Krankheits- und Buchtipps

12. Januar 2011 • Kategorie: Alltag • Kommentare: 10
Krankheits- und Buchtipps

So. Wer mir bei Twitter folgt, weiß, dass ich krank bin. Und zwar so richtig. Mit allem drum und dran. So sehr, dass ich gar keine Kreativität verspüre, irgendwas zu bloggen, weil mein in Watte gepackter Kopfinhalt nur leise vor sich hinklingelt, schellt und höchstens dann aufgerüttelt wird, wenn ich einen fürchterlichen Hustenanfall habe, der mich klingen lässt wie den 90jährigen Marlboromann im Endstadium.

Kurz gesagt: Ich war schon lange nicht mehr so krank, also wenden wir uns doch mal den Tipps zu, die man so bekommt, wenn man wimmernd an verschiedene Türen in Form von Chatfenstern klopft und vor sich hinjammert.

1. Obst essen

Danke, David, für diesen wertvollen Tipp – das ist vermutlich das einzige, was minimalst geholfen hat. Blöd nur, wenn man Obst total widerlich findet. Praktisch hingegen, dass ich ab dem zweiten Tag meiner Grippe nichts mehr schmecken konnte, sodass ich mehr oder minder wahllos alles mögliche in mich hinein stopfte: Physalis, Kiwis, Bananen, Blaubeeren, Äpfel ..

2. Grippostad C, Aspirin Complex – Kombinationspräperate

Ja, da stürzte ich mich in wahre Geld-aus-der-Tasche-zieh-Bereiche, weil .. Das ist nämlich so: Aspirin Complex macht einen selbstverständlich nicht gesund, nein. Es dient einzig und allein dem Überlegen und legt rosa Schleier über die Wattebäusche im Kopf. Das ist ganz angenehm. Nicht hilfreich, aber was solls. An Grippostad C hingegen hab ich mich nicht rangetraut, weil man das nicht mit Aspirin Complex mischen soll und damn, davon hatte ich wirklich viel intus.

3. Prospan

Ich weiß ja, ihr haltet alle nicht viel von Naturmittelchen, aber das Zeug ist wirklich der Hammer. Der Hustenreiz stirbt, der Schleim löst sich trotzdem – nur halt ohne Hustenanfälle, die einem das Gefühl geben, dass jede Sekunde die Brust aufreißt und sich kleine Lungenstückchen überall im Zimmer verteilen.

4. Tee

Leute. Scheißt auf Tee. Ernsthaft. Das bringt nen Dreck. Normales Wasser tuts auch und für Wasser muss man nicht extra jedes mal aufstehen. Der einzige Tee, der ein wenig Besserung eintreten lässt, ist dieser widerlich schmeckende Erkältungstee von ich hab keiner Ahnung welcher Marke. Der schmeckt bitter und nach Kräutern und ist wirklich, wirklich ungenießbar, aber .. der bringt was, ja.

5. Wick Medi Nait

Als @krueps mir den Vorschlag machte, dass ich Alkohol trinken soll, fasste ich mir an den Kopf, dachte mir “Oar, Männer, ey.” und griff stattdessen auf Wick Medi Nait zurück. Im Endeffekt muss ich sagen: Ich hätte auch auf @krueps hören können, weil das Zeug so viel Alkohol enthält, dass es sich wie schmelzender Stein meine Speiseröhre runterrollte und mir wie ein Lavaklumpen im Magen lag, ehe ich benebelt und leise kichernd zurück blieb. Der Warnhinweis auf der Packung, dass man danach bitte keine Maschinen mehr bedienen soll, ist überaus gerechtfertigt und als mein Rausch wieder ein wenig abklang, fragte ich mich ernsthaft, ob es Mütter gibt, die ihren Kindern diese Scheiße zumuten. An Mütter: DAS IST NUR ALKOHOL! Gebt euren Kindern das nicht!

