Schweigen
22.02.10Der Telefonhörer klebt seit Stunden an meinem Ohr und nicht ein Gedanke wäre wichtig oder essentiell genug, um mich davon zu entfernen. Ich verzichte aufs Kochen, duschen kann ich auch später, aufräumen verschiebe ich auf morgen – hauptsache seine Stimme bleibt in meinem Ohr. Und wenn schon nicht seine Stimme, so hoffe ich zumindest auf seinen Atem, der das Schweigen einläutet, um unseren Herzen Gehör zu verschaffen.
Roman Held fand Worte, die eine Art des Schweigens beschreiben:
Über unser Schweigen könnte ich tausend leere Seiten schreiben und doch würde kein Wort unsere Wortlosigkeit beschreiben.
Und obwohl er zu einem anderen Schluss kam, trifft es dieser für den Anfang gewählte Satz. Das ist es und noch viel mehr. Es ist ein Schweigen, das keiner Worte bedarf, um die Stille zu fühlen, die meine Zufriedenheit zum Ausdruck bringt, in der deine Zufriedenheit mitschwingt. Dort, wo die Worte enden, beginnt das, was nicht in Worte gefasst werden kann und in dem Schweigen zu hören ist, wenn man bereit ist, ihm zu lauschen.
Wenn die Wortlosigkeit von uns Besitz ergreift, ist sie es, die uns noch näher zusammen bringt.




22.02.10 um 21:19
*_* Das kenne ich von früher. Jetzt wo wir uns immer, fast rund um die Uhr sehen, schweigen wir auch so öfter. Oft ist es dann aber so das wir dann Abends viel zu lang quatschen :P
22.02.10 um 21:45
“Wenn die Wortlosigkeit von uns Besitz ergreift, ist sie es, die uns noch näher zusammen bringt.” Word!
Sehr schöner Text, meine Liebe :)
22.02.10 um 22:24
Du bringst mich zum Lächeln, Tochter.
Danke dafür.
23.02.10 um 21:17
Toll. Und du hast so recht. :) Ich schweige gerne gemeinsam.