Letztens lag ich im Bett und konnte nicht einschlafen. Das ist vermutlich insofern nichts ungewöhnliches, als dass Redbull inzwischen zu meinen Hauptnahrungsmitteln gehört, ich das Zeug einfach nicht vertrage und im Gegensatz zu den meisten Menschen stundenlang wach und aufgedreht bin. Wenn es allerdings etwas gibt, was ich nicht leiden kann, dann ist es, wenn ich nicht einschlafen kann. Das war eigentlich schon immer so, wobei es früher – als ich noch zur Schule ging – noch anstrengender war, weil ich ständig auf die Uhr guckte und mir ausrechnete, wie viel Zeit mir noch bis zum Aufstehen bleiben würde. Das muss ich heute nicht mehr tun, weil ich – zumindest theoretisch – aufstehen kann, wann ich lustig bin. Meistens bin ich zwar trotzdem zwischen 9 und 10 wach, das ändert aber nichts daran, dass ich zumindest die Gewissheit habe, bis 15 Uhr schlafen zu können – wenn ich denn wollte. Will ich aber nicht, weil ich den Morgen mag. Vor allem, weil die meisten meiner Freunde bis 11 oder 12 schlafen, sodass mir die Morgenstunden ganz allein gehören. Keiner, der will, dass ich etwas korrekturlese, diesen oder jenen YouTube Link anklicke, ans Telefon gehe, oder, oder, oder.
Auf jeden Fall lag ich wach und fragte mich, was andere Menschen wohl tun, wenn sie wach im Bett liegen und einfach nicht einschlafen können, bis mir einfiel, dass eine Freundin immer Hörbücher hört. Oke, dachte ich mir, ich kann Hörbücher zwar nicht leiden, aber immerhin ist es angenehmer, als wach im Bett zu liegen und sich dessen bewusst zu sein. Smartphone sei Dank ist es ja auch inzwischen kein Problem mehr, mitten in der Nacht von irgendwo ein Hörbuch herzukriegen und das sofort anhören zu können. Ich entschied mich für „A Long Way Down“ von Nick Hornby, weil ich das Buch kenne und liebe. Untypischerweise nahm ich es auf Deutsch, statt auf Englisch, obwohl ich Hornby auf Deutsch nicht gerade gut finde. Ich find ja aber auch Hörbücher nicht gerade gut – dachte ich und wurde prompt eines Besseren belehrt.
Ich will hier jetzt nicht groß auf den Inhalt eingehen, nur so viel: Vier fremde Menschen treffen sich auf dem Dach eines Hochhauses, alle wollen sie springen und ihr Leben beenden und keiner von ihnen tut es. Was nun das Technische betrifft: Schon im Buch ist jedes Kapitel aus jeweils der Perspektive eines Protagonisten geschrieben. Im Hörbuch wurde das mit verschiedenen Sprechern umgesetzt, die alle ausgesprochen gut zu den Figuren passten. Eigentlich stehe ich solchen Dingen immer skeptisch gegenüber, weil ich mir beim Lesen mein eigenes Bild mache und das gerade durch solche Dinge oder Filme zerstört werden kann – in dem Fall aber nicht. Also falls ihr ein gutes Hörbuch hören wollt, empfehle ich ganz stark „A Long Way Down“ von Nick Hornby und ganz eventuell bin ich jetzt auf den Geschmack gekommen und werde mir noch andere Hörbücher anhören. Irgendwelche Empfehlungen? Ich hörte mal in „Guards! Guards!“ von Pratchett rein, aber, obwohl der englische Sprecher einen ganz wundervollen britischen Akzent hat, ist es kein Hörbuch, das ich zum Einschlafen hören würde.
Vielleicht “Die Leber wächst mit ihren aufgaben” von Eckart von Hirschhausen? Er liest selber, es sind kurzgeschichten, und ich finde sie ganz herrlich – allerdings schlafe ich auch rasend schnell ein und habe tatsächlich eine woche lang vielleicht noch den dritten Satz des ersten textes mitbekommen und schlief dann.
Oder wie wäre es mit dem Herrn der Ringe? Er ist ewig lang, aber bestimmt schön; ich bin nur leider kein hörbuchmensch und kam beim herrn der ringe bis zu den elben – mit viel mühe und “bloß nicht bequem hinlegen”.
Falls dir Hörspiele gefallen vielleicht “the hunger games”? (zu deutsch die Tribute von Panem). ich war von dem Buch sehr überrascht und überlege immernoch an dem Hörbuch, einfach weil die sprecherin alle charaktere anders spricht und es eben ein bisschen hörspielmäßig ist.
Oder, da ich ja weiß, dass du sie magst: …Bartimäus? Ich hab noch nicht reingehört, aber vielleicht kannst du dabei ja gut einschlafen? =D
Ich liebe ja Hörbücher aber leider schaffe ich es nie die zu Ende zu bringen. Ich penn immer schnell ein. Das wäre mal was für den iPod. Der sollte schnallen wann man wegnickt und dann automatisch das abspielen stoppen, damit man am nächsten Tag wenigstens weis wo es weitergeht ;)
Ich als ausgewiesener Hörspiel Fan höre zwar nicht so oft Hörbücher, aber Hörspiele wiederum sehr gerne. Die Atmosphäre finde ich dichter, Geräusche, verschiedene Sprecher. genial.
Hör Dir mal folgendes an:
Plan B von Ivar Leon Menger. Link
Gabriel Burns Folge 1 (und weitere, wenn Du auf den Geschmack gekommen bist) ACHTUNG: Höchste Suchtgefahr. Link
Magst Du Fantasy? Drizzt ist genial.
Es gibt so viel, aber die beiden ersen sollten Dich erstmal auf den Geschmack bringen.
Hörbücher, hammerding! Auch die deutschen Hörbücher von Terry Pratchett, gesprochen von Boris Alinovic sind der Hammer! Ebenso alle Bücher von Walter Moers, gesprochen von Dirk Bach / Andreas Fröhlich. Und worauf ich in letzter zeit abfahre: Stephen King Bücher gesprochen von David Nathan.
Ich bin gar kein so großer Hörbuch-Fan. Da können mir unpassende Stimmen die Geschichte versauen, das habe ich bei Büchern nicht. Aber ich mag Hörspiele und höre gerne die ??? in der Badewanne. Und wieder ein intimes Detail in dieses Internet geschrieben.