…, um der alten Zeiten willen.

Oh Gott, was ist aus dir geworden?

Kennt ihr das: Ihr unterhaltet euch – grundlos, zufällig, ungeplant und irgendwie gestelzt – plötzlich mit einem „alten Freund“, einem Gesicht der Vergangenheit und schon nach den ersten paar Sätzen fragt ihr euch, was zum Teufel aus ihm/ihr nur geworden ist? Da ist nichts mehr, was euch verbindet. Nichts mehr, was daran erinnert, dass ihr mal wart, was ihr wart. Und obwohl euch euer Gegenüber bekannt ist, ihr sein Gesicht, seine Mimik und Gestik kennt, ist es ein Fremder. Ein Fremder, mit dem ihr nichts mehr gemein habt. Dem ihr anmerkt, dass er sich auch nicht zurück erinnern will und der deutlich macht, dass Sätze wie „Weißt du noch …“ ins Leere führen werden, weil da nichts ist, was er noch wissen will.

Wo ist der Mensch, den ich mal kannte?

Es ist seltsam, wenn ich dich so reden höre und die Grundzüge des Menschen erkenne, der mal mein Freund war, aber auch nur die. Nicht mehr. Als hätte man all das von dir herunter gezogen, was einmal war und nur das Grundgerüst zurückgelassen, auf dem von Null an neu aufgebaut wurde. Alles scheint ein bißchen verdreht, ein bißchen abgewandelt. Ein bißchen falsch und nicht passend. Als hätte jemand deine Ränder verbogen, sodass sie nicht mehr in meine passen.

Weiterlesen →

Auf zu neuen Ufern

16. Oktober 2011 ˙ Kategorie: Alltag, Uni ˙ Kommentare: 0

Fingernägel, die auf matten Holzplatten klackern, sodass sich mir die Nackenhärchen aufstellen. Der Raum ist viel zu warm. Wieso frieren Frauen immer? Würdet ihr mehr essen, käme die Kälte nicht so tief in euch hinein. Plastikjacken knistern, vollgezogen mit Elektrizität, aufgeladen in der Enge des Busses. Fliegende Haare, zart in der Luft, kitzelnd an nackterWeiterlesen →

Ach, Geburtstage

Mein Dad mochte seinen Geburtstag nicht. Zumindest hat er immer so getan, als würde er ihn hassen. Schon Wochen vorher fing er an, uns daran zu erinnern, dass er sich nichts wünscht. Dass er auf keinen Fall will, dass wir jemanden einladen. Geschenkt haben wollte er auch nichts. Manchmal machte er Witze darüber, dass wirWeiterlesen →


“Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört”

3. Oktober 2011 ˙ Kategorie: Alltag, Papa ˙ Kommentare: 5

Als ich irgendwann meine Teenager-Pubertät überwunden und wieder auf halbwegs normale Bahnen zurückgefunden hatte, gab meine Mama mir ein Buch. Groß und klobig, mit einem dieser marmorierten Einbände, von denen ich irgendwann mal wusste, wie man sie herstellt – heute aber nicht mehr. In dem Buch bin ich. Sie hat alles gesammelt, was mich betrafWeiterlesen →

Risotto und Aufbruchstimmung

30. September 2011 ˙ Kategorie: Alltag, Papa ˙ Kommentare: 2

Nur kurze Gedankenfragmente, die durch meinen Kopf spuken, aber zu nichts Festem werden wollen. Mein Dad mochte Risotto. Vor ein paar Wochen kochte ich zum ersten Mal selbst eine Rinderbrühe. Würde er noch leben, könnte ich ihm welche machen. Risotto schmeckt mit selbstgemachter Brühe viel besser. Tatsächlich kommt mir jedes bisherige Risotto verschwendet vor, verglichenWeiterlesen →


In seinen Augen wohnt ein junger Mann

26. September 2011 ˙ Kategorie: Alltag ˙ Kommentare: 2

Da ist dieser alte Mann. Ich weiß nicht, wie er heißt und ich werde ihm für euch keinen Namen geben, weil ich weiß, dass ich seinen wahren Namen eines Tages herausfinden werde. Der alte Mann hat schütteres hellgraues Haar, wenn die Sonne auf seinen Kopf scheint, ist es fast weiß. Seine Augen sind wässrigblau. Ja,Weiterlesen →

Ich will nach Hause

10. September 2011 ˙ Kategorie: Alltag ˙ Kommentare: 3

Wird es jetzt Winter? Als ich durch den Morgen laufe und meinen Atem in der Kälte vor mir schweben sehe, ehe ich dagegen laufe und er verschwindet, glaube ich daran. An manchen Tagen ist es egal, wie viel Mühe die erwachten Vögel in ihren Morgenruf stecken. An manchen Tagen hörst du trotzdem nur dieses Klirren,Weiterlesen →