Schritt 1 ist also abgehakt.
2. Legen Sie bitte den Warenschein bei.
Oh .. Vielleicht doch nicht das Ding, was auf dem Produkt klebt? Mh, vielleicht meinen die ja den Zettel, auf dem die Anweisungen stehen. Ok, dann leg ich den halt auch dazu. Schritt 2 abgehakt.
3. Senden Sie Artikel mit einem roten Punkt in einem Paket zurück.
Äh, ja, äh .. Geht klar, ich hab ja eh nur ein Paket? Aber da ist gar kein roter Punkt drauf .. Egal, egal, tu ich einfach so als ob. Schritt 3 abgehakt.
4. Senden Sie Artikel ohne roten Punkt in einem seperaten Paket zurück.
Oo” Ich hab doch nur ein Paket!! Mh .. Schritt 4 abgehakt?
5. Verpacken Sie die Ware vollständig.
Jaja, die ist ja gar nicht wirklich ausgepackt, hab ich also gemacht. Schritt 5 definitiv abgehakt.
Ob das so hinkommt – man weiß es nicht, man weiß es nicht. Ich werd das Paket auf jeden Fall gleich zur Post bringen – vorher muss ich noch mein Zuklebedingsi finden, muss das ja “vollständig verpacken” und dann kann das Ding die weite Reise nach Fürth antreten. Wo auch immer das ist. Die Postleitzahl fängt mit 9 an, ist das nicht irgendwo in Bayern? Geografisch bin ich auch ganz mies. Vielleicht sollte ich einfach nichts mehr zurücksenden, das ist viel zu kompliziert und wenn das schon die studentische Elite nicht versteht, wie will das dann sonst jemand verstehen. Das war Sarkasmus. Ich hab mir vorgenommen, das jetzt immer zu erwähnen, am Ende mach ich noch einen schlechten Eindruck und wer weiß, wer hier alles liest *Räusper*.
Nachtrag: Woah, jetzt hab ich ja die wichtigste Frage glatt vergessen!! Brauche ich eine Briefmarke? xD
Wenn du etwas an Amazon zurücksendest, zahlst du normalerweise die Portokosten, kriegst sie aber auf dein Konto gut geschrieben. Ich glaube, das handlet jeder anders. Am besten ist, du wählst die Hotline. Die ganzen Infos können dir scheißegal sein, die wollen kein Paket mit einem roten Punkt, die wollen den unsagbar stilvollen Elektro-Pürierstab,den du dir mit den restlichen 40€ ersteigert hattest.
Der Postbeamte sagte: “Nö, is schon bezahlt. Hier: Postbeleg. *hinhalt*” Manchmal sind die Siegener so spröde v.v’
http://iq.lycos.de/qa/show/1538612/Habe-ich-Anspruch-auf-Rueckgaberecht-beim-Internetkauf-als-Privatkunde/
“…kann der Unternehmer bei Bestellungen von Waren bis zu 40 Euro die Kosten der Rücksendung dem Verbraucher vertraglich auferlegen;”
Das mit den hundert Zetteln irritiert mich auch immer wieder. Aber das mit dem roten Punkt klingt ja noch spannnender… wer weiß, welche Art von Artikel sie damit kennzeichnen… uhh!