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	<title>Kommentare zu: Hyperrealer Selbstfindungsprozess</title>
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		<title>Von: ichgehschlafen</title>
		<link>http://aheadwork.de/2010/03/12/hyperrealer-selbstfindungsprozess/comment-page-1/#comment-4345</link>
		<dc:creator>ichgehschlafen</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 22:21:33 +0000</pubDate>
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		<description>Wieso sollte es schwülstig klingen? Und grundsätzlich sehe ich es auch so, dass es wunderbare Seiten hat, sich freizuschwimmen. Aber dieser ersten Knick hat sich bei mir zumindest festgefressen. Was an sich nicht unbedingt negativ sein muss, aber da es hier ja auch um Ron Mueck geht und dessen Bilder auf mich so wirken - d.h. zwischen extremer Selbstfindung in positiver/negativer Art gleichermaßen - habe ich es in einem eher negativem Stil gehalten. ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wieso sollte es schwülstig klingen? Und grundsätzlich sehe ich es auch so, dass es wunderbare Seiten hat, sich freizuschwimmen. Aber dieser ersten Knick hat sich bei mir zumindest festgefressen. Was an sich nicht unbedingt negativ sein muss, aber da es hier ja auch um Ron Mueck geht und dessen Bilder auf mich so wirken &#8211; d.h. zwischen extremer Selbstfindung in positiver/negativer Art gleichermaßen &#8211; habe ich es in einem eher negativem Stil gehalten. ;)</p>
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		<title>Von: Georg</title>
		<link>http://aheadwork.de/2010/03/12/hyperrealer-selbstfindungsprozess/comment-page-1/#comment-4344</link>
		<dc:creator>Georg</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 20:21:55 +0000</pubDate>
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		<description>In Deiner Logik steckt ein gravierender Fehler. Ich gebe zu: Wäre es so, wie Du es beschreibst, es wäre niederschmetternd, depremierend, ja, sinnlos. Aber Du siehst einen zu kleinen Ausschnitt aus dem Leben, solltest es im Zusammenhang sehen. Nein, ich korrigiere: Was Du sollst, ist allein Deine Sache. Aber Du könntest es im Zusammenhang sehen.

Zunächst einmal raubt das Kind den Eltern nicht Lebensenergie. Die Eltern schenken sie dem Kind. Raub setzt Vorsatz voraus. Eltern entscheiden sich zumeist aus freiem Willen für das Kind, eben, um ihm ihre Lebensenergie zu schenken. Also gibt es keinen Grund, dies zu beklagen. Vielleicht eine Verpflichtung, sich dem Wunsch der Eltern gemäß zu entwickeln? Nein, nicht einmal das. Dazu hängt viel zu viel vom Zufall, oder nenne es Schicksal, ab. Eltern lieben. Das ist ihr Motiv.

Ja, mit ihren eigenen Problemen sind sie beschäftigt. Wie auch sonst? Geknickt? Nicht jeder ist geknickt. Hinfallen ist schon in Ordnung, liegenbleiben nicht. Und ich glaube, es gibt mehr, die wieder aufstehen, als solche, die liegenbleiben. Sonst würde ja ein jedes Leben in die Resignation führen. Was zu beweisen wäre.

Die Beziehung Eltern / Kind bzw. Kind / Eltern ändert sich nie grundsätzlich. Sie verändert sich in der Form, daß z.B. aus einer typischen Papa / Tochter-Beziehung eine neue entsteht, die auf Augenhöhe stattfindet. Das ist äußerst interessant, spannend und erfüllt — ich kann oder mag nicht begründen, wieso — mit ungläubigem Stolz. „Die da... das ist meine Tochter.“ Total geile Sache, wirklich. Aber nicht mehr auf der, nun ja, etwas infantilen Ebene wie bei der Kindergarten-Theateraufführung damals.  Und auch andersherum bleibt es so. So ziemlich der einzige Mensch, von dem ich mir auch mal sehr deutlich etwas sagen lasse, ohne gleich die Zähne zu blecken, weil ich mich angegriffen fühle, ist... jupps... meine Mutter. Aber freigeschwommen von ihr habe ich mich nun doch schon seit einigen Jährchen.