Fazit

Es gibt keine Hilfe. Akzeptiert das. Ich hab es auch akzeptiert. Es gibt allerhöchstens Kleinigkeiten, die einem vorgaukeln, dass irgendwas besser werden würde, aber in Wahrheit ist das nicht der Fall. Wenn man wirklich mal krank wird, ist man am Arsch und muss es ausstehen. Ich hatte immerhin Zeit zum Lesen.

Das Lied der Dunkelheit” von Peter V. Brett ist ganz nett, wenn man vom Schreibstil absieht, der fürn Arsch ist. Sorry, Peter. Das ist ein wenig schade, weil die Story an sich wirklich interessant ist, der Plot dynamisch und mitreißend aufgebaut ist und die Figuren schön ausgearbeitet sind. Leider scheint der Wortschatz des Guten – oder in dem Fall vielleicht auch nur der Wortschatz des Übersetzers – auf einige wenige Worte beschränkt zu sein, die sich immer und immer wiederholen. Trotzdem werd ich den zweiten Teil auch noch lesen, obwohl der – soweit ich es auf Amazon las – aus einer anderen Perspektive geschrieben ist und SOWAS kann ich ja schon mal gar nicht leiden. Was also eine Kaufempfehlung angeht: Eher nein. Wenns da bei irgendwem zufällig rumliegt, kann mans mal lesen, kaufen würd ich es aber nicht noch einmal.

Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort” von Jostein Gaarder war eine herbe Enttäuschung. Ich hab erst die ersten 60 Seiten geschafft und bin .. ja .. enttäuscht. Ich hatte mir wesentlich mehr erhofft, glaube allerdings, dass es nicht an Gaarder liegt, sondern an mir. Ich denke, ich bin seinem kindischen Philosophiegewäsch entwachsen, weil ich mich – studiumsbedingt – zu oft ernsthaft mit philosophischen Ansätzen befassen musste, als dass ich diese Ansätze, umgewandelt in Pseudekindersprache, noch gut finden könnte. Hinzu kommt die erschreckende Erkenntnis, die mich bei vielen Autoren nach einigen Büchern ereilte: Kennt man ein Buch, kennt man alle. Sofies Welt unterscheidet sich nicht groß vom Kartengeheimnis, beide wiederum nicht sehr von dem jetzigen Buch .. Es ist fast so schlimm wie bei Dan Brown, der einfach nur Setting und Namen der Figuren ändert, um immer und immer wieder dieselben Geschichten damit zu schreiben. Schämt euch.

Elf Arten der Einsamkeit” von Richard Yates war allerdings .. der erwartete Lichtblick, ja. Ich dachte mir, es sei mal wieder an der Zeit, einen neuen Autoren auszuprobieren, weil meine Stammautoren einfach nicht schnell genug neue Bücher schreiben bzw. ich zu schnell zu viel lese. Elf Kurzgeschichten, die sich alle mit ihrer jeweils eigenen Art der Einsamkeit in Mitten der Gesellschaft befassen und .. sein Schreibstil macht einfach Spaß. Traurigschön, nicht kitschig, kurz und prägnant .. Genau das, was ich mir erhofft hatte, um am Ende mit einem zufriedenen “Ich muss mehr von ihm lesen” aus dem Buch herauszusteigen.

Meg Finn und die Liste der vier Wünsche” von Eoin Colfer begleitet mich momentan jeden Abend in den Schlaf. Der Autor dürfte bekannt sein – nicht nur für seine Artemisbücher, auch für seinen Versuch, eine Fortsetzung der Reihe von Douglas Adams zu schreiben – und eigentlich wollte ich aus genau dem Grund gar nichts mehr von ihm lesen, weil seine Fortsetzung zwar oke war, aber .. eben nur oke. Er ist kein Douglas Adams und auch, wenn er betonte, dass das gar nicht sein Bestreben sei, versuchte er sich eben doch daran und scheiterte – in meinen Augen – ganz kläglich. So wie vermutlich jeder, der diesen Versuch gewagt hätte. Sein Buch über Meg Finn ist allerdings dann doch tatsächlich eine Leseempfehlung wert. Sehr amüsant geschrieben, spannend und mitreißend und so gut, dass ich wirklich nur abends vorm Einschlafen reinlese, weil ich mich jetzt schon vor dem Moment fürchte, wenn es zu Ende sein wird.

