<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>aHeadwork</title>
	<atom:link href="http://aheadwork.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://aheadwork.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 Apr 2013 17:54:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
		<item>
		<title>Verschwende deine Jugend</title>
		<link>http://aheadwork.de/2013/04/08/verschwende-deine-jugend/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2013/04/08/verschwende-deine-jugend/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 08:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=7443</guid>
		<description><![CDATA[Die Sonne geht auf und Mascara liegt schlafend in meinen Augenwinkeln. Ich bin so welt- und menschenfremd, dass ich nicht Fuß fassen kann. Ich komme nicht an, finde mich nicht hinein, passe nicht dazu. Der Kerl hört nicht auf, mich anzustarren. Ich spiegle mich in seinen riesigen Pupillen, ganz klein im glänzenden Schwarz, während er [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonne geht auf und Mascara liegt schlafend in meinen Augenwinkeln. Ich bin so welt- und menschenfremd, dass ich nicht Fuß fassen kann. Ich komme nicht an, finde mich nicht hinein, passe nicht dazu.</p>
<p>Der Kerl hört nicht auf, mich anzustarren. Ich spiegle mich in seinen riesigen Pupillen, ganz klein im glänzenden Schwarz, während er nicht müde wird zu beteuern, dass er nicht drauf ist. Er ist so nah, dass wir uns immer wieder kurz berühren. Ich kann nicht aufhören, in seine Augen zu starren und sage es ihm. Er fragt, ob ich ihn hübsch finde, aber ich finde ihn nur gruselig. Ich glaube, das verletzt ihn.</p>
<p>Aus allen Ecken riecht es nach Drogen. Licht, Nebel und Rauch fließen durch die Luft und immer mehr und mehr Menschen schließen sich dem an. Verschwende deine Jugend. Schwarz auf Pink steht der Schlachtruf meiner Generation auf dem Armband an meinem Handgelenk und ich frage mich, wie viel mehr ich noch verschwenden soll, wie viel noch übrig ist, was ich verschwenden könnte. Das hier ist so sehr nicht meine Welt, dass ich mich in dem Gefühl nicht einmal verlieren kann. Die Ecken und Kante passen nicht aufeinander. Alles kratzt und juckt. Edgy.</p>
<p>Die Musik ist zu laut, um sich zu unterhalte. Ich weiß auch nichts zu sagen. Ich erkenne keinen Sinn (mehr) in all dem. So bin ich nicht, so will ich nicht sein. Vermutlich ist das mein Problem.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2013/04/08/verschwende-deine-jugend/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schweineschwänzchen und Königin</title>
		<link>http://aheadwork.de/2013/03/12/schweineschwanzchen-und-konigin/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2013/03/12/schweineschwanzchen-und-konigin/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 20:08:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=7435</guid>
		<description><![CDATA[Die Katze liegt so nah an meiner Haut, dass ich nicht weiß, ob ihr oder mein Herz mir bis zum Hals schlägt. Und ich frage mich, ob sie sich das auch fragt. Ich entscheide, ihr von dem Tag zu erzählen, an dem ich klein und unbedeutend neben zwei Freundinnen die Treppe zum Pausenhof runter stürmte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Katze liegt so nah an meiner Haut, dass ich nicht weiß, ob ihr oder mein Herz mir bis zum Hals schlägt. Und ich frage mich, ob sie sich das auch fragt. Ich entscheide, ihr von dem Tag zu erzählen, an dem ich klein und unbedeutend neben zwei Freundinnen die Treppe zum Pausenhof runter stürmte und seine quäkende Stimme mich aufhielt.</p>
