Banksy ist – noch mehr als Obey – der Inbegriff für die moderne Streetart-Kultur. Der Grund, warum Hipster plötzlich mit ihren Klecksfingern über irgendwelchen Pappkartons sitzen und denken, mit ihrer Persönlichkeit jetzt willkürlich gewählte Stadtwände tapezieren zu müssen, bevor sie im Anschluss auf irgendeine total untergrundige Party gehen. Aber nicht über den gewöhnlichen Weg, nicht mit Asphalt unter den Füßen, nein, es müssen schon die abgefuckten/stillgelegten Bahngleise sein, mit Kieselsteinen so groß wie Felsbrocken. Am Ende kommt man zwar auch über dubiose Umwege auf die Skalitzer, aber immerhin mit mehr Ortskenntnis und 2 Stunden zu spät (frei nach dem Motto: Willst du was gelten, mach dich selten). Auch das ist Banksy zu verdanken. Aber man sucht sich sein Publikum eben nicht aus.

Kaum vorstellbar, dass sich der ganze Hype ohne diese zwei Künstler derart extrem im öffentlichen Kunstdiskurs etabliert hätte. Auch der neuerliche Fokus auf die Entwicklung des HipHop bzw. dessen popkulturelle Aufarbeitung, die diesmal auch tatsächlich in den Buchhandlungen zu kaufen ist (was man von Diederichsens Meisterwerk über schwarze Kulturkritik ja nicht gerade sagen kann bzw. vielleicht erst jetzt)1. Und abseits der negativen Blüten, die das Ganze zu treiben gezwungen ist, die mich in den letzten Monaten bzw. mittlerweile Jahren zu Extremresignation gezwungen haben (man erkundige sich über den Fall Citygroove), gibt es durchaus wieder etwas positives zu berichten. Nein, es ist keines dieser kleinen auf fancy designten “Stadtname Streetart”-Büchlein für 10€. Es ist die fucking (Pseudo-)Dokumentation über Banksy: Exit through the gift shop. Es ist gerade ein fünf Minuten (!) langer Trailer erschienen. Wie gestern schon gebloggt: Ich sabber viel in letzter Zeit.
Auch hier natürlich ein kleiner Dämpfer, der auf marketingtechnische Gründe zurückzuführen ist, wenn der Erzähler sagt: “Streetart was poised to become the biggest countercultural movement since punk.”, was einfach nicht stimmt. Aber gut, egal.
[...] Exit through the gift shop Die ersten 5 Minuten der Banksy-Dokumentation. [...]