Ed Ruscha vs. Hipster-Graphics

16. Mai 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 0
Ed Ruscha vs. Hipster-Graphics

Das ist übrigens ein schlechtes Mem.

(via)

Warum? Weil Memes normalerweise über den Überraschungsmoment funktionieren. Der kindliche Blick fantasiert Projektionen in den Raum und verknüpft die Elemente in einer dermaßen unverbrauchten Art und Weise, dass man sich der Komposition (die Dynamik zwischen Bild und Spruch) nicht entziehen kann. Aus einer fliegenden Katze wird so eine unsichtbares Fahrrad fahrende Katze. Pam. Das brennt sich ein.

Aber Robin Hood, der für nichts anderes steht, als die gesellschaftliche Umverteilung der Güter, die absolute Verkörperung der sozialen Nemesis, mit einem solchen Spruch zu schmücken, leistet rein gar nichts. Da kann man gleich den Frontalblick auf einen LKW zum Anlass nehmen, um “Wrrrroooommm!” daneben zu schreiben. Und an dieser Stelle kommen wir auf FUHipster Graphics zu sprechen.1 “Hipster Graphics”, ich meine damit insbesondere diejenigen Bilder, die gleichzeitig mit einem Spruch verknüpft sind, haben das gleiche Problem wie schlechte Mems. Sie reduplizieren den Inhalt. Damit es ja auch jeder versteht. Ein Bild vom Weltall. Daneben ein oberflächig locker anmutender Spruch “Take me there” oder “I just want to leave” oder “Bye”. So als ob das Weltall an sich nicht bereits genau das aussagt. Weltfremdheit, Einsamkeit, die unendlichen Weiten, fremde Welten, die Assoziationskette zum Bild des Universums ist so lang wie erschöpfend. Da braucht es den Spruch nicht mehr.

Da lohnt es sich, einen Blick auf Ed Ruscha zu werfen, dessen Werke gerade im Münchner Haus der Kunst ausgestellt werden. Ruscha schafft es, im krassen Gegensatz zu den Hipster-Grafiken, eine Beziehung zwischen Bild und Text entstehen zu lassen. Man kann dazu stehen, wie man will, mir persönlich sagen “BabyJet” und die ähnlichen Werke eher selten zu und ich finde die übrigen Arbeiten (z.B. “Noise”) wesentlich interessanter, dennoch merkt man hier den himmelweiten Unterschied zwischen Anspruch und Selbstinszenierung.

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