Früh aufstehen war noch nie so meins. Ich werde nicht gerne geweckt, also wachte ich schon früher grundsätzlich vor dem obligatorischen Klopfen meiner Mutter an der Zimmertür auf. Als dann der Wecker in mein Leben trat, schaffte er es genau einmal, mich zu wecken – danach war ich von dem schrecklichen Erlebnis so sehr traumatisiert, dass ich auch hier grundsätzlich eine Minute vorm Klingeln erwache. Wieso man heutzutage noch vom Weckerklingeln spricht, weiß ich allerdings nicht. Ich kenn gar niemanden mehr, der einen Wecker hat, der klingelt. Wir haben doch heutzutage alle Radiowecker, die zur Weckzeit anspringen, sodass die plärrende Stimme des Radio Moderators uns in den Ohren dröhnt. Direkt nach dem gewünschten Guten Morgen dann sofort ein sonores Losschnattern – ja, Herr Moderator, wir wissen alle, alle, aaaalle, dass du schon seit einer geraumen Zeit unter den Wachen weilst oder eventuell nur von einem Band abgespielt wirst, aber damnit, kann man nicht ein wenig Rücksichtnahme verlangen? Da liegt man seit – hoffentlich – acht Stunden im Bett, wenn die Nacht vorbei ist. Acht Stunden Ruhe, acht Stunden ohne Störungen, Geräusche, plappernde Wesen oder sonstige Nervigkeiten und auf einmal springt mich dieser Moderator von der Seite an, legt seine riesige Pranke auf meinen Kopf, reißt ihn von meinem Hals, schreit dabei eine Begrüßungsformel und stampft mich gnadenlos in den Boden.
Nicht nur, dass das Aufwachen dadurch dementsprechend unschön ist – man fühlt sich danach auch einfach wie gerädert!