Was mach ich eigentlich so?

26. November 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 10
Was mach ich eigentlich so?

Ich dachte mir, ich könnte euch ja zwischendurch mal ein wenig meiner Bachelor-Arbeit präsentieren. Nicht, weil ich Hilfe bräuchte – im Moment komm ich noch super klar – sondern einfach nur, weil es so ruhig hier geworden ist und euch vielleicht interessiert, womit ich mich zur Zeit vermehrt beschäftige.

Sagte ich euch überhaupt schon, worüber ich schreibe? Als ich es Sumi und Steffi sagte, waren beide ganz interessiert, also vielleicht ist das Ganze ja auch für Nicht-Studenten spannend. Ich schreibe über die soziokulturelle Bedeutung der Hippies als Subkultur. Das Wort “soziokulturell” hab ich natürlich nur eingebaut, weil es intelligent klingt.

Wie dem auch sei: Während meiner Literaturrecherche stoße ich immer wieder auf ganz wundervolle Dinge und am liebsten würde ich einfach alles in meine Arbeit einbauen. Bei mindestens 40 und maximal 60 Seiten ist das aber natürlich nicht möglich. Leider.

[D]er Autobus hält, aber die Einheimischen schenken den Besuchern kaum Beachtung. Nur ein Mädchen in orangefarbenen Hosen und einem mexikanischen Schal tritt an einen etwa fünfzigjährigen Mann in grauem Straßenanzug heran, der einen sehr korrekten Hut auf dem Kopf trägt, gibt ihm eine Margerite und sagt: „Lächle!“ – „Warum?“, fragt er verblüfft und sie antwortet: „Weil die Welt so schön ist!1

Unzufrieden bin ich bisher mit einer Tabelle, die ich erstellt habe. Ich hatte noch nie Probleme mit Word und bilde mir ein, ganz gut damit umgehen zu können, aber die Tabelle will einfach nicht. Sie erstreckt sich über zwei Seiten, obwohl sie nur maximal auf eine soll und inzwischen überlege ich, ob es vielleicht intelligenter wäre, die Tabelle im Photoshop nachzuzeichnen und dann als Grafik in die Arbeit einzufügen. Die Lösung erscheint mir aber auch irgendwie nur suboptimal, wenn ihr also eine bessere Idee habt – immer her damit!

Tja, was ist ansonsten so bei mir los. Wer mir bei Twitter folgt, weiß es bereits, ihr dürft also jetzt mal kurz weglesen, während ich es denen erzähle, die mir nicht bei Twitter folgen: Ich hab den Glücksgriff bei eBay gemacht. “Eigentlich wollte ich gar nichts kaufen.” – den Satz sag ich ständig, um zu betonen, dass ich natürlich niemals nie nicht willentlich Geld ausgeben würde, ähem, ihr wisst schon. Auf jeden Fall stöberte ich so durch die angebotenen Kameraobjektive mit Sonyanschluss, auf der Suche nach einem 28-70mm Objektiv von Sigma, und dachte mir auf einmal: Wieso such ich eigentlich nur nach nem Sonyanschluss, Minolta passt ja schließlich auch. Und weil meine Finger wieder schneller waren als alles andere, gab ich aus versehen “Sigma Minolta” ein, obwoooohl ich ja schon ein bestimmtes Objektiv suchte, das … ich dann auch fand. Und hier kommt auch schon die Erklärung dafür, warum es so ein Glücksgriff war: Das Objektiv war schlicht falsch ausgeschrieben. Zwar stand in der Artikelbeschreibung, dass es ein 28-70 ist – die werden übrigens nicht mehr hergestellt – aber .. ansonsten nichts.

Das Gebot lag bei 15 Euro und ich dachte mir, dass ich bis 40 mitgehe – ihr kennt das ja, wenn man eigentlich gar kein Geld ausgeben will und dann aber doch, aber auch wieder nicht. Leicht entsetzt war ich dann, als ich es tatsächlich für 30 Euro ersteigerte. Der Verkäufer tut mir noch immer Leid, weil das Ding wesentlich mehr wert gewesen wäre, obwohl es natürlich schon benutzt wurde.

Tja. Das war also mein eBay Glücksgriff. Ansonsten warte ich auf den Schnee und halt es komischerweise kaum noch aus, obwohl ich das Verkehrschaos hasse, das alljährlich in Siegen ausbricht, sobald es schneit. Gestern schneerieselte es auch kurz, aber es blieb nichts liegen und heute strahlt schon wieder die Sonne vom Himmel. In der Luft liegt dieser Geschmack von klirrender Kälte und Eis, der mich ganz vorfreudig und hibbelig immer wieder zum Fenster rennen lässt, ehe ich dann jedes Mal wieder enttäuscht aufs Sofa zurückkehre, weil da draußen nichts weiß ist.