Wo der größere Zusammenhang bleibt? Ah, sry... der ist hier:
Das ganze ist eine Art Deal. Als Eltern schufst Du Leben. Das ist etwas sehr elementares, „Du pflant Dich fort“ ist wörtlich zu verstehen. Du reproduzierst Dich, wirst im Kind in gewisser Weise weiterbestehen, bist Teil des Astes, der einerseits zu einem Baum gehört, andererseits Zweige hervorbringt. Sprich: Du selbst bist nur ein Glied in der Kette. Was Du empfängst bzw. was Du rauben nennst, gleicht sich aus — so ist zumindest das prinipielle Konstrukt —, indem Du Dich (um bei Deiner Wortwahl zu bleiben) von der nächsten Generation, also Deinen Kindern, ausrauben läßt. Ich formuliere es lieber: Du empfängst das Geschenk der Liebe und Du schenkst diese Liebe weiter. Der Kreis hat sich dann geschlossen. Das ist der Sinn des Lebens.

Klingt das jetzt doof, schwülstig oder wie immer?
Tut mir leid. Ich empfinde so.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In Deiner Logik steckt ein gravierender Fehler. Ich gebe zu: Wäre es so, wie Du es beschreibst, es wäre niederschmetternd, depremierend, ja, sinnlos. Aber Du siehst einen zu kleinen Ausschnitt aus dem Leben, solltest es im Zusammenhang sehen. Nein, ich korrigiere: Was Du sollst, ist allein Deine Sache. Aber Du könntest es im Zusammenhang sehen.</p>
<p>Zunächst einmal raubt das Kind den Eltern nicht Lebensenergie. Die Eltern schenken sie dem Kind. Raub setzt Vorsatz voraus. Eltern entscheiden sich zumeist aus freiem Willen für das Kind, eben, um ihm ihre Lebensenergie zu schenken. Also gibt es keinen Grund, dies zu beklagen. Vielleicht eine Verpflichtung, sich dem Wunsch der Eltern gemäß zu entwickeln? Nein, nicht einmal das. Dazu hängt viel zu viel vom Zufall, oder nenne es Schicksal, ab. Eltern lieben. Das ist ihr Motiv.</p>
<p>Ja, mit ihren eigenen Problemen sind sie beschäftigt. Wie auch sonst? Geknickt? Nicht jeder ist geknickt. Hinfallen ist schon in Ordnung, liegenbleiben nicht. Und ich glaube, es gibt mehr, die wieder aufstehen, als solche, die liegenbleiben. Sonst würde ja ein jedes Leben in die Resignation führen. Was zu beweisen wäre.</p>
<p>Die Beziehung Eltern / Kind bzw. Kind / Eltern ändert sich nie grundsätzlich. Sie verändert sich in der Form, daß z.B. aus einer typischen Papa / Tochter-Beziehung eine neue entsteht, die auf Augenhöhe stattfindet. Das ist äußerst interessant, spannend und erfüllt — ich kann oder mag nicht begründen, wieso — mit ungläubigem Stolz. „Die da&#8230; das ist meine Tochter.“ Total geile Sache, wirklich. Aber nicht mehr auf der, nun ja, etwas infantilen Ebene wie bei der Kindergarten-Theateraufführung damals.  Und auch andersherum bleibt es so. So ziemlich der einzige Mensch, von dem ich mir auch mal sehr deutlich etwas sagen lasse, ohne gleich die Zähne zu blecken, weil ich mich angegriffen fühle, ist&#8230; jupps&#8230; meine Mutter. Aber freigeschwommen von ihr habe ich mich nun doch schon seit einigen Jährchen.</p>
<p>Wo der größere Zusammenhang bleibt? Ah, sry&#8230; der ist hier:<br />
Das ganze ist eine Art Deal. Als Eltern schufst Du Leben. Das ist etwas sehr elementares, „Du pflant Dich fort“ ist wörtlich zu verstehen. Du reproduzierst Dich, wirst im Kind in gewisser Weise weiterbestehen, bist Teil des Astes, der einerseits zu einem Baum gehört, andererseits Zweige hervorbringt. Sprich: Du selbst bist nur ein Glied in der Kette. Was Du empfängst bzw. was Du rauben nennst, gleicht sich aus — so ist zumindest das prinipielle Konstrukt —, indem Du Dich (um bei Deiner Wortwahl zu bleiben) von der nächsten Generation, also Deinen Kindern, ausrauben läßt. Ich formuliere es lieber: Du empfängst das Geschenk der Liebe und Du schenkst diese Liebe weiter. Der Kreis hat sich dann geschlossen. Das ist der Sinn des Lebens.</p>
<p>Klingt das jetzt doof, schwülstig oder wie immer?<br />
Tut mir leid. Ich empfinde so.</p>
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