Ich denke, die meisten von euch glauben, dass ich hier nur Artikel über mein Privatleben veröffentliche und irgendwie ist das auch so, andererseits aber auch nicht – denn gehört es wirklich noch zu meinem Privatleben, wenn ich euch Geschichten aus meiner Kindheit erzähle? Es ist selten etwas aktuelles dabei und das ist auch gut so, weil .. das ist mein Leben. Mein jetziges ganz eigenes Leben, dass ich nur selten vor aller Augen ausbreiten will/kann, weil zu viele Menschen involviert sind, denen es vielleicht nicht recht wäre, dass ich sie erwähne.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass sich Menschen sehr oft angesprochen fühlen – auch dann, wenn man nur ganz unverbindlich irgendetwas schreibt, was einem grad so durch den Kopf geht, aber keinen direkten Bezug zu irgendwelchen Personen oder aktuellen Lebenssituationen hat. Im Moment mach ich mir beispielsweise Gedanken zum Thema „Beziehung“ und ich weiß, dass diejenigen von euch, die wissen, dass ich mit Chris zusammen bin, jetzt direkt den Atem anhalten und sich denken „Oh Gott, trennen die sich etwa“ oder „Oh, die haben Beziehungsprobleme“ – um dem vorzubeugen also erstmal vorne weg: Bei Chris und mir ist alles in bester Ordnung. Wir ziehen noch diesen Monat zusammen und ganz ehrlich: Wenn nicht alles in Ordnung wäre, wären wir wohl kaum so dumm, so einen Schritt zu tun, nicht wahr?
Worüber ich mir Gedanken mache, ist die Ewigkeit, die Endgültigkeit von Beziehungen. Die Einschränkungen, die damit einhergehen. Die Kompromisse, die man eingehen muss. Eine meiner besten Freundinnen feiert in 6 Tagen ihre Verlobung. Ihr Freund ist göttlich. Ich glaube, sie ist das einzige Paar, das ich kenne, von dem ich sagen kann, dass eine Verlobung in dem Alter keine dumme Idee sondern völlig logisch ist. Sie werden sich niemals trennen. Ich weiß, dass man solche Sätze schnell mal so daher sagt, aber .. Glaubt mir: Niemals trennen die sich.
Gestern sprach ich mit ihr darüber, ob es ihr nicht Angst macht, dass sie ihr restliches Leben mit ihm verbringen wird. Dass sie nur noch mit ihm Sex haben und in 60 Jahren noch immer neben ihm aufwachen wird. Und mit einer Selbstverständlichkeit, die man nur bewundern kann, sagte sie, dass ihr das gar keine Angst macht. Seitdem beschäftigt mich der Gedanke irgendwie.
Könnt ihr euch vorstellen, mit eurem Partner für immer zusammen zu bleiben? Ein Leben mit ihm zu verbringen? Niemals wieder jemand anderen anziehend zu finden? Wenn ich diese Fragen für den Moment beantworten müsste, wäre die Antwort auf alle ein klares „Ja“. Aber sobald ich an diesen Faktor der Ewigkeit denke, der diesen Fragen innewohnt, ist es eher ein „Ich weiß nicht.“ – Denn wie soll ich jetzt, mit gerade mal 23 Jahren, eine Frage für die Ewigkeit beantworten? Wäre es nicht total unrealistisch, wenn ich sagen würde: „Ja, klar, wir sind in 60 Jahren noch immer zusammen.“? Ich weiß doch gar nicht, was in der Zeit alles passiert/nicht passiert. Und wenn ich mir beispielsweise mal meine Freundschaften der letzten Jahre angucke, gibt es nur eine einzige, die die Zeit überdauert hat und von der ich sicher bin, dass sie nicht “einfach zu Ende geht”. Alle anderen verliefen sich nach einer Weile, weil man andere Abschnitte in seinem Leben erreichte.
Ach. Ich weiß auch nicht. Was denkt ihr?
[...] Gewünscht: Mehr Zeit Gekauft: ——– Geklickt: Den Artikel Beziehungen bei [...]
Ui ui….wildes Thema.
