Alles fühlt sich nach Zwischenstation an. Als würde ich von Warteplatz zu Warteplatz springen, ständig ein Ziel vor Augen, von dem ich nicht einmal weiß, ob ich es erreichen kann, mir zugleich aber sicher bin, dass mich nichts anderes zufrieden stellen wird. Ich hab meine Ziele niemals niedrig angesetzt. Im Gegenteil. Ich setzte sie so hoch, dass es fast schon unmöglich war, sie zu erreichen und mehr Glück als Können, wenn es dann mal klappte. Ich fordere zu viel von mir. Ich erwarte zu viel und kann zu wenig. Nicht, dass ich nichts könnte. Ich kann durchaus ein paar Dinge. Aber nicht alle. Und schon gar nicht perfekt. Trotzdem rechne ich das nie mit ein, wenn ich mir Ziele setze.
Immer, wenn ich in meinem Leben an eine Kreuzung komme, werden die Karten neu geordnet. Was will ich noch? Was will ich nicht mehr? Nach meinem Fachabitur entschloss ich mich dazu, zu studieren. Jetzt, nach meinem Bachelor, entschloss ich mich dazu, weiter zu studieren und den Master zu machen. Aber es ist keine „Ich entscheide mich für ein Studium“-Entscheidung. Ich studiere nicht gerne. Ich bin ganz gut, wenn es darum geht, schriftliche Leistungen zu erbringen. Ich schleich mich auch meistens irgendwie durch die Klausuren und verberge bei Referaten, wie unglaublich panisch ich in Wahrheit bin. Aber das ist es nicht, was ich will. Das ist nicht mein Traum, mein Ziel, mein Wunsch. Es ist bloß eine Möglichkeit, die Zeit zu überbrücken, bis .. Ja, bis was eigentlich?
Tatsächlich habe ich keine Ahnung, was ich wirklich will. Nach meinem Master werde ich versuchen, im Verlagswesen unterzukommen. Ja, Print. Bücher. Weil ich Bücher liebe und mir vorstellen kann, Jahrzehnte damit zu verbringen und zu warten. Mit Büchern wartet es sich sicherlich gut. Nur worauf ich warte, weiß ich nach wie vor nicht. Vielleicht warte ich darauf, dass Kathy und ich endlich unser Buch fertig kriegen und veröffentlichen. Vielleicht warte ich darauf, dass ich endlich reich werde. Oder im Lotto gewinne, obwohl ich selten spiele. Vielleicht warte ich auch darauf, dass ich endlich eine Möglichkeit geboten kriege, das Land zu verlassen. Auszuwandern.
Vielleicht warte ich aber auch einfach nur darauf, dass ich kapiere, dass ich auf nichts warte und nur meine Zeit vergeude, weil ich zu nichts berufen bin. Weil ich kein besonderes Schicksal habe, sondern nur eine von vielen bin, die halt einfach so ihr Leben lebt. Vielleicht warte ich darauf, zu erkennen, dass ich einfach nur ein ganz normales, langweiliges Ding bin.
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Also ich finde am Leben spannend, dass nix so kommt, wie man es plant. Für alles gibt es Phasen und Abschnitte, mal macht man das, mal was anderes. Mal länger, mal kürzer. Mal ist die Phase langweilig, mal anstrengend, mal total faszinierend und so weiter. Früher hat man einen Beruf erlernt und ist mehr oder weniger mit dieser Art Arbeit ins Grab gesprungen. Heute finde ich es wichtig, eine Ausbildung vorweisen zu können. Aber was man dann im Laufe seines Lebens macht, wird sich dann zeigen. Total interessant. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern überhaupt mal loszugehen. Wo man ankommt – wer weiss das schon? Nur nicht stehen bleiben, das ist langweilig. Aus Dir wird schon noch was werden, Frau B.A.!
Hab Dich lieb
Zukunftsängste sind was schlimmes. Ich stell mir dieser Tage auch oft solche Fragen.. und ich studiere auch nicht gerne. Aber irgendwie muss es ja gehen. Vor ein paar Jahren hab´ ich mir noch gesagt: es ist egal, wie viel Zeit du brauchst, und ob du nach zwanzig Semestern plötzlich doch siehst, dass du zum Fensterputzen berufen bist, hauptsache, du bist glücklich.Ich weiß ja, wo die Reise hingehen soll, aber ich trau mir so vieles nicht zu, finde vieles so unausgereift und je länger ich studiere, umso mehr Zweifel kommen mir.. und ich kann nichtmal sagen, wieso, weil das doch quatsch ist. Zweifel sind die einzigen Dinge, die mir derzeit in mein Süppchen spucken, die einzigen Sorgen, die ich hab, und vollkommen sinnlos.
Du bist jedenfalls nicht allein <:)