<p>Er hatte diesen näselnden, froschigen Ton, der ihn zu Unrecht versnobt und arrogant hätte wirken lassen, wäre er es nicht tatsächlich gewesen. Seine Haare lagen in kleinen Locken um seinen Kopf und ringelten sich wie Schweineschwänzchen auf seiner runden Stirn. Das erkläre ich der Katze und frage mich kurz, ob sie das für den Anfang einer seltsamen Liebesgeschichte hält.</p>
<p>Die Katze schnurrt.</p>
<p>Die gesamte Grundschulzeit über schwebte die Hand der Klassenlehrerin griffbereit über seinem Nacken, aber er ließ sich nie genug zu Schulden kommen, als dass sie zugepackt hätte. Er nutzte jede Gelegenheit, um ein bisschen gemein zu werden und war clever genug, seine Tyrannei in kleinen Portionen zu verteilen, für die man nicht bestraft wurde.<br />
Ich rannte mit den zwei Mädchen an meiner Seite die Treppe runter und ihre Haare flogen goldblond gelockt hinter ihnen her, nur meine blieben störrisch glatt. Der Schweineschwänzchen-Junge war nicht weit vor mir und sprach mit der Klassenkönigin<sup class='footnote'><a href='#fn-7435-1' id='fnref-7435-1' onclick='return fdfootnote_show(7435)'>1</a></sup> und als sich beide zu mir umwandten, wusste ich, er hatte wieder eine Portion Gemeinheit verteilt, die mir galt. Die Klassenkönigin lachte. Der Schweineschwänzchen-Junge sagte, er habe die Königin nur informiert, dass ich auch gerne Locken hätte, damit ich so schön sein kann wie sie, aber selbst mit Locken wäre ich noch zu dick. Danach kräuselten sich seine Lippen zu einem abwartenden Lächeln: Hat&#8217;s weh getan? Ja. Hat es. Ich weiß nicht, woher er die Wahrheit kannte, aber ich weiß, dass ich nie wollte, dass die Königin sie kennt.</p>
<p>Abwartend sehe ich die Katze an.</p>
<p>Sie schnurrt.</p>
<p>Ich seufze.</p>
<div class='footnotes' id='footnotes-7435'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-7435-1'>Perfekte Noten, perfekte Kleidung, perfekte Familie und jeder Junge wollte mit ihr Händchen halten. Sie war eines dieser Mädchen, das soweit über allem stand, dass ich heute nicht mehr sicher weiß, ob sie überhaupt je jemanden bemerkte, der nicht sie selbst war. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-7435-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2013/03/12/schweineschwanzchen-und-konigin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie klingt Zuhause?</title>
		<link>http://aheadwork.de/2013/03/08/wie-klingt-zuhause/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2013/03/08/wie-klingt-zuhause/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 15:07:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=7427</guid>
		<description><![CDATA[Schwach graue Linien auf weißgelbem Grund. Die Seite wartet darauf, gefüllt zu werden; wartet auf Buchstaben, die zu Worten und Worten, die zu Sätzen werden.  Ich liebe die Klänge der aufwachenden Stadt, des in den Betriebszustand zurückkehrenden Lebens. Als ich klein war, waren es die morgendlichen Handgriffe meiner Mutter, die mich geschirrklappernd und kaffeemaschinengurgelnd weckten; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em></em><em>Schwach graue Linien auf weißgelbem Grund. Die Seite wartet darauf, gefüllt zu werden; wartet auf Buchstaben, die zu Worten und Worten, die zu Sätzen werden. </em></p>
<p style="text-align: left;">Ich liebe die Klänge der aufwachenden Stadt, des in den Betriebszustand zurückkehrenden Lebens.</p>
