Ich las diesen Artikel, nachdem ich heute aus einem Tsunami-Traum aufwachte und mir dachte, ich müsste mich mal wieder um die Geschehnisse in der Welt kümmern – könnte ja sein, das was geschehnisst ist, was sich von “alle sind tot, alle sterben, alle wurden ermordet” abhebt und seitdem lieg ich jetzt hier.
Das Gefühl im eigenen Körper gefangen zu sein, muss schon schrecklich genug sein, wenn man bei Bewusstsein ist. Das Gefühl im eigenen Körper gefangen zu sein, muss noch schrecklicher sein, wenn man nicht bei Bewusstsein ist. Ich mag mir das gar nicht vorstellen, wie ich da liege, alle glauben, ich sei im Koma und würde nicht mitkriegen und in Wahrheit höre ich alles. Ich höre alles und kann mich nicht bemerkbar machen. Ich kann nicht sagen: Hey, mein Körper liegt da wie tot, aber ich bin hier. Es gibt mich noch und ich bin verdammt noch mal hier, hier, hier.
Im Ergebnis zeigte sich, dass immerhin fünf der 54 Versuchsteilnehmer nach einiger Übung fähig waren, ihre Gehirnaktivität so zu steuern, dass die “ja” und “nein” entsprechenden Antworten für die Experten am Monitor sichtbar wurden.
(Via)
Aber so etwas gibt einem Hoffnung, nicht wahr? Zumindest, wenn man das Glück hat, in einer der vermutlich wenigen Kliniken zu landen, die dieses Verfahren anwenden. Die Koma-Patienten nicht einfach mit einem “mal gucken, wann der aufwacht” abtun, eventuell noch schnell die Kosten kalkulieren, die anfallen, um den Patienten zu versorgen und dann die Körperhülle einfach so liegen lassen.
Ich weiß gar nicht, wieso mich dieser Gedanke gerade so mitnimmt, besonders, wenn man bedenkt, dass es ja nun nicht so wahrscheinlich ist, dass ich innerhalb der nächsten Tage ins Koma falle. Aber immer, wenn ich solche Artikel sehe und es dann auch tatsächlich wage, sie zu lesen, überlege ich, ob es so intelligent ist, eine Patientenverfügung zu haben. Was ist, wenn die Ärzte denken, dass ich nie wieder aufwache und mich dann abschalten, obwohl ich vielleicht doch irgendwann aufgewacht wäre?? Hört man nicht immer wieder solche Geschichten, wo Ärzte kwasi darauf warten, Organspender zu finden und bei unsicheren Fällen eher zum Abschalten tendieren?
Ich hab eindeutig zu viele Arztserien gesehen.
ich bin mir wegen einer verfügung auch schrecklich unsicher. wie soll so etwas auch korrekt im sinne der menschenwürde zu entscheiden sein? [selbst wenn der arzt der super-arzt schlechthin ist...] _o_
ach, und kennst du das letzte einhorn? :D falls nicht, gucken!
ein freund von mir war vor über einem jahr für 3 monate im koma. echt komisch da mit ihm zu sitzen und zu reden… ob er einen hört oder nicht? aber man redet es sich auf jeden fall ein das er es tut. nun gehts ihm gut – nur leider ist er ein völlig anderer mensch :-|
@rebhuhn: ich bin empört, natürlich kenne ich das :D Das wird jedes Jahr zu Weihnachten brav geguckt, weils einfach dazu gehört!
@Babel: Hat er Sachen gehört, während seiner Zeit im Koma?
meine oma hatte ‘nen schlaganfall und war dann zwar noch körperlich da und konnte gehen etc., geistig ist sie aber recht schnell komplett weggegangen. erst konnte sie noch reden, bald nicht mehr und bald hat sie überhaupt nicht mehr richtig mit den augen ‘in richtungen’ geguckt… für meinen opa recht schwierig. das war zwar kein koma, aber fast, jedenfalls fühlte es sich ähnlich an.
[das mit dem einhorn fiel mir nur ein wegen deines neuen spruchs da oben.. ich guck's auch und muß immer ein tränchen verdrücken ;)]
Also eine Patientenverfügung habe ich nicht, dafür aber einen Organspendeausweis. Und klar, am Anfang ist das vielleicht ein wenig beängstigend und es tauchen so quälende Fragen auf wie, versucht der_die Arzt_in auch wirklich alles um mich zu retten. DIe Frage ist nur, warum sollten sie es nicht.
Und was bitte habe ich davon, wenn mein herz, meine Leber, meine Nieren mti mir verwesen, wenn sie einem anderen Menschen das Leben retten könnten!?
Früher hatten viele Leute Angst, als Scheintote beerdigt zu werden. Und wenn sie e sich leisten konnten, habe sie vorgesorgt: Oben auf dem Grab wurde eine Messingglocke installiert mit einem Lederband, das hinunter in den Sarg führte und um des Toten Finger gebunden war. So konnte der Scheintote nach dem Wiedererwachen Hilfe herbeiholen und sich wieder ausgraben lassen.
Leider stiegt im Zuge der neokapitalistischen Globalisierung der Messingpreis (derzeit ca. 2,85 Euro/kg netto zzgl. MwSt.). Seitdem werden die Messingglocken geklaut. Und die Reichen dort unten ziehen nun vergeblich am Lederband.
Gott ist gerecht!
Es lebe die Neue Weltordnung!