…, um der alten Zeiten willen.

Oh Gott, was ist aus dir geworden?

Kennt ihr das: Ihr unterhaltet euch – grundlos, zufällig, ungeplant und irgendwie gestelzt – plötzlich mit einem „alten Freund“, einem Gesicht der Vergangenheit und schon nach den ersten paar Sätzen fragt ihr euch, was zum Teufel aus ihm/ihr nur geworden ist? Da ist nichts mehr, was euch verbindet. Nichts mehr, was daran erinnert, dass ihr mal wart, was ihr wart. Und obwohl euch euer Gegenüber bekannt ist, ihr sein Gesicht, seine Mimik und Gestik kennt, ist es ein Fremder. Ein Fremder, mit dem ihr nichts mehr gemein habt. Dem ihr anmerkt, dass er sich auch nicht zurück erinnern will und der deutlich macht, dass Sätze wie „Weißt du noch …“ ins Leere führen werden, weil da nichts ist, was er noch wissen will.

Wo ist der Mensch, den ich mal kannte?

Es ist seltsam, wenn ich dich so reden höre und die Grundzüge des Menschen erkenne, der mal mein Freund war, aber auch nur die. Nicht mehr. Als hätte man all das von dir herunter gezogen, was einmal war und nur das Grundgerüst zurückgelassen, auf dem von Null an neu aufgebaut wurde. Alles scheint ein bißchen verdreht, ein bißchen abgewandelt. Ein bißchen falsch und nicht passend. Als hätte jemand deine Ränder verbogen, sodass sie nicht mehr in meine passen.

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Blick zurück

18. Oktober 2011 ˙ Kategorie: Papa ˙ Kommentare: 5

Im Spiegel sehe ich Teile deines Gesichts. Ich schneide Grimassen, ziehe die Mundwinkel weiter nach unten, die Augenbrauen dichter zusammen. Solange, bis ich dich in meinen Gesichtszügen erkenne. Solange, bis ich glaube, dass deine Augen mir aus meinem Gesicht entgegen blicken und mir ein Schauer über den Rücken kriecht. Auf einmal finde ich gruselig, wieWeiterlesen →

Auf zu neuen Ufern

16. Oktober 2011 ˙ Kategorie: Alltag, Uni ˙ Kommentare: 0

Fingernägel, die auf matten Holzplatten klackern, sodass sich mir die Nackenhärchen aufstellen. Der Raum ist viel zu warm. Wieso frieren Frauen immer? Würdet ihr mehr essen, käme die Kälte nicht so tief in euch hinein. Plastikjacken knistern, vollgezogen mit Elektrizität, aufgeladen in der Enge des Busses. Fliegende Haare, zart in der Luft, kitzelnd an nackterWeiterlesen →


Ach, Geburtstage

Mein Dad mochte seinen Geburtstag nicht. Zumindest hat er immer so getan, als würde er ihn hassen. Schon Wochen vorher fing er an, uns daran zu erinnern, dass er sich nichts wünscht. Dass er auf keinen Fall will, dass wir jemanden einladen. Geschenkt haben wollte er auch nichts. Manchmal machte er Witze darüber, dass wirWeiterlesen →

iPad 2 (simyo): Fazit

So, ich durfte jetzt also etwas länger als einen Monat ein iPad 2 mit einer simyo-Karte testen und muss sagen: Ich weiß nicht, was ihr daran findet. Aber fangen wir von Vorne an: Das iPad war nie etwas, was mich so sehr reizte. Zwischendurch war da immer kurz der Gedanke, sich eins zu kaufen, aberWeiterlesen →


“Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört”

3. Oktober 2011 ˙ Kategorie: Alltag, Papa ˙ Kommentare: 5

Als ich irgendwann meine Teenager-Pubertät überwunden und wieder auf halbwegs normale Bahnen zurückgefunden hatte, gab meine Mama mir ein Buch. Groß und klobig, mit einem dieser marmorierten Einbände, von denen ich irgendwann mal wusste, wie man sie herstellt – heute aber nicht mehr. In dem Buch bin ich. Sie hat alles gesammelt, was mich betrafWeiterlesen →