Feldforschung Online-Zeitungen

9. Dezember 2009 • Kategorie: 2 Cents • Kommentare: 1
Feldforschung Online-Zeitungen

Mir ist etwas aufgefallen.

SZ

Artikel
1 (SZ)
2 (SZ)
3 (SZ)
4 (SZ)
Artikel 2, Verlinkungen: o

SPON

Hier
ein Artikel von Spiegel Online, Verlinkungen: 0.

Artikel 2. Die Verlinkungen sind
1 (SPON)
2 (BMJ.com)
3 (BMJ.com)
4 (SPON)
5 (SPON)

Nächster Artikel

Verlinkungen:
1 (SPON)
2 (SPON)

TAZ
Artikel. Verlinkungen: 0
Artikel 2, Verlinkungen: 0
Artikel 3, Verlinkungen: 0

FAZ
1, Verlinkungen: o
2, Verlinkungen: o
3, Verlinkungen: o

Die Zeit
1
Verlinkungen:
1 (Zeit.de)
2 (Bildungsstreik.net)

2, Verlinkungen: o

Artikel 3
Verlinkungen:
1 (Zeit.de)
2 (Zeit.de)

Der Freitag
Artikel, Verlinkungen: o

Artikel 2 (Übersetzung aus “The Guardian”)
Verlinkungen:
1 (Tate Modern)
2 (55th Carnegie International)
3 (Van-Abbe Museum)
4 (Folkeston Triennale)
5 (The Guardian)

Telepolis/Heise
1
Verlinkungen:
1 (The Guardian)
2 (Homepage der G 77)
3 (COP15 Copenhagen)
4 (Oxfam)
5 (Climate Justice Action)

Artikel 2
Verlinkungen:
1 (Telepolis/Heise)
2 (Flickr als Fotoquelle)
3 (Telepolis/Heise)
4 (Telepolis/Heise)
5 (Telepolis/Heise)
6 (Telepolis/Heise)
7 (Telepolis/Heise)
8 (Telepolis/Heise)
9 (Reuters)
9 (Gulfnews.com)
10 (Neue OZ)
11 (FAZ.net)

So. Das waren willkürlich gewählte Artikel. Süddeutsche verlinkt nur sich selbst, Spiegel Online größtenteils sich selbst, TAZ und FAZ gar nicht, Die Zeit hält es ähnlich wie der Spiegel. Einzig “Der Freitag” und “Telepolis/Heise” stechen hier durch viele Verlinkungen, meist auch auf andere Seiten, u.a. auch Zeitungen, hervor.

Früher gab es doch das Diktum von Journalisten als Gatekeeper (wird im obigen SPON-Artikel von Sascha Lobo explizit angesprochen), quasi eine Unterscheidung in Relevanz und Irrelevanz, noch bevor ich als Kunde überhaupt davon erfahre. Genau aus dem Grund werden ja die Versuche von AOL größtenteils nicht ernstgenommen, (einzige Ausnahme, die mir bekannt ist: Hier).

Das Internet ist aber nunmal kein Supermarkt und auch kein Zeitungsstand, das heißt, wenn ich mir z.B. die SZ kaufe, dann ist es klar, dass ich damit eine Präferenz abgebe. Das macht man im Internet aber nicht. Ich lese die SZ, wenn auch nur ungern, da die Seite verglichen mit der Zeitung ein Witz ist, SPON, Zeit Online usw. Warum auch nicht? Wenn man schon die Chance hat, ein Stimmungsbild frei Haus geliefert zu bekommen, dann kann man das ja auch ruhig wahrnehmen. Ich verstehe nicht, wieso die einzelnen Zeitungen größtenteils ihre prähistorischen Annahmen über den Nutzer (Wenn wir den Artikel der “Konkurrenz” verlinken, verlieren wir einen potentiellen Kunden usw.) nicht ablegen und das Internet als eben den Raum begreifen, der von seiner Vielfalt lebt. Als ob sich irgendjemand mit nur einem Stückchen vom Kuchen zufrieden gibt.


  1. [...] von etablierten Fachblättern, gerne alles Fremde außen vor lassen, darauf hatte ich hier schon hingewiesen. Das geschieht natürlich aus einem strategischen Kalkül heraus. Wenn [...]