Der Regen fällt so stetig vom Himmel, dass bei geöffneten Fenstern nur ein eintöniges Rauschen zu hören ist, während ich in meinen Büchern blättere. Ich mag den Klang, den die Seite macht, wenn sie leise raschelnd umfällt und der nächsten weicht.
In den letzten Tagen und Wochen habe ich es genossen, mit dem iPhone zu lesen, doch selbst die von so vielen geliebte Appletechnik kann das Geräusch nicht perfekt nachahmen. Das Blättern im iPhone klingt zu hart, zu abgehackt und nicht nach Papier, sondern nach knitternder Pappe. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich meine Meinung geändert habe – ein wenig. Immer war ich diejenige, die entnervt aufstöhnte, sobald jemand ein eBook erwähnte. Ich wurde es nicht müde, zu betonen, dass diese „Bücher“ niemals mit den echten mithalten können, aber seitdem ich das iPhone habe, stelle ich fest: Natürlich kann ein eBook nie mit einem echten mithalten, aber .. das ist auch gar nicht das Ziel. Es geht nicht darum, echte Bücher zu ersetzen, weil das niemals möglich sein wird. Aber das Lesen per iPhone (oder meinetwegen iPad, Kindle etc.) hat etwas für sich.
Seitdem ich studiere, habe ich kaum noch Zeit dazu gehabt, ein Buch zu lesen, weil ständig irgendeine Arbeit darauf wartete, abgegeben zu werden und ich mir die Zeit für ein Buch nicht nehmen wollte. Und genau da ist der Unterschied zu einem eBook. Bei einem eBook muss man sich keine Zeit nehmen. Man öffnet das Programm, ist direkt auf der Seite, auf der man aufhörte, kann ein oder zwei Seiten lesen und danach schlafen. Bei einem echten Buch käme mir das verschwendet vor, weil .. ich weiß nicht. Vielleicht, weil mein Respekt vor einem echten Buch größer ist, als vor diesem technischem Firlefanz. Ein Buch ist mir zu viel wert, als dass ich es „mal eben so“ zur Hand nehmen würde, um dann nur ein oder zwei Seiten zu lesen. Und genau aus dem Grund ist diese eBook bzw. iBook Sache super, denn wenn das gelesene Buch gut ist, werd ich es in echt haben wollen.
Was sind denn so eure eBook und iBook Erfahrungen? Könnt ihr irgendwelche kostenlosen Exemplare empfehlen? Und mal ganz ehrlich: Glaubt ihr, dass etwas Technisches jemals ein wirkliches Buch ersetzen kann?

Ich lese schon seit einigen Jahren Bücher auf Smartphones und neuerdings auch auf dem iPad. Irgendwie habe ich keinen sentimentalen Bund zum gedruckten Buch. Ich persönlich lese lieber digital. Habe mir jetzt auch mal den Amazon Kindle bestellt. Mal schauen was der so kann.
Ich lass jetzt einfach mal etwas unqualifiziertes Blabla da, hab nämlich noch nie ein Gerät besessen mit dem man E-Books lesen könnte (außer Notebook halt, aber da hab ich’s nicht ernsthaft probiert). Ich krieg aber schon ne Gänsehaut, wenn ich mir dieses nachgeahmte Umblättergeräusch vorstelle, das passt iwie zu den Handykameras, die ein SLR-Klicken nachahmen wollen und dabei nur den Benutzer des Handys bloßstellen.
Ein oder zwei Seiten lesen würde ich in nem echten Buch auch nicht… in nem digitalen aber wohl auch nicht. Verschwendet ist vielleicht gar kein unpassendes Wort für den Grund, aber wenn ich zwei Seiten in nem Buch lese, dann lese ich die das nächste Mal, wenn ich mehr lese, nochmal. Ich lese gerne, aber ich habe ein schlechtes Gedächtnis für den Inhalt. Wenn ich nur zwei Seiten lese, bin ich weder wieder im Buch drin noch werde ich mich beim nächsten Mal daran erinnern was auf den zwei Seiten passierte. Und wenn ich mehr lese… dann möchte ich das auf Papier. Ich lese oft in Openbooks, sprich elektronisch verfügbar gemachten Büchern (nichts anderes werden die anderen E-Books sein, oder?) über Programmiersprachen, weil mir die Wälzer viel zu teuer sind und ich eh nicht soo oft was nachschlage und schon gar keinen Kurs brauche wie ich das alles zu benutzen habe. Einmal hab ich das probiert, eine Programmiersprache anhand eines solchen Openbooks zu lernen, da hab ich mir gewünscht, das Buch in echt da zu haben… also… nein, ich denke, in absehbarer Zeit werden gedruckte Bücher das einzig Wahre bleiben.
@Gilly: Ui, schreibst du eine Review dazu in deinem Blog? Las schon bei Twitter von deiner Bestellung und bin seitdem ganz neugierig :D
@Konzertheld: Ja, dieses Geräusch gefällt mir auch nicht – weder beim iBook noch bei der Handykamera. Da wird impliziert, man hielte was gleichwertiges in Händen und .. Das ist nicht so. Es ist was komplett anderes, weswegen der Vergleich auch eigentlich eher hinfällig von mir ist.
Mit “zwei Seiten” meinte ich natürlich zwei Normbuchseiten – das sind in einem iBook etwa 5 oder 6, schätz ich mal. Weil auf dem iPhone natürlich alles viel kleiner ist und “zerstückelt” wird.
Auf dem PC selbst les ich komischerweise gar nicht gerne :D
Jep Review schreibe ich. Am PC lese ich übrigens auch nicht. Irgendwie ist das einfach keine natürliche Leseumgebung so wie die Couch oder das Bett :)
Guter Hinweis. Ich habs noch nicht geschafft, mich bequem mit Notebook ins Bett zu fläzen. Und auf der Couch würde man immer nach unten gucken, auch Mist.
Und Hannah, ich hab schon an die zwei Normbuchseiten gedacht, aber ausgehend von so ‘nem ca-A5-Taschenbuch bin ich immer bei min. 20 Seiten wenn ich denn mal zum Lesen komme.
E-Books sind okay für Nachschlagewerke und all son Zeugs, in dem man suchen können möchte. So wie PDFs halt. Und ehrlich gesagt – ich frage mich, wieso man E-Books erfinden musste. PDFs sind doch toll genug. Aber das sage ich vielleicht, weil ich noch nie irgendeine E-Book-App benutzt habe – und weil ich eh ein App-Feind bin.