„Ich mach das schon. Ich erledige das.“ – Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in letzter Zeit gehört habe – aus meinem eigenen Mund – und wie noch viel mehr oft ich dann Tage später da saß und mir dachte „Fuck, Moment, da war doch was.“
Ja, da war doch was. Es ist nicht so, dass die Dinge, um die ich mich zur Zeit kümmern müsste, sonderlich schwer sind. Teilweise sind sie zeitaufwendig – Essays und Hausarbeiten schreiben sich halt dann doch nicht von alleine – oder erfordern Kreativität, die ich zur Zeit nicht aufbringe. Aber sie sind nicht schwierig. Es sind keine Sachen, vor denen man haareraufend sitzt und sich fragt, wie man das nur hinkriegen soll.
Was mir fehlt, ist eine Struktur. Ein Ordnungssystem. Überhaupt irgendein System. Das war schon immer so und während es mich früher nie behinderte, dass mir da diese winzige Ordnung fehlt, wird es heute zu kleinen Tretminen, die ich mir geschickt selbst vor die Füße lege – genau an die Orte, die ich zwangsläufig beschreiten muss, sodass die Minen hochgehen und mich zerfetzt zurück lassen.
Irgendwann dachte ich mir, dass es mir sicher helfen würde, wenn ich einen Zettel mit Dingen schreiben würde, die ich erledigen muss. Ich verlor den Zettel. Dann überlegte ich, dass ich ja schließlich nicht umsonst ein Internetkind bin, also lud ich mir eine wundervolle kleine To-Do-List App aufs iPhone, füllte sie aus und öffnete die App danach nie wieder. Oke, dachte ich mir, dann halt anders – ich installierte ein kleines Programm auf meinem Laptop, mit dem man sich Post-Its auf den Desktop kleben kann. Leider Gottes hat das Programm die eingebaute Funktion, die Listen einzuklappen, dass nur noch ein bunter Balken zu sehen ist, auf dem „To-Do-List“ steht. Damit hatte sich dann auch das erledigt, weil ich vergaß, die Liste wieder aufzuklappen.
Aber, und hier kommen wir zum einzig Positiven – als ich Monate später dann doch mal daran dachte, die Liste aufzuklappen, konnte ich alle darauf stehenden Punkte abhaken, weil ich sie – irgendwie und ohne es groß zu merken – dann doch abgearbeitet hatte.
Und was lernen wir daraus?
Ich habe meine To-Do-Liste als Notiz, E-Mail oder im Kalender aufm iPhone gespeichert (je nach Dringlichkeit) und das reicht mir vollkommen aus. Es ist ja nur eine Erinnerung. Was erledigt werden MUSS, wird erledigt. :D