<p>Als ich klein war, waren es die morgendlichen Handgriffe meiner Mutter, die mich geschirrklappernd und kaffeemaschinengurgelnd weckten; meist noch lange bevor sie meine Zimmertür öffnete und meinen Tag beginnen ließ. Als ich älter wurde, waren es das schrille Pfeifen einer alten Lokomotive auf Rangiergleisen und die zuschlagenden Autotüren der arbeitenden Nachbarn. Vögel, die im Blau der Nacht zwitscherten und lärmten, das Rascheln einer Zeitung und das Poltern eines Rucksacks.</p>
<p>Der Alltag bestand aus Geräuschen, die mir ein Zuhause waren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2013/03/08/wie-klingt-zuhause/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Weißgold-Lächeln</title>
		<link>http://aheadwork.de/2013/03/07/weisgold-lacheln/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2013/03/07/weisgold-lacheln/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 23:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=6377</guid>
		<description><![CDATA[Wir sprechen davon, die Nacht zu trinken, während das Leben über unsere Haut kitzelt, bis wir uns kratzen müssen und blind ins Dunkel starren. Wir sprechen auch darüber, wie es ist, zu sein, was wir sind. Das Licht brennt in meinen Augen, als deine Finger den Lichtschalter streifen. Mühsam blinzle ich die tanzenden Nadelstiche weg, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sprechen davon, die Nacht zu trinken, während das Leben über unsere Haut kitzelt, bis wir uns kratzen müssen und blind ins Dunkel starren. Wir sprechen auch darüber, wie es ist, zu sein, was wir sind. Das Licht brennt in meinen Augen, als deine Finger den Lichtschalter streifen. Mühsam blinzle ich die tanzenden Nadelstiche weg, die nicht stillhalten wollen. Die Unruhe umklammert deine Hände, die über den Tisch fliegen. Routinierte Bewegungen, die dir schon seit Jahren in den Gliedern stecken.</p>
<p>Das leise Klacken erfüllt den Raum und drängt das Schweigen zurück in unsere Körper. Ein Knistern gesellt sich dazu, ein kurzes Einatmen und ein unterdrücktes Seufzen.</p>
<p>Die Stumpfheit wird zurück ins Hier gezogen und klebt dir weiß im Gesicht. „Wie lange soll das noch so weitergehen?“, frage ich dich, doch das Nichts hat sich bereits wieder hinter deinen Augen eingenistet, die mich anstarren und versuchen, normal zu wirken. Leer lächelst du mich an, dein Mund wirkt zu rot, so blass ist deine Haut. Schwarze Augenringe liegen schlafend zusammengerollt in deinem Gesicht. „Ist doch alles gut.“, die Worte nur. Schwer liegen sie zwischen uns und ich zucke die Schultern. Es ist spät. Oder früh. Die Nacht ist fast vorbei und der Morgen sitzt bereits auf den Fersen wippend in den Startlöchern.Wenn die Nacht geendet hat, werde ich gehen. Das weißt du. Das weiß ich. Das wissen wir beide. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich dich nicht mehr ertragen kann, weil du schon lange nicht mehr hier bist. Es vielleicht niemals warst. Du ziehst die Nase hoch, weichst meinem Blick aus, verziehst das Gesicht und gehst ins Badezimmer. Ein paar Minuten bleibe ich schweigend sitzen, ehe ich das Licht wieder ausmache und dem Tag zusehe, der in das dunkle Zimmer kriecht. Wasserrauschen dringt an mein Ohr und kurz weiß ich nicht, ob du duschst oder mein Kreislauf ein Gespräch mit mir beginnen will.</p>
