Im Spiegel sehe ich Teile deines Gesichts. Ich schneide Grimassen, ziehe die Mundwinkel weiter nach unten, die Augenbrauen dichter zusammen. Solange, bis ich dich in meinen Gesichtszügen erkenne. Solange, bis ich glaube, dass deine Augen mir aus meinem Gesicht entgegen blicken und mir ein Schauer über den Rücken kriecht. Auf einmal finde ich gruselig, wie viel von dir in mir zurück bleibt, aber der Spiegelzauber ist gebrochen, sobald ich zaghaft lächle. So, als würdest wirklich du es sehen, doch in der Sekunde, in der meine Lippen sich bewegen, verschwindet dein Schatten aus dem Glas, deine Mimik von meiner Haut und wie immer bleibt nur ein leeres bisschen Nichts und ich.
Die Leute haben immer gesagt, dass wir einander ähneln. Und was mir früher egal war, weiß ich heute zu schätzen.