So klein, so winzig, so wir.

29. März 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 2
So klein, so winzig, so wir.

Gigantische Wolkenberge, die wie Wellenkämme über den Himmel rollen, gezogen von unsichtbaren Schlittenhunden, die sich trippelnd trappelnd ihre Wege in alle Himmelsrichtungen suchen.

Was sähe ich, blickte ich von der Spitze einer dieser Wellen hinab auf die Erde, die ebenso unscheinbar klein unter mir läge, wie die Wolken nun einschüchternd groß über mir schweben? Würde ich die Welt überblicken und die Biegung der Horizonts erkennen, der mir als gerade Linie viel lieber ist, kann ich mir doch so einreden, dass mein Aktionsfeld sich auf den winzigen Bereich einschränken lässt, den ich sehen kann. Die Vorstellung, dass die Erde echt und rund ist, macht mir Angst. Der Gedanke, dass dieser aus meiner Perspektive riiiesige Ball in den dunklen Weiten des Universums schwebt und dort so klein und unbedeutend neben all den Gasriesen wirkt, die sich eigentlich in unserer Nähe befinden würden, wären wir nicht so verflucht klein, dass wir die paar Lichtjahre zwischen uns und dem Uranus als unüberwindbar für menschliche Existenzen ansehen müssten.

Siehst Du den Horizont?

Direkt überm Boden fängt der Himmel an

(Thomas D. – Rückenwind)

Aber direkt über dem Himmel, fängt das Weltall an und weckt in mir das Bedürfnis, mich verängstigt in einer Ecke zusammenzukauern, um dieser Weite zu entgehen, in der ich ohnehin schon so winzig bin, dass das Zusammenkauern völlig sinnfrei ist – von da oben kann mich ohnehin niemand sehen.

Irgendwo auf dieser blauen Kugel sind wir. Und machen Geräusche, die wir von hier unten gar nicht hören. Mir war nie wichtig, groß zu sein und bemerkt zu werden. Aber allein auf weiter Flur gegen das Nichts zu kämpfen … ob David sich so fühlte, als er die Schleuder gegen Goliath erhob? Und erzählt mir jetzt nicht, dass David ja schließlich gewonnen hat – was interessiert mich ein Sieg, solange ich einem Riesen gegenüber stehe. Würde ich das Geräusch der Erde hören, das in die Weiten des Alls hinaus schallt, käme ich mir vielleicht weniger unbedeutend vor.


  1. ichgehschlafen

    In “Sunshine” gibt es auch diesen typischen Weltraum-Sound. Man hört ihn und weiß sofort, es gibt keine Reaktion darauf. Und trotzdem sendet man Geräusche. Bringt alles nichts. Man macht weiter. Ekelhaftes Gefühl.

  2. Da gibts ja nur zwei kleine Sachen: Erst mal fühlen wir uns so groß, und doch ist unsere Erde so winzig. Und dann ist da noch, dass man im All nichts hört. Gar nichts. Nicht die Bohne. Das stell ich mir allerdings noch schlimmer vor, als mir ätzende Geräusche komischer Mitmenschen anzuhören. Und doch fühl man sich sehr klein, auf der weiten Erde.