Vor knapp einem Monat war ich in der BMW-Welt. Ich kann ja nicht so viel mit Protzgehabe anfangen, daher war ich ein wenig in Sorge, dass ich jetzt einen Tag lang nur Superlative zu hören bekommen könnte. Ist zum Glück nicht eingetreten. Also subtil schwang das schon immer mit, “Hey, gib dir mal die Technik, die wir benutzen”, doch das ließ ich mal schön ein Problem für mein Unterbewusstsein bleiben. Mir ist aber wieder und wieder aufgefallen, wie sehr BMW darum bemüht ist, mehr zu sein als “bloß” ein Automobilkonzern. Ob das klappt oder nicht, ist für mich zweitrangig. Wichtig ist, dass dabei unglaublich gute Ideen bei rumkommen: Zum Beispiel “BMW Art Cars” und “The Hire“. Das reimt sich übrigens unheimlich gut auf “The Wire” – was wohl eine der krassesten Serien überhaupt ist – und ihr wisst ja, was der Pumuckl über Reime sagt.
The Hire ist eine kostenlose Kurzfilmreihe und stammt aus dem Jahre 2001 bzw. 2002. Namhafte Regisseure wie u.a. Inarritu1, Wong Kar Wai2, Gut Ritchie 3 und Ang Lee 4 haben einen Kurzfilm gedreht und den BMW geschickt in eine Story mit eingebaut. Natürlich merkt man das den Streifen an, den Hauch von Werbefilm werden sie nie ganz los, aber das ist in diesem Fall wirklich vernachlässigbar. Anzuschauen ist diese als Viralmarketing in die Welt gesetzte Reihe kostenlos, z.B. hier über Youtube.
BMW Art Car heißt nichts anderes, als dass die Bayern haben mit diversen Künstlern zusammengearbeitet und ihre Autos bemalen lassen haben (wow, hi, Scheißsatz). Toll, könnte man meinen, machen Hippies auch. Aber was dabei rumkam, wenn sich Roy Liechtenstein, Andy Warhol oder Jenny Holzer (die es mit ihren Sprüchen wie “Protect me from what I want” tatsächlich auf sämtliche Postkarten dieser Welt geschafft hat) an die Autos ranmachten, ist schon noch mal ein komplett anderes Universum.
(via)


BMW galt imagemäßig einmal als DAS Gegengewicht zu Mercedes. Lange waren BMW 320 i und 325 i en vogue. Natürlich ohne Modell-Kennzeichnung. Für’s Weglassen mußte man extra zahlen. En vogue meint hier: der Inbegriff der Coolness Anfang der 90er.
Dieses Image hat mittlerweile äußerst gelitten. Die meisten smarten Jungs aus den Konzern-Vertrieben sind bei Audi gelandet. Die 320 i findet man immer noch auf den Straßen. Aber mit anderem Image.
Stimmt, das mit dem Weglassen hat mich immer unglaublich geärgert. Einer der Menschen hier in der näheren Umgebung hatte einen 850i, aber das stand hinten nicht drauf. So musste ich Jahre lang der falschen Hoffnung aufsitzen, dass es sich tatsächlich um K.I.T.T. handeln könnte. Hab mich also vor das Auto gesetzt und mit ihm geredet. Über diese Enttäuschung bin ich noch immer nicht hinweg.