Als erstes würde ich sagen: “Sag niemals nie” bzw. “Sag niemals für immer”. Du hast ganz recht damit, dass du deine Jugend hier mit anbringst. In dem Alter sieht man viele Dinge anders, hat generell mehr Hoffnung für sich und sein Leben, ist optimistischer, dass man Probleme gemeinsam meistert etc.
Ich will nicht sagen, dass das enden wird, aber es wird sich mit deinem Leben vielleicht verändern. Du wirst eventuell Dinge erleben, die dich bisherige Werte neu überdenken lassen, die dir andere Reaktionen abverlangen, als du sie heute geben würdest.
Leben ist Veränderung, grad gestern hab ich es noch im Twitter geschrieben. Viele Veränderungen können weh tun, andere bewirken nur Gutes. Aber so oder so – ihr entwickelt euch einzeln weiter. Die Frage ist, ob ihr mit euren persönlichen Entwicklungen beieinander bleiben könnt oder nicht.
Man kann hier sicher noch viel mehr sagen, aber das würde zu elend langen Texten führen. :-)
Ich wünsche euch beiden alles Glück. Und ich freu mich für euch, weil ich noch weiß, wie das bei mir war. Es war spannend… :-)
Nichts hält ewig, aber manches ein ganzes Leben. Niemand weiß was morgen vllt. kommt oder ebend doch ausbleibt, weils dann doch zu unwahrscheinlich war. Sowas kann man nur für die Gegenwart entscheiden. Und wenn es sich dann richtig anfühlt dann ist es richtig.
Die ganzen Hätte, Wäre, Wenns kann man nicht planen, die machen sowieso was sie wollen.
Ach Du gutes Herz, Du!
Von da wo ich stehe [35 und just ein Beziehung hinter mit, die fast ein Jahrzehnt gehalten hat] kann ich sagen: Mir geht es genau anders herum.
Ich kann mir kaum noch vorstellen, eine Beziehung anzufangen, die nicht hält bis das der Tod und so. Klar. Das weiß man ja am Anfang nicht. Und klar. Sich einfach mal so verknallen ist wunderbar und Gedanken wie “Passen wir auch noch in 60 Jahren zusammen?” da latürnich fehl am Platz werden ohenhin vom Adrenalinspiegel hinfortgefegt.
Aber am Ende des Tages … gibt es nichts wertvolleres als neben ihr einzuschlafen und zu wissen, dass sie morgen noch da ist, wenn ich aufwache.
Ach, ich weiß, was du meinst. Aber ich glaube auch, dass es genau das ist, was zum Erwachsen werden dazu gehört. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, ob irgendwas lange hält – oder eben nicht. Die Zeit bringt, was sie bringt. Und es ist alles unvorhersehbar.
Über die Sache mit einer Beziehung mache ich mir persönlich keine Gedanken, was allerdings vielleicht auch einfach daran liegt, dass es da momentan keinen Partner gibt. Aber wenn man so Paare im Bekannten-/Freundeskreis beobachtet, macht man sich da auch irgendwie Gedanken. Bei einer meiner besten Freundinnen glaube ich, dass es wirklich ganz lange halten kann. Vielleicht liegt’s daran, dass ihr Freund fast 12 Jahre älter ist als sie und die beiden trotz dieses krassen Altersunterschieds schon drei Jahre zusammen sind. Sie dafür auch – zumindest in meinen Augen – einiges an ihrer Jugend aufgegeben hat, weil sie viel mit ihm und seinen Freunden macht, die sich schon eher für Familienplanung interessieren als Leute, die – wie wir selbst – nicht einmal die 20 erreicht haben.
Was mir Sorgen macht, ist eher die Sache mit den Freundschaften. Klar, nichts ist für immer. Ist mir durchaus bewusst, aber wenn man kurz vor’m Abi steht und die Gewissheit hat, dass in einem knappen halben Jahr unsere Wege auseinander gehen werden – da wirft sich schon die Frage auf, wie lange die Freundschaften halten oder welche überhaupt das Potential haben, zu halten? Weil sich viele Freundschaften unterscheiden. Die einen sind oberflächlicher, die anderen eben tiefer – das ist einem vielleicht nur augenblicklich nicht bewusst. Aber ich glaube, das Bewusstsein kommt dann mit dem Abschied.
