Tageshöhlen

29. Dezember 2010 • Kategorie: Alltag • Kommentare: 6
Tageshöhlen

Kennt ihr dieses fliegende, fallende, rauschende Geräusch von festem Stoff, wenn man ihn aus seinem gefalteten Gefängnis befreit, ausschüttelt und ein ewig großes Tuch entsteht? Wenn ihr sehr viel größer seid als ich, empfindet ihr es natürlich nicht als ewig groß, aber .. ihr wisst, was ich meine.

Als ich klein war, habe ich mir immer Höhlen gebaut. Das war einfach. Man musste nur ein ewig großes Tuch nehmen – meistens musste ein Deckenbezug dran glauben – und es über einem Tisch ausbreiten. Am besten war das, wenn man mehrere ewig große Tücher nahm, schließlich musste das ganze blickdicht sein – nicht nur von außen, sondern vor allem von innen. Wenn die Höhle fertig war, krabbelte ich rein und meistens war ich dann ein wenig konsterniert, weil die Tücher verrutschten und ich nochmal raus musste, um sie neu zu drapieren. Irgendwann war meine Höhle dann aber fertig, ich saß mitten drin und fing an zu überlegen, was ich hier nun tue. Meistens angelte ich mir von draußen ein Buch und eine Lampe, die ich mit hinein nahm, um dann ewig da drunter verschwunden zu sein. In völliger Ruhe und nur für mich allein.

Heute baue ich mir keine Höhlen mehr. Das könnte damit zusammenhängen, dass ich nur noch zwei Deckenbezüge besitze, einer davon sich immer auf der Decke befindet und der andere frisch gewaschen im Schrank wartet. Deckenbezüge sind viel teurer, als man glauben würde. Da kann man nicht mal einfach eine Garnitur kaufen, wenn man grad lustig ist. Außerdem stehen unter meinem Schreibtisch Uniordner, ein kaum noch funktionierender Drucker1 und fein säuberlich steht dort ein Stapel Bücher, die ich für die Uni brauche und der mir, wenn ich auf dem Schreibtischstuhl sitze, beinahe bis zum Knie reicht. Das hört sich jetzt nicht so hoch an, aber ihr müsst ja bedenken, dass meine Füße, wenn ich auf dem Stuhl sitze, etwa 10cm über dem Boden schweben, weil meine Beine zu kurz sind, als dass sie bis nach unten reichen würden. Es bringt auch nix, den Stuhl niedriger einzustellen, weil ich dann nicht mehr richtig an die Schreibtischplatte komme.

Trotzdem vermisse ich sie, meine Höhlen.


  1. Hihi, ich hab mir auch immer eine Höhle gebaut, mit einer Wolldecke an der Wandschräge. Ach, war das toll!

  2. Höhlen sind toll :) Es ist zwar total unlogisch das Licht erst auszusperren und dann neues mitzunehmen, aber das ist ja egal. :D Hatte früher so nen Spielteppich aus Schaumstoff und lauter so Platten die man zusammenstecken konnte, damit und ner Decke als beweglicher Eingang ging das ganz super… falls jemand weiß wovon ich rede. Oo

  3. ich habe als Kind auch immer Höhlen gebaut. Dazu habe ich eine Wolldecke genommen und sie über zwei Sessel gelegt.
    Als Kind war die Welt noch schön

  4. Hach ja, Höhlen bauen. Ich hatte mal übergangsweise so ein aufklappbares Bett in meinem Zimmer, das war grandios, weil da musste man, wenn es offen war, nur noch die Vorderseite mit einer Decke zuhängen. Lampe mit rein und fertig war das Paradies. :)

  5. Höhlen bauen… oh ja. :)
    Wir haben auch immer regenschirme zur hilfe genommen. Falls die Tücher, Bett- und Wolldecken nicht reichen. Manchmal haben wir sogar die betten abgezogen um die bettlaken zu benutzen… ^____^
    als kind war die welt toll.

  6. @feronia: Jaa, das tat ich auch manchmal, das war auch nicht schlecht, aber unter einem Tisch fühlte man sich höhliger :D

    @Konzertheld: Ja, ich weiß, wovon du redest :D Dafür war ich bautechnisch aber nicht begabt genug. Ich kam nicht mal auf die Idee.

    @Verena: Bei uns gabs nur so rollende Drehstühle xD Die wären bestimmt auseinander gerutscht und ich hätt da gesessen voller Decken.

    @Tanja: Uh, das ist natürlich die bisher praktischste Lösung :D

    @Steffi: Regenschirme *_* Ja!