Ich bin ein kleines Mädchen. Das soll keine kokettierende Einleitung mit niedlichem Augenaufschlag sein, genauso wenig wie der Einstieg in einen Akt des Jammers. Es ist einfach nur eine Tatsache.
Immer wieder gelange ich an Punkte in meinem Leben, an denen ich merke, dass ich „noch nicht so weit bin“. So wie jetzt: Es ist Zeit. Mein Studium neigt sich dem Ende zu, meine Bachelorarbeit steht kurz bevor und ich bin aufgeregt. Aufgeregt, nervös, hysterisch. Ich springe zwischen Facebook, ICQ und SMS hin und her, um den Leuten – besonders ichgehschlafen – immer wieder mitzuteilen, wie nervös und aufgeregt ich bin. Nebenbei erledige ich letzte Arbeiten, sammle Scheine ein, höre mich nach Erst- und Zweitprüfern um und merke dabei, wie unwirklich mir all diese Dinge vorkommen. Vor gerade mal drei Jahren zog ich von Zuhause aus, landete im kleinen Siegen, zog zwischendurch mal von einer Straße in eine andere, erlebte Dinge, lernte Leute kennen, fand Chris und ja, ich absolvierte auch mein Studium, aber die Zeit verging so schnell. So schnell, dass es sich gar nicht anfühlt, als könnte ich wirklich schon an dem Punkt angelangt sein, auf den ich hinarbeitete: Bachelor.
