Nur kurze Gedankenfragmente, die durch meinen Kopf spuken, aber zu nichts Festem werden wollen. Mein Dad mochte Risotto. Vor ein paar Wochen kochte ich zum ersten Mal selbst eine Rinderbrühe. Würde er noch leben, könnte ich ihm welche machen. Risotto schmeckt mit selbstgemachter Brühe viel besser. Tatsächlich kommt mir jedes bisherige Risotto verschwendet vor, verglichen mit dem, was ich jetzt zustande kriege. Er würde lachen, würde ich ihm das sagen. Sobald ich ihn lang genug genervt hätte, würde er es mit meiner Rinderbrühe versuchen. Aus Höflichkeit und diesem Antrieb heraus, der Tochter eine Freude zu machen. Danach würde er ein paar Tage lang so tun, als wüsste er noch immer nicht, was ich meine, aber irgendwann würde er fragen, wann er denn das nächste Mal so eine Brühe bekommt. Ein stilles Eingeständnis, dass ich Recht gehabt hatte. Aber weil er nun einmal nicht mehr da ist, koche ich das Risotto für Chris und mich. Das ist nur nicht dasselbe.
Mein Dad fehlt mir. Noch immer. Aber ich trage es nicht mehr so nach außen. Es ist keine Trauer mehr, die man mitteilen will. Die Worte der anderen, die schon am Anfang leere Phrasen waren und nur dazu dienten, irgendwas zu sagen, um so zu tun, als würde man eine Situation verstehen, die man nicht versteht, sind noch leerer geworden. So leer, dass ich sie mir nicht mehr anhören mag. So leer, dass es immer lauter herausschreit, dass niemand was zu sagen weiß. Es gibt ja auch nichts zu sagen. Es gibt nichts, was es besser machen kann. Anderen scheint es schwer zu fallen, das zu akzeptieren.