<p>Ich stehe auf und verschwinde aus deinem Leben. Es fällt mir leichter, als ich erwartet hatte. Vielleicht bin ich jemand, der so etwas kann: Gehen, ohne zurückzublicken. Vielleicht war ich aber auch schon vor Wochen weg und wollte es mir nicht eingestehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2013/03/07/weisgold-lacheln/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der unmögliche Roman&#8221; &#8211; Zoran Zivkovic</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/08/02/der-unmogliche-roman-zoran-zivkovic/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/08/02/der-unmogliche-roman-zoran-zivkovic/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 14:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5986</guid>
		<description><![CDATA[Wie würdest du reagieren, wenn auf einmal der Teufel vor dir stünde? Ich rede hier nicht davon, dass ein rothautiges, gehörntes Vieh in lodernden Flammen erscheint und dich fragt, ob du deine Seele verkaufen willst, sondern von einer Tür, die sich lautlos öffnet. Eigentlich ist ein Tag wie jeder andere und als du aufblickst, siehst [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie würdest du reagieren, wenn auf einmal der Teufel vor dir stünde? Ich rede hier nicht davon, dass ein rothautiges, gehörntes Vieh in lodernden Flammen erscheint und dich fragt, ob du deine Seele verkaufen willst, sondern von einer Tür, die sich lautlos öffnet. Eigentlich ist ein Tag wie jeder andere und als du aufblickst, siehst du die Umrisse eines Mannes in der Tür, der dich in ein Gespräch verwickelt. Kein besonderes Gespräch. Ein wenig pseudophilosophisch geht es um die Frage, was wäre, könnte man in die Vergangenheit oder Zukunft reisen und Dinge sehen, verändern, verhindern .. Sei es nun die Frage, welche Sprache die Menschen zu Beginn der Zeit sprachen oder die Frage, was gewesen wäre, wäre dieser eine Mensch nicht gestorben. Generell findest du deinen Gegenüber zwar ein wenig seltsam, aber das Wort „Teufel“ fällt nicht. Du merkst nur, dass er .. anders ist. Dass er dich auf eine Art und Weise beobachtet, die Erwartung ausdrückt und tatsächlich zieht er irgendwann eine Taschenuhr hervor und hält sie dir hin. Ein wenig verziertes Metall. Vielleicht gar nichts besonderes für dich, aber da steht diese Frage im Raum „Was wäre, wenn du damit in der Zeit reisen kannst?“</p>
<p>Genau darum geht es in dem Buch von Zoran Zivkovic „<a href="http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Der_unmoegliche_Roman/8095">Der unmögliche Roman</a>“. In einer Reihe von Kurzgeschichten, die irgendwie nicht zusammengehören und doch harmonieren, beschreibt der Autor verschiedene Szenarien, die alle eins gemeinsam haben: Das Wissen darum, dass es nicht auf jede Frage eine Antwort geben kann, &#8211; oder vielleicht doch &#8211; dass es aber auf jeden Fall passieren kann, dass man sich in eine Situation hineinlebt, aus der es so einfach kein Entrinnen mehr zu geben scheint.</p>
<blockquote><p>&#8220;Aber wenn es etwas gab, was ich überhaupt nicht ertragen konnte, so war es, mir mein Leben manipulieren zu lassen. Ganz gleich mit welcher Ausrede.<br />
Als ich einige Augenblicke später selbst in den grauen See eintauchte, dachte ich lächelnd, dass wir die Gänse eigentlich gar nicht verstehen. Sich unbekümmert in den Nebel zu stürzen muss keineswegs unangenehm sein.&#8221;<br />
<em>Zivkovic, Zoran: Der unmögliche Roman. Köln: DuMont Verlag 2011, S. 434.</em></p></blockquote>
<p>Mit jeder Geschichte, die der Autor schneidert, wird ein neues Gedankenfenster geöffnet und während man sich anfangs noch in die Protagonisten hinein versetzt und ihre Entscheidungen nachvollzieht, entfernt man sich irgendwann davon und beginnt, über das eigene Leben nachzudenken und darüber, was man tun würde, wenn man die Möglichkeiten hätte, die der Teufel einem bietet. Denn auch, wenn man vielleicht im ersten Moment dazu neigt, großspurig zu behaupten, dass man etwas aus seiner Vergangenheit ändern, die Zukunft schon vorher sehen oder eine persönliche große Frage beantwortet haben will, bleibt da dieser leise Zweifel darüber, was dann wohl geschähe.</p>
