Breivik

Gibt es euch nicht zu denken, wie schnell alles geworden ist? Jede Handlung wird auf ein Minimum reduziert – warum auch mehr tun, als nötig wäre – und zwischen den einzelnen Schritten bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Gestern noch schrieb ich mich zur Uni ein, heute schon bin ich fertig mit meinem Bachelor. Gestern noch waren wir Fremde, heute sind schon einige Jahre vergangen und kaum ein Tag vergeht ohne dich.

Gestern noch lebten ca. 100 Menschen mehr, heute schon sind sie tot. Das, was in Norwegen passiert ist, nimmt mich mit. Das Sterben von Menschen nimmt mich schon immer mit – noch mehr, seitdem mein Dad tot ist und ich weiß, wie es sich anfühlt, einen Menschen zu verlieren. Und weil es mich so mit nimmt, schotte ich mich ab. Ich halte mich von Twitter fern, um nicht zu viel mitzubekommen. Ich gucke nur Nachrichten auf Sendern, von denen ich weiß, dass die News auf einige wenige Minuten beschränkt sind. Und trotzdem bekomme ich etwas mit. Vielleicht schon zu viel. Ich sah die Bilder von den Menschen, deren Gesichter voller Blut waren. Ich sah die Aufnahmen der toten Jugendlichen, die über die Insel verstreut waren. Und ich sah das Bild von Anders Behring Breivik. Ich sah es schon, bevor sicher war, dass er es gewesen ist. Bevor erste Meldungen auftauchten, dass er ein Geständnis abgelegt hat. Bevor irgendjemand sicher sein konnte. Was denken nur seine Eltern? Seine Freunde? Nachbarn? Kommilitonen? Wie verstörend muss es sich anfühlen, wenn man eines Tages den Fernseher einschaltet und einen Freund dort sieht, der gerade 100 Menschen getötet hat.

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Vom Allgemeinen und Politikern

17. September 2010 ˙ Kategorie: Politik ˙ Kommentare: 2

Irgendwie habe ich nichts zu sagen. Im Sinne von: Mir fehlen die Worte. Gestern schrieb ich diese Hausarbeit zu Ende über den Wandel der Schriftlichkeit und ich glaube, ich laberte eigentlich hauptsächlich nur rum. Ich schmiss mit großen Namen wie Luhmann, Esposito und Assmann um mich, während ich irgendwas von irgendwas erzählte und die ArbeitWeiterlesen →

Gehe ich wählen?

9. Mai 2010 ˙ Kategorie: Politik ˙ Kommentare: 15

Ich gehe heute nicht wählen. Ich gehe heute nicht wählen und ich fühle mich nicht schlecht dabei. Ich gehe heute nicht wählen, weil ich nicht daran glauben kann, dass es irgendetwas bewirkt, wenn ich wählen gehe und ich fühle mich nicht schlecht dabei, weil ich genauso wenig daran glaube, dass es irgendetwas bewirkt, wenn ichWeiterlesen →


Sinnloses Denken vs. Avatar

Wenn ich mir Gedanken mache, tu ich das nie ausführlich. Während die Denker große Reden schwingen, wichtig klingende Namen nennen und dabei wissen, was sie erzählen, weiß ich das nicht. Ich blubber lieber ahnungslos vor mich hin und ignoriere irritierte Blicke, die mir sagen wollen, dass ich Unsinn rede. Klar könnte ich auch wichtig klingendeWeiterlesen →

Weh tut’s trotzdem.

3. März 2010 ˙ Kategorie: Politik ˙ Kommentare: 3

Ich gehöre gerade (und die letzten Tage auf Dauerschleife) Cinnamon Chasers. Ich erwähne das deshalb, weil ich denke, es ist wichtig zu wissen, dass ich nicht mit Tollwutfratze vor dem Bildschirm sitze, während ich diesen assoziativ zusammengefügten Patchwork-Text niederschreibe. Anlass dafür ist der Beitrag, den Wenke gerade auf Amy&Pink gepostet hat1 und in dem derWeiterlesen →


Henio Żytomirski und das Selbstgespräch

15. Dezember 2009 ˙ Kategorie: Politik ˙ Kommentare: 0

Zeit Online berichtet heute über Facebook. Aber nicht etwa wie die meisten amerikanischen Facebook-Nutzer darüber, dass man in den Einstellungen erst auf “Privatsphäre” dann auf “Suchen” klicken muss, damit man a.) sieht, wie das Profil für die meisten Nutzer aussieht und b.) dass man dort auch verhindern kann, die eigene Profilseite im Ergebniskatalog einer Google-SucheWeiterlesen →

Frau Ateş, bitte zur Integration kommen.

25. November 2009 ˙ Kategorie: Politik ˙ Kommentare: 0

Die eigene Identitätsfindung ist immer ein Vexierspiel. Je mehr nationale Zuschreibungen in diesen Prozess eingebettet sind, je exponentieller wächst dieses Problem an, vor allem dann, wenn die Meinung von Nation 1 (Deutschland) nicht so positiv gegenüber Nation 2 (Türkei) ist. Viele junge Türken beklagen hierbei auch, dass sie sich nirgends zu Hause fühlen, denn hierWeiterlesen →