Kennt ihr diese Stille, die einen aufwachen lässt, morgens, nachdem es schneite? Diese Stille, die voll von flüsternden Verheißungen ist und so erdrückend wie die Schneedecke über den Häusern liegt. Man schlägt die Augen auf und noch ehe man aus dem Fenster sah, weiß man, dass es endlich soweit ist. Wirft man dann endlich einen Blick hinaus, ist man trotz des Wissens ganz erschlagen: Alles voll von Schnee, Eiskristalle bedecken das Fenster und lassen es zum ersten Mal im Jahr weniger dreckig und putzenswert erscheinen und das Schneegestöber, dass bei jeder Bewegung draußen in die Luft gepustet wird, lässt mich innerlich juchzen wie ein kleines Kind. Der Winter in Siegen ist schön, solange man nicht raus muss. Eigentlich gilt das für den Winter überall. Aber bei jedem erneuten Schneefall hier vermisse ich mein Zuhause. Die kleine Pleasent Ville Siedlung, in der ich mal wohnen durfte und die ich immer so langweilig fand, obwohl ich heute weiß, dass es keinen besseren Ort hätte geben können, an dem ein Kind aufwächst. Wenn dort der Schnee fiel, kamen keine Räummaschinen. Alles blieb weiß. Unberührt. Wartend. Als ich noch jünger war, zog es mich in den Park zu einem ganz bestimmten Hügel. Der Schlitten war rot und ich weiß nicht mehr, ob er mir gehörte oder jemand anderem, aber benutzt habe ich ihn, ohja. Immer wieder ging es den Berg runter, viel zu schnell, bis man mit vor Kälte geröteten Wangen wieder hochstaksen musste, um direkt wieder runter zu rasen.

Ist das so, mit dem Älterwerden? Dass man mit jedem Tag seine Kindheit mehr vermisst?


  1. I like!

    (sorry, wurde genötigt einen Kommentar zu schreiben)

  2. *durchspazier*
    Ah Ah. Interessant :D

  3. Ich habe bei meiner Abschlussarbeit auch ein paar Elemente, die man eigentlich in Word hinbekommen könnte, in Photoshop gefaket.
    Sah einfach besser aus!

  4. öhm, kannst du nicht einfach in Excel ne Tabelle machen und die dann ins Word reinkopieren?^^ Find ich immer am einfachsten…

    *hüstel* 60 Seiten und zu wenig platz… die Probleme hätte ich gerne, ich wär froh, wenn ich meine 10 Seiten vollbekäme^^

  5. [D]er Autobus hält, aber die Einheimischen schenken den Besuchern kaum Beachtung. Nur ein Mädchen in schwarz tritt an einen etwa fünfzigjährigen Mann in grauem Straßenanzug heran, der einen sehr korrekten Hut auf dem Kopf trägt, gibt ihm eine Margerite und sagt: „Weine!“ – „Warum?“, fragt er verblüfft und sie antwortet: „Weil die Welt so traurig ist!”

    ich finde, hippies waren zu optimistisch und zu sehr auf die harmonie fixiert. dein thema klingt aber interessant!

    die tabelle würde ich mit excel machen und dann reinkopieren.

  6. “Ist das so, mit dem Älterwerden? Dass man mit jedem Tag seine Kindheit mehr vermisst?”
    – Nein, das ist so, wenn man ein Gefühlsmensch ist. :-)

  7. @Calaelen: :D Danke! Brav.

    @Rettungsratte: Nächstes Mal erwart ich mehr Enthusiasmus ; )

    @Kaddinat0r: Ich frage mich ja, wie die das bei echten Büchern machen :D Da funktioniert es doch auch irgendwie!

    @Phil: Ach, Seiten habe ich eigentlich schon immer schnell vollbekommen. Außer, wenn mich die Themen so gar nicht interessierten xD Da musste ich mich dann auch kwälen.
    An Excel hatte ich noch gar nicht gedacht Oo

    @melancholieunduebermut: Ich liebe dieses “harmoniefixierte” .. Wenn sowas heute auftreten würde, wäre es genau das – harmoniefixiert. Aber damals war es einfach .. echt.

    @Rooby: Achje. Ich Gefühlsmensch ; )

  8. Und anschließend ging es nach Hause und es gab heißen Kakao und selbstgemachte Plätzchen…

  9. Die erste und die dritte Spalte schmaler machen. Dann werden die Zeilen niedriger, weil der Text in der vierten Spalte mehr Platz hat, aber es müsste noch reichen um den Text in der ersten und dritten Spalte darzustellen. Außer bei den letzten beiden Zeilen, wo die Textmengen plötzlich ganz anders sind. Oo

    Ich mag das Zitat. Die Welt nervt, aber eigentlich ist sie toll, stimmt schon. :)

  10. von Bachlorarbeiten hab ich keine Ahnung. Mein Freund hat vor ein paar Wochen seine Diplomarbeit abgegeben. was studierst du eigentlich? o_O bestimmt hast du das schonmal erwähnt…

    ein neues Objektiv hätt ich auch gerne… :( 50mm bitte für Fourthirds. :D

    und ja, ich glaube, wenn man älter wird, vermisst man seine Kindheit immer mehr. Wenn ich Kinder sehe, denke ich, dass sie es gut haben, noch alles vor sich, keine Probleme á la “schaffe ich die Ausbildung?”