Gestern war ich beim Zahnarzt. Eine sehr nette Sie, die dann auch gleich mal angefangen hat, eine, wie sie das nennt, “kleine OP” an meinen Zähnen auszuführen. Ich hab mir die Spritze geben lassen: Lieber zwei Piekser und dann 3h in die Wangenmuskulatur beißen als 30 Minuten nervzerreißendes Bohrersummen mit dazugehörigen Schmerzen. Der Zahn ist jetzt gefüllt. In erster Linie mit Schmerzen und die halten mich von so ziemlich allem ab. Zwei Schmerzpillen sind wirkungslos im Nichts verpufft und waren nur für eine Sache gut. Ich würde ja sagen welche, aber das gehört hier dann doch nicht hin. Das hier ist ja auch nur Seelenstriptease mit Feigenblatt. Wie auch immer. Da ich nichts weiß, außer warum ich im letzten Jahrzehnt meinen Zahnarzt sträflich vernachlässigt habe, kann ich euch heute nur weiter verweisen: Auf den besten Blog, den ich kenne. Rounders. Ich schließe das hier heute mit drei Zitaten seinerseits.
Dann fing sie an zu heulen. Ich habe sie nie verstanden und fange jetzt auch nicht mehr damit an.
Er: “Dein Leben erstickt mich… Sieh dich an, wie schlecht du aussiehst. Du bist verstopft und magersüchtig. Vor allem hast du Angst. Sogar vor deiner Scheisse. Du hast Angst zu scheissen und Angst zu essen. Du frisst nicht genug und du scheisst nicht genug. Das Drama deines Lebens.”
Und nachts schaufele ich Löcher zu, die ich nie gegraben habe. Man bezahlt mir gerade genug, um meinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Das Auto ist seit elf Wochen in der Werkstatt. Die Kosten liegen inzwischen bei sechstausend Euro. Der Roller brauchte neue Reifen und eine Inspektion. Achthundertzwanzig Euro. Insgesamt knapp hunderttausend Euro Schulden. Einhunderttausend Gründe, die keine Rücksicht nehmen auf Befindlichkeiten. Und alles selber eingebrockt. Zahlmaschine und Sündenbock.
Beste.