Ich dachte, wir beschäftigen uns heute mal mit Dingen, die man nicht versteht. Also ich meine jetzt nicht so etwas wie die Israel-Palästina-Sache – die ich btw wirklich nie verstehen werde – oder schwarzen Löchern – die bestimmt irgendwie mit Zahlen und rechnen zu tun haben – sondern von ganz alltäglichen Dingen, die einfach unverständlich sind.
(Via)
Beispielsweise verstehe ich nicht, wieso ich nicht für Klausuren lernen bzw. mir die Sachen nicht merken kann, ganz gleich, wie oft ich mir das Ganze durchlese. Und ich verstehe nicht, wieso ich immer gefühlte Jahre brauche, um den Kern gewisser Diskussionen zu erkennen, obwohl der doch so offensichtlich vor jedermanns Nase herum tanzt. Ich verstehe nicht, wieso gewisse Leute lieber schweigen, als einfach zu sagen, was Sache ist. Ich verstehe nicht, warum man Spiele spielen sollte, wenn es doch viel einfacher ist, ehrlich zu sein und Missverständnissen – beiderseits – aus dem Weg zu gehen. Ich verstehe nicht, wieso ich die zwei Bücher aus der Bibliothek nicht verlängern darf und wieso die Bibliothek wiederum nicht versteht, dass ich dann die Ausleihzeit leider überziehen muss, weil ich die Dinger halt wirklich noch brauche. Ich verstehe nicht, wieso ich mich viel zu oft nicht aufraffen kann, obwohl alles viel einfacher wäre, wenn ich es sofort erledigte, statt darauf zu warten, dass es problematisch genug wird, um erledigt werden zu müssen. Ich verstehe nicht, wie immer wieder so gute Bücher rauskommen können, (meistens) ohne, dass ich als Leser das Gefühl habe, etwas zu lesen, was schon tausendmal geschrieben wurde. Gleichzeitig versteh ich dann aber auch nicht, wieso ich bei allem, was ich schreibe, genau dieses schon tausendmal geschrieben Gefühl habe. Ich verstehe auch nicht, wieso Leute etwas tun bzw. eben nicht tun oder warum ich erwarte, dass sie etwas tun und dann umso enttäuschter bin, wenn es nicht geschieht. Ich verstehe nicht, wieso ich nicht erkenne, dass in fast allen Fällen ich diejenige bin, die Schuld daran ist, dass ich verletzt bin und nicht die anderen, auf die ich deswegen erst mal sauer bin.
Und ich verstehe nicht, wie sich alles zugleich so sinnlos und sinnvoll anfühlen kann, sodass man am Ende gar nicht mehr weiß, was von beidem es denn nun ist.

Aber eigentlich versteh ich das Ganze wohl, will nur gar nicht darüber nachdenken.
[ich finde [nur], daß das ein gar wunderschönes foto ist :).]