(Bild: Via)
Heute mag ich die Geräusche des Morgens nicht. Die vorbei fahrenden Autos rauschen zu laut in meinen Ohren, die zwitschernden Vögel scheinen im Pulk direkt vor meinem Fenster zu sitzen und lauthals kund zu tun, dass sie wach sind – ja, danke, habs bemerkt – und jeder, der das Haus verlässt, knallt mit den Türen, als gäbs kein Morgen mehr.
Während meiner noch-nicht-ganz-wach-aber-auch-nicht-mehr-schlafend-Phase klicke ich immer wieder die beiden wichtigsten Seiten an – im Moment – Statistikergebnisse, Politikwissenschaftergebnisse. Noch immer nichts online. Wie lange brauchen die denn noch?
Außerdem hielt ich es für intelligent, wenn ich mich zum Wachwerden auf mein Sofa setzen würde – ohne Decke, damit ich nicht wieder eindöse. Hatte aber vergessen, dass ich ja mein Fenster gekippt habe – ebenfalls zum Wachwerden – was ohne Decke dann doch ziemlich kalt ist. Bin aber zu müde, um mich zurück in mein Bett zu bewegen, was ganz eventuell auch intelligenter so ist, schließlich würde ich dort definitiv wieder einschlafen.
Die Woche verschmilzt zu einem Einerlei, zu viel Stress, dem ich mich stellen musste und obwohl ich alle Ziele mehr oder weniger erreicht habe, verschwimmen die Tage immer mehr. Von morgens bis abends saß ich in der Uni, dadurch wirkten die Stunden noch länger und auch der freie Tag gestern trug nicht umbedingt dazu bei, mich ins Leben zurück zu rufen. Irgendwie verwirrt klicke ich mich durch die Artikel in meinem – Achtung, Trommelwirbel – Feedreader (ja, ich besitze jetzt auch endlich sowas und ihr seid Schuld, weil ich einfach zu viele Blogs lese, um mir weiterhin merken zu können, was ich denn letztendlich alles lese) und irgendwie verstehe ich nur die Hälfte von dem, was ich lese. Zum Beispiel schrieb Swen etwas über Narzissmus. Die Kwintessenz verstand ich, aber worum es hier genau ging – keine Ahnung. Liegt nicht an ihm, liegt an mir. Ich kann nicht mehr folgen, ich kann die Buchstaben nicht mehr sehen, überspringe Worte, ganze Reihen, warte darauf, dass der Artikel zu Ende ist und da dieser “Ich habs kapiert”-Moment kommt, aber das geschieht nicht.
Insgesamt bin ich müde und will schlafen. Ich will ein wenig Zeit für mich, mich nicht mit Leuten treffen, zur Uni müssen oder das Haus verlassen. Nein, ich will im Bett liegen und nichts tun. Ich will nichts lesen, weil ich den gelesenen Satz vergesse, noch ehe ich dessen Ende erreicht habe. Ich will auch nichts essen, weil zur Zeit irgendwie alles gleich schmeckt. Ich will weder kochen, noch aufräumen, noch putzen, noch sonst was. Ich will einfach nur ein Weilchen da liegen und nichts tun und ich will, dass dieses Weilchen solange dauert, dass ich es schaffe, wieder zu Atem zu kommen.
Solange, bis die Geräusche von draußen nicht mehr zu laut klingen.

Nimm ein paar Tage frei, komm mich besuchen und Du kannst schlafen, soviel Du willst. Wenn Du wach wirst, bekommst Du ‘nen Kaffee und kannst mit Harras spielen. Oder mit ihm einen Spaziergang machen. Er wird jeden Lüstling zerfleischen, der Dir was tun will…
(O-Ton 2011. Tückisch-glotz…)
trag’ dir einen tag pro monat in den kalender ein, in den du dir nichts eintragen darfst – bei mir heißt dieser ‘termin’ nur ich!! :D. hilft.
Ich war in Therapie. Aber nicht wegen Narzissmus^^ Ich sollte solche Leute lernen zu verstehen :)
hmm… der letzte Abschnitt könnte glatt ein Ausschnitt aus meinen letzten 3 / 4 Wochen sein, manchmal will man einfach nicht mehr ^_^