Oscars

8. März 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 5
Oscars

Ich hasse beschulterzucke die Oscarnacht und verstehe nicht, warum man sich das anschaut, wenn man in Deutschland wohnt. Ich habe es letztes Jahr gemacht und ja, es war super, aber, das muss man hinzufügen, ich hatte zwei absolute Filmkritiker dabei, von denen eine womöglich Filmjournalismus studieren wird und so ziemlich jeden Streifen bis auf die timecodegenaue Angabe kennt. Dann macht es Spaß. Und ich bin filmsüchtig. Aber ansonsten macht das keinen Sinn für mich. Man kennt die Filme nicht, sitzt also die ganze Zeit vor der Glotze, es ist mitten in der Nacht und am nächsten Tag bringen die Augensäcke zwar eine lockere Konversation in Gang, in der man sich unweigerlich als nonkonformistischer Rudeboy erweisen wird, aber bis dahin ist erst mal nur Fragezeichen angesagt. Warum weint Sandra Bullock? Habt ihr Kayne West eingeladen? Warum zur Hölle ist Avatar für den besten Film nominiert und wieso kenne ich “The Hurt Locker”, “The Blind Side”  und noch so einige Filme nicht?

Nicht, dass ich die Oscars gnadenlos überbewertet finde, nein, man muss da schon genauer sein: Ich finde das Getue um die Oscarnacht in Deutschland gnadenlos überbewertet. Es gibt wirklich nur zwei Gründe, sich das anzuschauen: 1.) Der geheime Star der Sendung: Steven Gätjen und 2.) Die Kleider der Frauen. Meine Lösung: Steven Gätjen moderiert einfach Germanys Next Topmodels.

Dann müsste nicht jeder so ultrainteressiert sein. Ach ja: Ab jetzt ist Weltfrauentag.

Nachtrag: Da ich das im Beitrag nicht ersichtlich gemacht habe, hier der Grund, warum ich das so übertrieben finde:

Ich weiß nicht, wie das dieses Jahr ist, aber letztes Jahr war es so, dass viele der nominierten Filme noch gar nicht angelaufen waren hierzulande (Milk, Frost/Nixon, Doubt, The Wrestler usw.). Von Precious und The Blind Side weiß ich z.B., dass der Kinostart erst Ende März ist. Der Großteil kann die Filme auf legalem Weg gar nicht gesehen haben, wobei ich sagen muss, dass sich dieses Jahr da einiges geändert zu haben scheint, was das angeht. Aber der Grundtenor ist der Gleiche: Die Live-Übertragung eines Riesenevents, bei dem man genau weiß, dass die große Masse in Deutschland nicht wirklich mitreden kann, weil sie die Filme nicht kennt. Das steht aber meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu der pompösen Übertragung.


  1. Versteh ich nicht. Ist doch kein Wunder, dass es für dich uninteressant ist, wenn du die Filme nicht kennst…

  2. Aloha,

    ich geb’s ja zu… ich hatte es eben noch an, nachdem ich mir die Wiederholung von FlashForward nebenbei ansah. Aber nach ungefähr 30 Minuten musste ich wieder auf den History Channel schalten. Es war nicht zu ertragen. Wirklich: Was juckt mich was irgendein Star auf dem roten Teppich 2 Minuten lang wieder und wieder runterbetet was man selbst in den Mainstream-Newstime-Nachrichten schon mindestens 5 mal gesehen hat. Argh.
    Allerdings stellte sich mir auch eine Frage zum Herrn Gätjen. Der war früher ja viel öfters auf Pro7 zu sehen… was macht der heute? Ihn graben sie ja immer zu den Oscars wieder aus (oder ich bin blind, wenn ich ihn sonst nirgends sehe).

    Viele Grüße,
    Andi

  3. @Nils: Ich weiß nicht, wie das dieses Jahr ist, aber letztes Jahr war es so, dass viele der nominierten Filme noch gar nicht angelaufen waren hierzulande (Milk, Frost/Nixon, Doubt, The Wrestler usw.). Von Precious und The Blind Side weiß ich z.B., dass der Kinostart erst Ende März ist. Der Großteil kann die Filme auf legalem Weg gar nicht gesehen haben, wobei ich sagen muss, dass sich dieses Jahr da einiges geändert zu haben scheint, was das angeht. Aber der Grundtenor ist der Gleiche: Die Live-Übertragung eines Riesenevents, bei dem man genau weiß, dass die große Masse in Deutschland nicht wirklich mitreden kann, weil sie die Filme nicht kennt. Das steht aber meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu der pompösen Übertragung.
    @Andi: Keine Ahnung, was Gätjen so macht. Bestimmt bereitet der sich intensiv auf den großen Abend vor. Lebt der nicht in LA?

  4. Das ist keine schlechte Idee :). Vielleich passiert das auch. Wie lange kann letztendlich die Hiedi Klum die GNTM-Show moderieren?

  5. Frohe mich sehr für Sandra Bulock. Sie spielt einfach genial!