So. Das wars. Ich leg mich jetzt wieder hin und esse Obst. Aber nicht mehr lange, ich schmeck nämlich schon wieder ein wenig was.


  1. Ohne scheiß, wie schlecht “Durch einen Spiegel…” einfach nur ist. Also, wenn es für Erwachsene geschrieben wurde. Für Kinder ist es toll. Dachte bis grade ernsthaft, dass es ein Kinderbuch ist. Ist es nicht? Ich bin verwirrt.

    Gute Besserung!

  2. Puh, ich weiß es gar nicht. Ist es ein Kinderbuch? Ich hab mich auch bei Sofies Welt immer gefragt, ob es ein Kinderbuch ist .. Aber vielleicht ist das wie mit Bugs Bunny: Aufn ersten Blick für Kinder, aufn weiten Blick dann aber gar nicht :D

  3. Ich halte viel von Naturmittelchen. :) Mach dir mal ein bisschen Rum heiß. Ich weiß nich ob das wirklich was bringt, aber ich hab das imemr gemacht und konnte auf jedenfall besser schlafen. :P

  4. Gute Besserung!

    Schlafen hilft am besten. Und einfach viel Ausruhen!! Hoffe du bist bald wieder gesund.

  5. Hmm, ich glaube, Tee bringt vor allem deshalb was (oder sollte), weil er warm ist. Aber im Prinzip hast du Recht, das wichtige daran ist, dass man unglaublich viel trinkt, und das was ist dabei so viel weniger wichtig als das wieviel, dass man das mit dem Tee auch lassen kann (es sei denn natürlich man trinkt eh gerne Tee).

    Und ja… Wick Medi Nait ist n Kracher. Wieviel hast du denn davon getrunken? Ein so’n Becher von dem der da immer bei war als wir das noch im Haushalt hatten dürfte ja schon reinhauen… :D

    Aber die Buchtipps sind eh das Beste. Da hat man wenigstens ne Chance an was anderes zu denken als Fieber, Pfeifen und Medikamente. :)

    Gute Besserung weiterhin!

  6. @Sumi: Ich mag Meditonsin und Korodin. Bei mir bringt das auch durchaus was. Aber ich glaub, wenn ich so richtig, richtig, richtig krank werden würde, würde ich trotzdem ein Antibiotikum vorziehen. Meistens. :D

    @Silke: Ich kann nicht mehr schlafen xD Viel zu viel in den letzten Tagen. Aber ich bin auf dem Weg der Besserung :>

    @Konzertheld: Ich trink gerne Tee. Total. Aber nicht diese typischen Erkältungstees :D

    Also auf der Packung stand 30ml in diesen Becher .. Aber ich roch dran (als ich noch was riechen konnte) und äh entschied mich für 15ml :D Allein das hat mich schon weggehauen, ja.

  7. Warmes Bier und heißer Badewanne. Der Rest ist alles Humbuk

  8. da hast du dich ja richtig mit Medikamenten vollgestopft. ;)

  9. @Babel: Ja. Reib mir noch unter die Nase, dass ich keine Badewanne habe. <.<

    @Verena: Ja, für meine Verhältnisse total. Weil ich bald Klausuren schreib und dringend lernen muss :D Eigentlich steh ich nicht so auf Medikamente. Sind auch viel zu teuer xD

  10. Ich mach miiit!
    Anstatt Aspirin nehm ich Grippostad und anstatt Wick Medi Nait hab ich Wick VapoRub.
    Inzwischen ist es besser geworden.
    Mir hilft nur dieser Husten und Bronchialtee und der ist mit Fenchel und Kamille und schmeckt eigentlich nicht sooo schlecht. Also man kanns trinken ohne sich die Nase zu halten zu müssen.