<p><strong>Preis vs Leistung:</strong></p>
<div class='rating_bar'>
<div class='rating_bar_inner' style='width:240px;'></div>
</div>
<div style='margin-left:250px;'>60%</div>
<p>24,99€ sind &#8211; zugegeben &#8211; nicht gerade wenig für ein Buch. Meistens neige ich dazu, mir bei solchen Preisen zu überlegen, wie viele Taschenbücher ich davon wohl bekäme. Trotzdem lohnt es sich in dem Fall auf Mehr zu verzichten.</p>
<p><strong>Schreibstil:</strong></p>
<div class='rating_bar'>
<div class='rating_bar_inner' style='width:312px;'></div>
</div>
<div style='margin-left:322px;'>78%</div>
<p>Ich mochte den Schreibstil sehr. Auch an stark philosophierenden Stellen wurde der Kopf nicht müde, da alles nachvollziehbar geschrieben ist und zum Denken anregt.</p>
<p><strong>Story/Idee</strong></p>
<div class='rating_bar'>
<div class='rating_bar_inner' style='width:360px;'></div>
</div>
<div style='margin-left:370px;'>90%</div>
<p>Das Buch ist ein Gedankenöffner. Wenn man sich darauf einlässt, wirkt es noch nach, auch wenn es längst wieder im Regal steht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/08/02/der-unmogliche-roman-zoran-zivkovic/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lächel.</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/06/15/lachel/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/06/15/lachel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 16:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5747</guid>
		<description><![CDATA[Und ich bin wach, während die Dämmerung anbricht, obwohl mein Herz so schmerzt. Ich sollte einen Toast auf abwesende Freunde ausbringen, anstatt auf diese Komödianten. - Elvis Costello Tanzt, tanzt, dreht euch, spielt die Musik, los, los, los! Wann sonst wollt ihr fröhlich sein? Die Ratten mögen fliehen, aber ihr da, ihr nicht! Ihr bleibt! [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Und ich bin wach, während die Dämmerung anbricht, obwohl mein Herz so schmerzt. Ich sollte einen Toast auf abwesende Freunde ausbringen, anstatt auf diese Komödianten.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em> </em>- Elvis Costello</p>
<p><em>Tanzt, tanzt, dreht euch, spielt die Musik, los, los, los! Wann sonst wollt ihr fröhlich sein?<br />
</em><em>Die Ratten mögen fliehen, aber ihr da, ihr nicht! Ihr bleibt!</em></p>
<p>Ich werde versagen. Was amüsant ist, eigentlich. Mein ganzes Leben lang wollte ich immer nur eines haben: Einen Menschen, einen einzigen, ein Gegenüber &#8211; eine Frau letztlich, die nicht so dumm ist, dass ich alle fünf Minuten während des Gesprächs mit ihr regungslos dasitze, weil das gerade Gehörte vergessen werden muss. Eine Frau, die um die Welt weinen könnte und doch über sie lacht, und dahinter über ihr Lachen weint. Die die Melancholie nie ablegen kann, deren Fröhlichkeit aber echter und wärmer sein kann als das perfekteste Lächeln. Die Stolz hat, genug Stolz, um jeden Angriff auszuhalten, aus jeder Konfrontation ungebrochen hervor zu gehen, obwohl sie längst durch die Welt zerbrochen wurde. Die dadurch Kälte besitzt und wegen der Kälte und dem Stolz Stärke.<br />
Und die mich liebt. Wegen dem, was ich bin. Weil sie erkennt, was ich bin.</p>
