Auf zu neuen Ufern

16. Oktober 2011 • Kategorie: Alltag, Uni • Kommentare: 0
Auf zu neuen Ufern

Fingernägel, die auf matten Holzplatten klackern, sodass sich mir die Nackenhärchen aufstellen. Der Raum ist viel zu warm. Wieso frieren Frauen immer? Würdet ihr mehr essen, käme die Kälte nicht so tief in euch hinein. Plastikjacken knistern, vollgezogen mit Elektrizität, aufgeladen in der Enge des Busses. Fliegende Haare, zart in der Luft, kitzelnd an nackter Haut.

Ich schweige in den Raum hinein, aber das Schweigen der anderen ist lauter. Gesagtes könnte ungesagt bleiben. Vor lauter Inhaltslosigkeit wird mir ein wenig übel. Lieber stumpf zustimmen und Nichts in Worte verpacken, als die Anstrengungen eines Widerspruchs auf sich zu nehmen. Menschen, die folgen. Reden, um der Langeweile zu entgehen und dabei merken, dass man Meinungen nicht teilt. Das Schweigen wird lauter im Außen, aber leiser im Innen.

Das Leben in diesem Abschnitt ist ruhiger. Als wären die Anstrengungen des Lebens in die vorherigen drei Jahre gepackt worden, um jetzt erleichtert und ernüchtert durchatmen zu können. Keine Hektik mehr, die antreibt. Stattdessen ruhiges Interesse und das Wissen, dass da schon was ist. Zusammengefaltet und klein liegt es unter unseren Ärschen, zusammen mit der Sicherheit, sich darauf ausruhen zu können. Der einzig gebliebene Antrieb ist der, das zwei Kissen unterm Arsch bequemer sind als eins. Mit diesem Gefühl in das Masterstudium zu starten ist neu, aber die Grenze zwischen ruhiger Sicherheit und trauriger Gleichgültigkeit ist so eng, dass ich nicht vergessen kann, dass mir beim Fallen aus einer gewissen Höhe das Steißbein bricht, wenn nur ein Kissen meinen Arsch schützt.