Auf Wiedersehen!
04.01.10Ich fühl mich schlecht und das hat einen ganz bestimmten Grund. Ich war früher mal als Werkstudent im Bereich “Content-Pflege und Seiten-Administration”, so nenne ich das jetzt einfach, bei dieser Firma. Einer meiner Mitarbeiter hieß Klaus. Klaus mochte meine Musik und hat sich kurzerhand dazu entschieden, mich zu sponsoren. Heißt: Er hat mir gesagt, dass er mir die Kosten meines Albums abnimmt, mir ein bis zwei Kontakte in die große Welt der Musik verschafft, in der er über Jahre hinweg gearbeitet hatte und noch einiges mehr. Hat natürlich alles nicht hingehauen, aber das lag dann eher an mir und meiner strikten Weigerung, mich als “Produkt” zu vermarkten. Ich kann mich einfach nicht selbst so inszenieren, als ob ich der letzte Schrei auf dem Musikmarkt wäre. Ich sage nicht “Hey, hier ist mein Album, saukrass, kauf es dir”, sondern “Ja, ist gut, finde ich. Kostet auch nicht viel. Mei… ge?”. So wird man kein Businessman. Und das finde ich gut. Das Problem ist, dass ich als Werbetexter in spe mir diese “Kompetenz” auch noch aneignen muss, glaube ich.
Wie auch immer. Klaus hatte inzwischen aufgehört bei dieser Firma zu arbeiten und kurze Zeit später, reiner Zufall übrigens, ich auch. Man sah sich im Privaten, aber wie das eben so ist mit Arbeitskollegen, bei denen man versucht, die Beziehung auf die Ebene der Freundschaft hochzuhieven, gab es unzählige Probleme. Ich war in der Uni und wenn nicht, dann saß ich in der Firma und ordnete die Charts auf der Webseite neu. Die restliche Zeit bin ich im Studio gewesen oder aber mit anderen Freunden unterwegs. Uneuphemistisch: Die Arbeit war die beste Gelegenheit, Klaus zu treffen. Aber man gesteht sich das nie ein und wartet lieber, bis sich alles Stück für Stück verläuft. Nachdem wir es geschafft hatten, 6 Monate in Kontakt zu bleiben und uns gelegentlich zu versprechen, uns auf ein Bierchen in einer Kneipe zu treffen, realisierten beide Seiten, dass die Inkonsequenz unser größtes Hindernis gewesen ist.
Aber eine Routine gab es: Jedes Neujahr um 01:00 erhielt ich einen Anruf. Von Klaus. “Hakan, Frohes Neues! Ich hoffe, man sieht sich mal”. Ich: “Ja, unbedingt, ich schreib dir morgen eine E-Mail. Super, dass du angerufen hast, Klaus. Ich finde es so schade, dass sich alles so extrem dumm entwickelt hat. Ich melde mich. Morgen. Ver-Sproch-hen.” Geschrieben habe ich die E-Mail eine Woche später, die Antwort kam 5 Tage darauf, das Treffen nie zustande. Aber solange Klaus angerufen hat, war eigentlich alles in Ordnung. Die Hoffnung auf ein Treffen war am Leben, implizit enthalten in Anrufen und Mails.Das alles änderte sich am 01.01.2010. Klaus hat nicht mehr angerufen.Jetzt stehe ich da. Wie ein Trottel.
Aber die Party gestern, die hat es mich vergessen lassen. N a ja, Happy End will nicht so recht aus meinen Fingern gesogen werden. Gut. Dann halt nicht.


04.01.10 um 21:08
Ruf Du ihn doch an und sag ihm, dass Du seinen Anruf vermisst hast. Bestimmt freut er sich dann und ruft an Neujahr 2011 wieder an….
Frohes Neues Jahr noch für Dich, mein Mehl-Dealer!
04.01.10 um 23:48
ich kann das nachvollziehen, das gefühl. geht mir mit zwei mädels auch so. immerhin habe ich vor ein paar wochen deren geburtstage aus meinem kalender gelöscht.
[der link zu deiner musik ist übrigens falsch, der führt ins 'nichts' ;).]
05.01.10 um 03:29
@anita, du hast recht. und das habe ich auch schon gemacht, aber das aender nichts am endresultat, leider. e verlaeuft sich immer wieder
@rebhuhn, link verbessert, danke. und ja, aus dem kalender loeschen ist schon ein sehr krasser schritt nach vorne, hat was endgueltiges, und ob ich das jetzt schon machen kann? ^.^