<p>Ich habe Freunde. Wirkliche Freunde. Bei näherer Betrachtung weiß ich nicht, warum ich welche habe; schließlich kümmerte ich mich nie sonderlich um sie. Ich liebe sie, ja. Schätze einige so hoch, dass ich, stünde ich vor der Entscheidung, eher sie als mich weiterleben lassen würde. Aber ich wollte sie nie haben. Bemühte mich nicht.<br />
Und ich zeige ihnen nicht, was mir wichtig ist. Werde ohne sie leben können, ohne sie leben wollen, wenn sie mich darin behindern sollten, jene Frau zu finden und zu &#8211; haben.</p>
<p>Ich kenne Menschen, die mich lieben. Familie, Bekannte. Einige liebe ich auch. Andere sind mir egal. Niemand davon hat, was ich will.</p>
<p>Ich lerne, ich arbeite, zwinge mich dazu. Tue das Nötigste. Aber ich lebe nicht. Sehe nicht ein wieso, ist sinnlos allein. Betreibe exzessiven Eskapismus; unnötig zu erklären, warum.<br />
Ich will nicht <em>nicht</em> leben. Ich mag sehr viel hier, amüsiere mich, genieße oft.<br />
Aber ich warte dabei nur darauf, endlich teilen zu können. Was allein bedeutet: leben zu können.</p>
<p>Mein Leben ist und war nur auf diese eine Sache ausgerichtet.</p>
<p>Und jetzt? Vergangene Beziehungen lehrten mich einiges über Liebe. Der Irrsinn meiner Anforderungen war mir stets bewusst, aber früher bezog ich ihn nur auf meine Vorstellung von ihrem Wesen.<br />
Jetzt glaube ich zu wissen, dass die Liebe das wahre Problem ist. Die Liebe, die immer da sein muss, immer spürbar, weil alles andere witzlos ist. Weil ich keine Wetterfahne brauche. Aber ich erfuhr nur von ihrer Unfähigkeit, im Streit und in der Verachtung weiter zu lieben. Und ging weg.</p>
<p>Mittlerweile mache ich weiter. Weil ich immer wieder, für kurze Zeit, glaube, dass es möglich ist.</p>
<p>Aber letztlich &#8211; letztlich werde ich wohl versagen. Dabei, sie zu finden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/06/15/lachel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zarti: Kindheitserinnerung</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/03/25/zarti-kindheitserinnerung/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/03/25/zarti-kindheitserinnerung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 14:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5475</guid>
		<description><![CDATA[Eine winzige neue Gastbeitragsreihe steht uns ins Haus, während die alte keineswegs beendet ist, sondern nur ein wenig lustlos vor sich hin faulenzt und darauf wartet, dass etwas geschieht. Verschiedene Schreiber werden euch hier nach und nach ein paar Kindheitserinnerungen spenden. Falls ihr ebenfalls eine Kindheitserinnerung habt, die ihr hier veröffentlichen wollt, schickt sie mir [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine winzige neue Gastbeitragsreihe steht uns ins Haus, während die alte keineswegs beendet ist, sondern nur ein wenig lustlos vor sich hin faulenzt und darauf wartet, dass etwas geschieht. Verschiedene Schreiber werden euch hier nach und nach ein paar Kindheitserinnerungen spenden. Falls ihr ebenfalls eine Kindheitserinnerung habt, die ihr hier veröffentlichen wollt, schickt sie mir (samt Kinderfoto) an <a href="mailto:HannahKraus@gmx.de">HannahKraus@gmx.de</a> und wenn sie mir gefällt, wird sie gepostet.</p>
<p><strong>Die nächste Kindheitserinnerung stammt von <a href="http://twitter.com/#!/Zartbeseitet">@Zartbeseitet</a>, die ich heiraten würde, wenn sie ein Kerl wäre. Oder ich einer. So bleibt mir nur, sie heimlich zu lieben &lt;3</strong></p>
