Ich wollte mich mal wieder aufregen: Also fing ich an, meine Lesezeichen abzuarbeiten. Ich habe 15 Ordner mit je ca. 20 Links auf Blogs, Nachrichtenseiten, Werbekampagnen usw., das heißt jede Menge Gelegenheit, sich über Banalitäten zu mokieren. Nach ungefähr 15 Minuten surfte ich auf diesen Artikel1, und dank jahrelanger Konditionierung durch Wikipediyeah, blindklickte ich mich von dort aus weiter nach hier. Tada! Schon war ich sauer. Und das liegt nicht mal an diesem schlecht geschossenen PR-Bild, bei dem man sofort weiß, aus welcher Richtung das Geld wedelt. Prima, oder? Das Internet ist ein riesengroßer Aggressorenmultikplikator und Blogs bzw. Kommentarspalten sind mein Boxsack. Wenn ich also nicht bereits in Foren mein Pulver verschieße und durch emotional-wüste Beschimpfungen aller Diskussionsbeteiligter auffalle, dann schreibe ich einen Blogeintrag. Aber wie dem auch sei, verbleiben wir bei Herr Berns.
Berns hat also ein Buch darüber geschrieben, wie toll Twitter ist und wie viele Menschen ihm followen und das Du, Sie und Er das auch haben können, wenn wir nur wollen und brav einen Sockelbeitrag von 24 € und 80 Cent zahlen, welcher sich – natürlich – rechnen wird. Bis hierhin ist alles okay. Ganz ehrlich, wenn es Leute gibt, die sich lieber erst ein Buch kaufen, anstatt nach 2-minütiger Internet-Recherche herauszufinden, dass Twitter so ziemlich das kurzlebigste (im Sinne von sich am schnellsten veränderndste) Medium weltweit ist und Burns Berns sogar eine eigene Homepage betreibt, auf der er wohl oder übel sein Wissen peu a peu preisgegeben haben muss, ergo sein Buch komplett irrelevant ist und seine knapp 80.000 Follower für’n Arsch sind, weil er trotzdem nicht in den relevanten Charts auftaucht (schließlich will er ja, dass man Twitter erfolgsbringend nutzt und mit den Usern in einen Dialog eintritt): Dann Chapeau! Wenn sich die Menschen derart vorführen lassen, dann vergräbt man seine Hände entweder im Gesicht oder aber reicht dem Teufel die Hand. Vorausgesetzt, man hat sie nicht bereits im Vorfeld aus purer Frust zur Faust geballt; damit fällt das Händeschütteln doch eher schwerer.