Wunschzettel

19. Dezember 2010 • Kategorie: Kindheit • Kommentare: 2

(Via)

Mit den Füßen wippend sitze ich auf dem Stuhl, der mir noch viel zu groß ist, sodass meine Beine den Boden nicht erreichen. Meine Aufregung unterdrückend beuge ich mich tief über das noch weiße Papier auf der Tischplatte vor mir und wie immer, wenn ich mich konzentriere, schleicht meine Zungenspitze sich immer weiter nach vorne, bis auch der Dümmste merkt, wie fokussiert ich bin. Die größten Teile des Prittstiftes landen an meinen kleinen Fingern, als ich die Rückseite eines Papierstückes damit einschmiere. Ich hebe es an, will es auf das weiße Blatt kleben und muss erstmal darum kämpfen, es von meinen klebrigen Fingern zu lösen. Ein Blick zur Seite zeigt mir: Bei meinem jüngeren Bruder kleben die ersten Fetzen bereits akurat nebeneinander auf dem Blatt und ich weiß, dass es bei mir am Ende nicht so aussehen wird. Wild verteilt kleben schließlich einige Fetzchen bei mir, wesentlich mehr bei ihm.

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Frau J. und der Löwe

18. Dezember 2010 ˙ Kategorie: Kindheit ˙ Kommentare: 1

(Via) Wir waren eine eigenartige Klasse. Vielleicht war es der Zufall, der mich mit meiner damaligen Clique1 zusammenführte, vielleicht war es das Schicksal, göttliche Vorsehung oder der satanische Plan irgendeines Opferkultclans. Was auch immer es war: Wir trafen aufeinander und erkannten die Andersartigkeit unserer Gegenüber an. Da war C., die stets danach drängte, die GruppeWeiterlesen →

Armee vs. Bauernhof

16. Dezember 2010 ˙ Kategorie: Kindheit ˙ Kommentare: 6

Glaubt ihr, dass Kinder sich bei ihren Spielen immer etwas denken? Wirklich immer? (Via) Ich glaube, es war in der 7. Klasse, als wir uns dazu entschieden, eine Armee zu gründen. Ich war auf einer Mädchenschule. Ich weiß also nicht, ob sowas auch passiert, wenn die Klassen gemischt sind und es ist mir auch egal,Weiterlesen →


Ein ganz normaler Tag

(Via) Ich weiß noch, wie der Herbst kam, als ich kleiner war. Der Herbst war mir immer der Liebste, ohne, dass ich hätte sagen können, woran das liegt. Heute könnte ich die zu oft genutzten Worte des Übergangs, der Melancholie und den letzten kämpfenden Blättern benutzen, um etwas zu beschreiben, was nicht beschrieben werden muss.Weiterlesen →

Eszet-Schnitten

5. August 2010 ˙ Kategorie: Kindheit ˙ Kommentare: 13

Kennt ihr dieses schmuddelige, rebellische Gefühl, dass zum ersten Mal irgendwann in der Pubertät auftritt und dafür sorgt, dass wir von da an hormonell gesteuerte Ausbrüche unseren Eltern gegenüber zeigen, die diese weder verstehen noch akzeptieren können? Dieser Gedanke in unserem Kopf: „Nein, du hast Unrecht.“ – ganz gleich, worum es überhaupt geht? Käme einWeiterlesen →


Capri Sonne

22. Juni 2010 ˙ Kategorie: Kindheit ˙ Kommentare: 9

“Zurück in die Kindheit.”, denke ich mir, fühle mich dabei ein wenig martymcflyig, weil zumindest drei von vier Worten stimmen und greife dann selbstzufrieden lächelnd nach der Capri Sonne, ehe ich mir ein wenig dämlich vorkomme und mich freue, dass um diese Uhrzeit nur schuleschwänzende Scheißblagen im Supermarkt unterwegs sind, die sich ohnehin nur fürWeiterlesen →

Lunacy, weil ich das Wort mag

22. März 2010 ˙ Kategorie: Kindheit ˙ Kommentare: 9

Eigentlich bin ich nichts. Ich will auch gar nichts sein. Ich bin zufrieden, wenn ich an meinem Fenster sitze und den Regentropfen beim Fallen zusehen darf. Diese leisen Töne, wenn die Tropfen auf das Glas treffen, die Welt darin versinkt und meine Knie an die Heizung stoßen, die aus ist. Keine Wärme, die mich empfängt,Weiterlesen →