Vielleicht ist es naiv mit 19 Jahren sowas zu sagen; ich weiß es nicht. Aber ich denke, man sollte sich erst einmal auf’s Jetzt konzentrieren. Ich finde, man kann nicht weit im Voraus planen. Oder ich persönlich nicht. Was heute in 10 Jahren sein wird – keine Ahnung. 10 Jahre sind mehr als die Hälfte meines Lebens – und in solchen Dimensionen kann ich heute noch nicht denken.
Ich kann mir schon vorstellen für immer mit Chris zusamemn zu sein. Wissen kann man es aber logischer weise nie. Ich habe mich in dem Jahr in bevor ich mit Chris zusammen kam reichlich ausgetobt und mir die “hörner abgestoßen”. Also die gehtaf das ich das Gefühl habe etwas zu verpassen ist schon mal gering. Wie das bei ihm ist kann ich natürlich nicht sagen. Also kann ich nur sagen “gerne für immer” aber “keine ahnung” ^^
wie lange seid ihr eigentlich schon zusammen? Ich schätze mal, schon ziemlich lange, oder? kommt mir zumindest so vor. :)
Bei meinem Ex dachte ich auch, wir bleiben zusammen. Gegen Ende aber habe ich gemerkt, dass es besser ist, nicht ewig zusammen zu sein. Als er Schluss gemacht hat, war ich natürlich traurig und alles, aber irgendwann kam mir der Gedanke: “Gut so! Es hätte eh nicht geklappt!” Mit meinem jetzigen Freund bin ich fast 7 Monate zusammen. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, ihn schon ewig zu kennen. Ich konnte mich ihm anvertrauen, ihm alles sagen. So ist es auch jetzt noch. Ich glaube, bisher habe ich mit noch niemandem so offen geredet. Sei es über Sex oder über mich, ihn. Wir reden über alles, was uns bedrückt. Er ist immer für mich da, was ich von meinem Ex absolut nicht kannte. Wir wohnen praktisch schon zusammen. Seit Monaten bin ich jedes Wochenende bei ihm. Unter der Woche schlafe ich einmal bei ihm und gehe von ihm aus zur Arbeit. Ich erledige Aufgaben im Haushalt. Wir kochen gemeinsam. Er sagt auch “Wir haben noch Mehl.. oder Zucker oder. was auch immer”. Nicht “Ich..”. Wir. :)
Jetzt muss ich mich mal um ihn kümmern. Er tanzt hier schin, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen :D
Also ich finde den Gedanken schön, mit jemandem, den man sehr liebt, bis ans Ende seines Lebens zusammen zu sein. Hoffe, ich erlebe das auch mal noch. Hatte bei meiner letzten Beziehung (ist jetzt 2 Monate her) auch das gefühl, dass es ewig halten würde. Aber man sieht ja, wie es sich entwickelt hat :( Aber ich gebe den Glauben noch nicht auf!
@Rooby: Ja, genau das denk ich mir immer. “Sag niemals für immer”/”Sag niemals nie.” .. Eigentlich hasse ich solche .. Phrasen. Aber in dem Fall sind das einfach die besten Aussagen dazu.
@pulegon: Ach, ich leb so oft im Hätte, Wäre, Wenn Land. >.<
@ben_: Das find ich .. schlimm? Schlimm ist nicht das richtige Wort, ich weiß. Aber ich würde – wäre ich Single – nicht in der Lage dazu sein, eine Beziehung anzufangen, wenn ich im Kopf genau weiß, dass ich “etwas für die Ewigkeit” suche. Dann würde ich einfach bei allen direkt überlegen, ob sich das lohnt und .. kann man das wirklich immer direkt sagen?
