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Nun habe ich meinen zweiten und vorerst letzten Ausflug nach Frankfurt hinter mir und der Tag war großartig – was zu einem großen Teil damit zusammen hängt, dass a) die Sonne schien und es b) nicht wieder zur FAZ ging, sondern in den Schöffling & Co Verlag und .. ja, ich habe mich verliebt. Die Leute in diesem Verlag sind großartig. Wir durften uns alle Räume angucken – am liebsten hätte ich einen der vielen iMacs geklaut, die dort rumstanden – und haben anschließend von verschiedenen Abteilungen gehört, wie so der Tagesablauf im Schöffling & Co Verlag aussieht.
Begrüßt wurden wir von einer Dame, die in der Abteilung für Rechte und Lizenzen arbeitet und bekamen gleich darauf sogar einen der Gründer zu Gesicht – Herr Schöffling persönlich. Der Mann ist genial. Weißer Rauschebart, der trotzdem so gar nicht an den Weihnachtsmann erinnert, sondern viel mehr an einen wahren Geschäftsmann – obwohl ich diese Spezies eigentlich für ausgestorben hielt. Ich dachte, es gäbe nur noch geschniegelte, glattgebügelte Lackaffen, aber Herr Schöffling stellte einen wundervollen Kontrast zu diesen Business Menschen dar, war lustig und nett und wünschte uns bei der Besichtigung viel Spaß.
Auch die anderen Menschen, die wir dort kennenlernten, nahmen kein Blatt vor den Mund, erzählten locker und frei von ihrer Arbeit und besonders die beiden jüngeren Mitarbeiter aus der Marketing und Vertrieb Abteilung hatten es mir angetan. Simon erinnerte ein wenig an Michael Mittermaier – ich liebe Männer mit bayrischem Dialekt – und nachdem ich den zweiten gerade googelte, stellte ich fest: Er heißt Benno Hennig von Lange .. Er wird doch nicht etwa mit dieser Popliteratin verwandt sein, deren Bücher ich leider überhaupt nicht mag?
Carolin – zuständig für alle Lesungen, die es in einem Verlag so zu organisieren gibt – strahlte nur so vor sich hin und gehört zu den Menschen, die man am liebsten knuddeln will, weil sie so lebensfreudig wirken.
Insgesamt habe ich irre viel über die Verlagsarbeit gelernt und festgestellt: Ich muss gar nicht unbedingt Lektorin werden, weil mich auch jeder andere Arbeitsbereich in einem Verlag interessiert und ich mich dort am liebsten direkt häuslich eingerichtet hätte. Sollte ich je ein Buch schreiben, das in deren Verlagsprogramm passt – ich werde es dort versuchen. Ich glaube, dass man sich dort als Autor nur wohlfühlen kann, gut betreut wird und nicht in der Masse von Neuschreibern untergeht, wie es sicherlich bei großen Verlagen der Fall wäre.
Und was nun meine Meinung zu Frankfurt angeht: Ich glaube, es ist wie bei jeder Stadt – wenn man im Regen dort ankommt, kann man ihr nicht sonderlich viel abgewinnen, aber heute – bei strahlendem Sonnenschein – weckte sie auch meine Sympathien und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt, um mir die Stadt ein wenig genauer anzuschauen. Das einzige, was ich zu sehen bekam, war der grandiose Bahnhof und der McDonalds mit Mosaik-Fußboden.


