Ich bin ein kleines Mädchen. Das soll keine kokettierende Einleitung mit niedlichem Augenaufschlag sein, genauso wenig wie der Einstieg in einen Akt des Jammers. Es ist einfach nur eine Tatsache.
Immer wieder gelange ich an Punkte in meinem Leben, an denen ich merke, dass ich „noch nicht so weit bin“. So wie jetzt: Es ist Zeit. Mein Studium neigt sich dem Ende zu, meine Bachelorarbeit steht kurz bevor und ich bin aufgeregt. Aufgeregt, nervös, hysterisch. Ich springe zwischen Facebook, ICQ und SMS hin und her, um den Leuten – besonders ichgehschlafen – immer wieder mitzuteilen, wie nervös und aufgeregt ich bin. Nebenbei erledige ich letzte Arbeiten, sammle Scheine ein, höre mich nach Erst- und Zweitprüfern um und merke dabei, wie unwirklich mir all diese Dinge vorkommen. Vor gerade mal drei Jahren zog ich von Zuhause aus, landete im kleinen Siegen, zog zwischendurch mal von einer Straße in eine andere, erlebte Dinge, lernte Leute kennen, fand Chris und ja, ich absolvierte auch mein Studium, aber die Zeit verging so schnell. So schnell, dass es sich gar nicht anfühlt, als könnte ich wirklich schon an dem Punkt angelangt sein, auf den ich hinarbeitete: Bachelor.
Alles war ganz anders, als ich es mir vorstellte. Nicht besser oder schlechter – anders. Ich weiß gar nicht, warum, aber aus irgendeinem Grund war in meinem Kopf die Vorstellung verankert, dass ein Studium so sein würde, wie meinetwegen in den 60ern. Oder 30ern. Alles wäre irgendwie locker und bestünde aus endlos langen Diskussionen über dieses und jenes Thema, aber .. So ist das nicht. So war es zumindest bei mir nicht. Das Ganze war so verdammt harte Arbeit, die ich teilweise nur mit viel Überwindung und Mühe hinter mich brachte. Zu großen Teilen lässt sich das einfach damit begründen, dass ich schlicht den falschen Studiengang wählte und zu verunsichert und verängstigt war, um ihn zu wechseln. Also zog ichs durch. Von drei Studienbereichen – Soziologie, Politik und Medien – gefielen mir nur die Medien immer. Soziologie war ansatzweise interessant und Politik war schlicht scheiße. Den Fehler mache ich bei der Wahl meines Masterstudiengangs nicht wieder. Diesmal werde ich mich vorher ganz genau erkundigen. Ich werde sehen, was möglich ist, was es erfordert und ob ich bereit bin, das zu leisten. Und wofür auch immer ich mich am Ende entscheide – es wird keine „ach, mach ich halt mal“-Entscheidung sein. Im Moment gibt es drei Studiengänge, die in der engeren Auswahl sind – einer in Siegen, einer in Leipzig und einer in Düsseldorf. Wer weiß, ob ich hier bleibe oder ob ich weggehe. Ich weiß es im Moment nicht, aber ich bin gespannt, wie ich mich entscheiden werde.
Zuerst kommt aber meine Bachelorarbeit: Verhalten in Subkulturen. Ich bin schon ganz aufgeregt und .. ach, verdammt. Seht ihr? Ich werd nicht müde, zu erwähnen, wie aufgeregt ich bin. Auf jeden Fall bin ich – haha – schon ganz aufgeregt auf die Arbeit daran, gespannt, ob ich mit der Bearbeitungszeit von knapp 10 Wochen gut auskomme, wie schwer oder leicht es mir fallen wird, die Seiten zu füllen und .. ja, dann hab ich einen akademischen Grad. Das ist schon ein bißchen cool, auch, wenn es „nur“ ein Bachelor ist. War halt Pech, dass ich nicht früher geboren wurde, um noch einen schönen Magister oder sowas zu machen. Jetzt muss ich mit dem Bachelor leben, aber eine Wundervolligkeit gibt es noch: Ab dem nächsten Semester betragen die Studiengebühren nur noch 10 Euro, hab ich gehört, kchkch. Find ich super. 10 Euro sind viel angenehmer zu tragen als 500.

u_u Auf dem Foto sieht man übrigens Siegen bei Nacht – von der Uni aus.
Uuuh, das wird eine spannende Phase! Wünsch dir ganz viel Glück mit der Bachelorarbeit, und dem Zukunftsplanen, und dem “zwischendurch-tief-durchatmen”. Und nicht zu idealistisch an die Mastersache rangehen. Da kann man noch so höllisch aufpassen im Vorfeld, es wird wieder scheiße geben und der Traum von der 1960er Unikultur wird wieder platzen (den hatte ich übrigens auch!)…
Das schaffst du alles! Die Seiten werden sich füllen, du wirst daran wachsen und nach dem Bachelor kannst du immer noch weiter wachsen. Aufregung ist doch gut, sie treibt dich an und ist auch nach ganz vielen Semestern Uni da!
Das kenne ich. Genau so ging es mir im Studium. Ich hatte es mir anders vorgestellt, habe aber letztendlich aus Mangel an Alternativen, was ich sonst machen könnte, durchgezogen. Einige Jahre später kann ich sagen, dass es nicht falsch war.
Für die Bachelorarbeit wünsche ich dir viel Erfolg. Wenn man es soweit geschafft hat, packt man das auch noch…
Also, erst einmal bist Du kein kleines Mädchen mehr, sondern eine junge Frau. Und Deinen Bachelor schaffst Du mit Sicherheit. Ich würde allerdings auch genau überlegen, was Du anschließend alles machen willst, aber darüber haben wir ja schon gesprochen. Du wirst die richtige Entscheidung treffen, da bin ich mir sicher. Hab Dich lieb, Frau Akademikerin…
Hannahs Mom! *Daumen hoch*
“wie schwer oder leicht es mir fallen wird, die Seiten zu füllen”
Du fragst dich ernsthaft ob du Probleme mit dem Füllen von Seiten haben wirst? Ich denke schon alleine mit diesem Blog haben wir den Beweis, dass du überdurchschnittlich begabt im Schreiben bist ;)
Genug geschleimt, du schaffst das schon! ;)
das schaffst Du!
Hab’ Dich auch lieb :D
@miss carrie: Danke schön! Komisch, wieso hatten wir denn beide diesen Traum? Bestimmt hat Hollywood uns das eingeflößt :D
@feronia: Ja, die Aufregung empfind ich auch – bisher – nicht als negativ, aber ooar, ich bin so aufgeregt xD
@dvl: Inwiefern war es nicht falsch?
@Mom: Hab dich auch lieb : )
@Sören: Ich frag mich auf der anderen Seite genauso, wie schwer/leicht es mir fallen wird, die Seitenanzahl nicht zu überschreiten :D
@Bine: ♥