Rachsüchtiger Tetris-Gott

Rachsüchtiger Tetris-Gott

Heute dann wohl in bester Blogging-Laune.

Ich hab ja schonmal erwähnt, dass meine Kindheitserinnerungen nur noch bruchstückhafte Momentaufnahmen sind und niemals wirklich eine kontinuierliche Story ergeben. Ich erinnere mich z.B. an meinen Gameboy und Tetris und daran, dass ich stundenlang gezockt habe, wie ein Verrückter. Mein Vater und ich haben uns anfangs noch Battles geliefert, wer weiter kommt, doch schnell musste er einsehen, das meine flinken Finger seiner Weisheit des Alters locker die Stirn bieten konnten. Irgendwann hat er es aufgegeben und hat sich zwangsweise mit einer mittelgroßen Rakete aus dem 200.000er Bereich zufrieden geben müssen. Ich hätte ihn ausgelacht, aber dann hätte er geweint und das wollte ich nicht. So, hier kommt mein Steinchen ins Mosaik, Level 19, Punktezahl über 500.000. Und mehr nicht. Das ist so traurig. Warum kann ich mich nicht mehr an alles erinnern? An die Euphorie, dass ich am Ende voller Freudentränen die 20 Sekunden, die während des Raketenstarts vergingen, meinen wohl ersten Orgasmus (mit 10!) hatte. Aber nein, ich hab nur ein Bild im Kopf. Level 19, Punktezahl über 500.000. Das habe ich übrigens nur einmal geschafft. Die ganzen restlichen Millionen Spiele habe ich solange alles aufgeschichtet und nur eine Reihe freigelassen, damit der 4 Kästchen lange Strich endlich diesen einen Sound von sich geben würde, auf den ich die ganze Zeit wartete. Doch dieser Strich kam immer erst dann, wenn ich meine ganze Konstruktion aufgeben musste. Und dann unverhältnismäßig oft. Ich habe ganze Nächte damit verbracht, darüber nachzudenken, warum mich mein Gameboy so hasste. Und nun stellt sich raus, dass es gar nicht mein Gameboy war, sondern ein rachsüchtiger Tetris-Gott. Hier der Beweis.

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