Zombie-Arschloch

30. Oktober 2009 • Kategorie: Alltag • Kommentare: 0
Zombie-Arschloch

Meine Mutter hat mir eine Menge beigebracht. Lauter unnützes Zeug wie Höflichkeit, Bescheidenheit und Demut. Es hat mich Jahre intensiver Feldforschung und Selbstbeobachtung gekostet, bis ich diese Laster der Ellbogen-Gesellschaft ein für alle mal aus den unwichtigen zwischenmenschlichen Kontakten verbannen konnte.

Vor 10 Minuten stand ich noch vor einem Zombie. In plastikroter Media-Markt Kluft. Ein typischer Nicht-Grinser. Über ihm thronte der menschengroße Service-Pfeil wie ein Damoklesschwert. Niemals wäre ich freiwillig zu dem Arschloch gegangen.
Aber es war höchste Zeit, meine theoretischen Erkentnisse in die Praxis umzusetzen.

“Hallo”
“Mh”
“Ich würde gerne den Laptop zurückgeben”
“Mh”
“Er funktioniert nicht (du Arschloch, wenn du noch einmal “Mh” sagst, dann greife ich über diese Theke, pack mit meinen extra angezüchteten Fingernägeln in deine, hoffentlich penibel gereinigten, aber ich ich sitze da eigentlich keinen falschen Illusionen auf, Nasenlöcher und knall deinen Kopf auf den Tisch)”
“Ich kann ihn zurückschicken”
“Wie lange dauert das? Oben sagte man mir, 1 Tag Maximum”
“Nein, 14 Tage.”
“Aha, 14 Tage für eine simple Recovery?”
“Ja”
“Nein”
“Unser Techniker ist krank”
“Aha”
“Muss ich zurückschicken”
“Mh”
“Sie können ihn auch zurückgeben”
“Mh”
“…”
“Ciao”

Ich hab den Laptop wieder in den ersten Stock gebracht. Dort wird er gerade von den Mitarbeitern repariert. Ich kann ihn dann auch bald wieder abholen, hieß es. Dauert also doch keine 14 Tage. Realistischer sei 20 Minuten 1 Stunde. So ein Arschloch.