@Julia: Irgendwann hab ich aufgehört, mir über Altersunterschiede Gedanken zu machen. Als ich noch ne 1 an erster Stelle im Alter hatte, wars undenkbar, dass jemand mehr als ein paar Jährchen älter ist, aber inzwischen .. Es ist, wie es ist :D
Ja. Ich weiß, was du meinst. Ich hab von den Leuten, mit denen ich meinen Abschluss machte, nur noch einen in meinem Leben. Wir schreiben oder telefonieren ab und zu mal – nicht oft, eher selten – aber ich denke, wenn was wäre, wäre er für mich da. Zu den anderen hab ich keinen Kontakt mehr und irgendwie .. stört es mich nicht. Hört sich das jetzt zu hart an? Es ist seltsam, weißt du. Für mich fing mit der Uni ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Ausziehen, fremde Stadt, fremde Menschen, alles neu. Ich hab gar nicht erst versucht, den Kontakt zu halten, weil es einfach nicht gepasst hätte. Ich vermisse auch (inzwischen) niemanden mehr und ich weiß, dass die Leute, mit denen ich jetzt zur Uni gehe, größtenteils aus meinem Leben verschwinden, sobald wir alle unsere Abschlüsse haben. Das ist irgendwie oke, weil sie .. Phasenfreunde sind. Sie sind in derselben Phase wie ich und wenns vorbei ist, kommen neue. Neue Phasen und neue Freunde.
@Sumi: Ja. Das unterschreib ich so, denk ich. Gerne für immer, aber keine Ahnung :D
@Verena: Wir sind seit fast 17 Monaten zusammen. Ich weiß nicht .. Ist das lang? :D Es fühlt sich nicht lang an. Weil sich alles .. frisch anfühlt? Schwer zu beschreiben. Das mit der Offenheit im Gespräch ist mir auch irre wichtig, ja. Wenn ich mich Chris nicht anvertrauen könnte, müsst ich mir dringend nen neuen Freund suchen. Ich kann auch Beziehungen nicht wirklich nachvollziehen, wo die Leute sich nicht alles anvertrauen können :D
@Daniel: Den Glauben sollte man sowieso nie aufgeben! Außer vielleicht den Hollywooddisneybeziehungsglauben. Obwohl ich es immer genossen hab, an Dinge wie Pretty Woman usw. zu glauben :D
Aber ist die Erkenntnis der Antwort tatsächlich so schlimm?
Sicher wirst du mit vielen Freunden irgendwann mal keinen Kontakt mehr haben, aber das entwickelt sich ja in der Regel aus der Beziehung heraus, weil man sich weiterentwickelt, sich nichts mehr zusagen hat…
Aber schmälert es die gemeinsame schöne Zeit? Macht es das unmöglich sich vielleicht irgendwann wieder zu treffen und sich wieder näher zu kommen? Schmälert es eine Freundschaft und die ganzen Erfahrungen nicht viel mehr, wenn man krampfhaft versucht schöne erlebte Momente zu wiederholen? Was man nicht nur nicht schafft sondern, so hab ich zumindest manchmal das Gefühl, das erlebte auch relativiert?
Und hängt diese Angst vor Monotonie (des Alltags) (immer nur mit einer Person Sex, immer neben der Person aufwachen, immer ihre Marotten am Essenstisch ertragen, und dass sie keine leeren Klopapierrollen wegwirft sondern stapelt) nicht auch maßgeblich davon ab, was man aus einer Beziehung macht und wie man sie gestaltet? Das man durchaus in getrennten Haushalten wohnen kann, dass es die Option von offenen Beziehungen gibt, das man davon vollkommen losgelöst natürlich auch andere Menschen anziehend findet und sich wahrscheinlich auch hin und wieder verliebt. Aber das schmälert doch in gar keiner Weise das Gefühl das man dem anderen entgegenbringt?
Warum nicht das was man hat als das was man hat genießen? Warum Gedanken darüber machen und sich belasten, dass man irgendwann vlt. keine Beziehung mehr zum Partner oder Freunden haben möchte, wenn es das vollkommen „okaye“ Bedürfnis ist, genauso wie man gerade das Bedürfnis hat Gedanken und Momente und das Leben mit Ihnen zu teilen- und zwar freiwillig, weil man diese Personen schätzt. Was spricht dagegen das Schöne als etwas gewesenes zu akzeptieren, anstatt aus Gewohnheit oder Pflichtbewustsein an etwas festzuhalten…?