1. Februar 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 1

Eigentlich wollte ich auf bit.ly gehen und den Longlink “optimieren”1; ich entschied mich jedoch dagegen und wählte meinen Namen (*),  meine Mail (wird nicht veröffentlicht) (*) und www.aheadwork.de in der automatisch erscheinenden Dropdown-Box aus2 , tippte ein “.” und war drauf und dran den Sendeknopf zu drücken. Dann hielt ich inne und dachte mir, es wäre doch schöner, Inspirationsquellen nicht nur weiter zu verbreiten, sondern vor allem auch zu verarbeiten.

I fantasize about not telling anyone & going off to some random place… and I’d just disappear, and they’d never see me again”

Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich damit, mir Kopfhörer einzustöpseln, gute Musik auszuwählen und planlos durch München zu laufen. Dabei erinnere ich mich meistens an die missglückten Stationen meines Lebens und spiele die entscheidende Stelle noch einmal durch; mit dem feinen Unterschied, dass ich diesmal alles richtigmache  und – in abwechselnder Folge – reich werde oder sterbe.3 Und falls ich in einem Anflug von Selbstüberheblichkeit denke, alles sei gut so, wie es ist, dann male ich mir Szenarien aus: Von unspektakulären Allgemeinplätzen à la “Was würde passieren, wenn ich mir ein Bein breche und im Krankenhaus lande? Wer würde mich besuchen kommen? Wer kriegt das überhaupt mit” bis hin zu den großen Fragen à la “Lies das Zitat weiter oben.”

(via Nazigold)

Es muss doch irgendeinen Vorteil haben, dass meine Memoiren – ein fiktiver Fall, ich lasse mich nur ungern mit Rihanna vergleichen – in der Minimalausführung (Worpad) einen maximalen Umfang von 120 kb haben und man sein ganzes Leben auf ein bis drei Umzugkartons beschränken kann. Dann kauft man halt Tickets für zwei Personen und darf dann 60kg Reisegepäck mit auf das Flugzeug laden. Viel braucht es nicht: Ein Ticket, eine Nacht und Nebelaktion und eine Taxifahrt; schließlich ist das ja nichts anderes Luxus, daher hat die dekadente Pro-Taxi Entscheidung durchaus seine Richtigkeit . Einfach weg: Von den eigenen Problemen, von den Problemen anderer, von den Problemen, die Andere unseren Anderen erzählen, von der Gesellschaft, hinein in das Paradies der Ungewissheit. Ankommen, Hostel suchen, Job finden, Vokabular auf 10 Worte beschränken, jegliches Aufkeimen von Backpacker-Geselligkeit mit diktatorischer Härte verhindern, Wohnung suchen, einnisten, spartanisch einrichten, gerade so, dass man sein eigenes Echo nicht mehr hört, wenn man biertrinkend vorm Fernseher sitzt und über schlechte Witze lacht und… (Happy) End.


  1. dunkel deiner Worte Sinn..