Reblogged: Mail an Vodafone

10. August 2010 • Kategorie: Alltag • Kommentare: 3
Reblogged: Mail an Vodafone

Bei Chris entdeckte ich einen Beschwerdebrief an Vodafone und weil meine Sympathie für diesen Konzern momentan auch immer mehr abnimmt, reblogge ich euch seine Worte einmal:

Ich bin im Besitz eines Vodafone 360 M1, wie sie gewiss wissen, ist dieses Handy, aufgrund seiner Software nahezu unnutzbar. Da ich selbst Software entwickle, hab ich aus eigener Kulanz, 2 (!) Firmwareupdates abgewartet, die beide jedoch rein gar nichts an der Performance des Handys geändert haben.

Mein nächster Schritt war ganz logisch: Leidensgenossen suchen. Und das Internet ist voll mit Foren, die sich über die Lächerlichkeit des Ganzen aufregen.

Zum Vergleich: Um eine bestimmte SMS, z.B. die letzt empfangene, in meinem SMS-Postfach zu öffnen, gehe ich wie folgt vor. Ich drücke auf Nachrichten, dann auf den obersten Absender, dann auf die Sprechblase mit der obersten Nachricht. Das klingt intuitiv und einfach. Dauert allerdings zwischen 30 und 90 Sekunden. Da die Software einfach nicht ordnungsgemäß funktioniert. Bei meinem Nokia 3330, im Jahre 2002, dauerte dieser Schritt ungefähr, mit geübtem Tasten drücken, 3 Sekunden. Nun, 7 Jahre, mehrere Marsexpeditionen, einem riesigen Teilchenbeschleuniger unter der halben Schweiz, iPhonegenerationen später, will mir einer der größten Mobilfunkservicedienstleister ein Handy verkaufen, bei dem ich das 10-20fache der Zeit für diese Aufgabe benötige? Das ist lächerlich.

So eben rief ich Ihre Kundenhotline an. Die Nummer zu wählen kostete mich fast eine Minute – wir erinnern uns, der Hauptzweck eines Mobiltelefons ist das mobil telefonieren – und einige Nerven. A propos Nerven. Die leicht genervte Stimme am anderen Ende kam mit mir zu dem Schluss, dass sie wohl wüsste, dass diese Handys diesen Mangel aufweisen, Sie mir aber gerne jemanden zur Haustür schicken kann, der mir ein neues M1 bringt. Na, das ist ja super, dann muss ich wenigstens nicht zum Vodafoneshop trödeln, um den ganzen Unfug, mit einem Handy, was schlicht nicht funktionsfähig ist, von vorne zu beginnen.

Es scheint also nicht möglich zu sein, mir für einen Vertrag, der mich mehrere Dutzend Euro im Monat kostet, ein Handy zur Verfügung zu stellen, welches die Anforderungen, die das ominöse Vodafone 360 Projekt selbst aufstellte (nämlich Livezugriff auf soziale Medien, inTime-Verknüpfung mit Freunden etc), zu erfüllen? Wie ich sehe, wird das 360 auf Ihrer Internetseite auch nicht mehr großartig beworben. Wundern tuts mich nicht wirklich. Was Sie mir da verkauft haben ist eine Frechheit. Ich hoffe, dass ich auf diesen Weg noch irgendeine Form von Kulanz erfahren kann, ich lasse gerne mit mir reden. Aber bieten Sie mir bloß nicht an, mir ein Neues von diesen technischen Wunderwerken ins Haus zu liefern, sonst sehe ich mich gezwungen, die Werbemaßnahmen zu der 360-Kampagne mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, gegen welche Versprechungen dieses Handy verstößt.

Im Übrigen habe ich als Beispiele für Langsamkeit jetzt nur das “Nummern wählen” oder “SMS aufrufen” aufgeführt. Es geht noch schlimmer. Starten Sie mal nen Webbrowser auf dem Handy oder beenden ihn. Oder eine App eines Drittanbieters. Und seit neustem vibriert mein Handy, weil ich angerufen werde, und es dauert gut 5-10 Sekunden, bis die Bedienelemente zum Annehmen des Anrufs erscheinen. Das geht einfach nicht. Und ich weiß, dass ich beileibe kein Einzelfall, sondern Opfer eines unreifen Produkts bin.

mit den allerfreundlichsten Grüßen

Christian Jung

PS: Ihre Kundendienstmitarbeiter sollten darauf verzichten, nach solch einem Gespräch, wo beide Parteien wissen, dass hier gerade ein Kunde verarscht und verhöhnt wurde (Ja, genau das wurde ich), mir dann noch einen DSL-Anschluss verkaufen zu wollen. Das ist eine blanke Farce


  1. los, zeigs ihnen, Tiger XD

  2. Haha, echt schön geschrieben. Gibt es dazu auch eine (nicht maschinelle) Antwort von Vodafone? Wie ging das ganze aus? Oder steht das bei Chris irgendwo im Archiv?

  3. iPhone…