<p><strong></strong>Wenn ich meine Kindheit wie ein Album aufblättere, die Fingerspitzen über vereinzelte Bilder streichen lasse, dann bist du da. Du bist da. Doch nur in diesen Schnappschüssen, den festgehaltenen Augenblicken, als hättest du es &#8211; wie ein Zauberer &#8211; immer zum rechten Zeitpunkt vor die Kamera geschafft. Mit diesem Lächeln, das versprach, dass du nie gehen würdest, nie weg warst. Aber das ist nicht wahr.</p>
<p>Jetzt hast du deinen Platz mit Leere eingetauscht, mit der wir kämpfen müssen und auch damals, in diesem Wirbelsturm an kindlichen Erinnerungen, warst du nie da. Rar. Wie ein Schatz, an den man sich nicht sattsehen durfte, der einem nur zu seltenen Momenten vergönnt war &#8211; dabei warst und bist du mein Vater, auch wenn die Gefühle längst mit Schmerzen kämpfen.</p>
<p>Es gibt nicht viele Erinnerungen mit dir, welche die Schrift meiner Kindheit tragen. Aber ein Bild werde ich nie vergessen; es hat sich für ewig in meine Gedanken gebrannt.</p>
<p>Meine Mama &#8211; jung und doch vom Leben gereift &#8211; saß mit mir zusammen in ihrem Schlafzimmer. Die Bettdecke flüsterte bei jeder Bewegung, als ich unruhig vom Kissen näher zu ihr rückte, die kindlichen Augen auf ein Stofftier gerichtet, das so groß sein musste, wie ich selbst. Es fing meine Neugierde mit einem Netz ein und dennoch bemerkte ich das schwache Lächeln auf den Lippen meiner Mama, als sie sich ein Stück nach vorne beugte und mir mit viel Geduld erneut zeigte, wie man Schnürsenkel band. Denn dieses Stofftier war etwas besonderes: es lehrte mich viel, aber vor allem das Binden von Schnürsenkeln mit Hilfe der filigranen Fäden auf den Stoffschuhen des flauschigen Freundes. Wir haben das oft zusammen geübt &#8211; meine Mama und ich. Und egal, wie dumm ich mich dabei angestellt habe, hat sie dennoch nie aufgegeben.</p>
<p><a href="http://aheadwork.de/wp-content/uploads/zarti2.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-5480" title="zarti2" src="http://aheadwork.de/wp-content/uploads/zarti2-540x307.png" alt="" width="540" height="307" /></a></p>
<p>An diesem einen Tag, es war Nachmittag und das Licht fiel fahl durch die breiten Fenster des Schlafzimmers, hatte ich lange geübt, eine kleine Schleife aus den Fäden zu machen. Denn es war ein besonderer Tag, auch wenn ich selbst davon nichts wusste.</p>
<p>Doch irgendwann veränderte sich der Ausdruck auf dem Gesicht meiner Mutter; ein fernes Geräusch war der Grund dafür. Als Kind konnte ich nicht deuten, was in ihren Augen funkelte, jetzt weiß ich, dass es Erlösung war. Erlösung von der Sehnsucht.</p>
<p>Ehe ich mich versehen konnte, war sie aufgestanden und verließ das Schlafzimmer. Sie lief hinaus auf den schmalen Flur und zur Wohnungstür, die kurz darauf ins Schloss fiel. Ich glaube, ich hörte sie schluchzen. Einen erstickten, kurzen Schluchzer. Aber ich war ein Kind und zu gebannt von dem großen Stofftier, das mir zum Freund und Lehrer geworden war, um mich auch nur eine Sekunde loszureißen.</p>
<p>Es dauerte nicht lange, wenige Minuten, als meine Mutter wieder ins Zimmer trat &#8211; meinen Vater an der Hand und einem Lächeln auf den Lippen, das auch den Weg in ihre eisblauen Augen gefunden hatte. Er trug noch seine Uniform, aber wirkte selbst mit ihr erschreckend jung. Zu zart für Krieg und Leid. Dabei war er mit ganzem Herzen ein Soldat und das nun schon seit Jahren.</p>
<p>In diesem Moment warf ich nur einen kurzen Blick zurück zu ihm, zu gebannt von dem Stofftier, das meine Aufmerksamkeit voll und ganz gefangen hielt. Es fühlte sich für mich, als Kind, nicht an, als wäre er da, endlich wieder da. Als er zu Beginn ins Ausland für Einsätze gerufen wurde und wir Monate nur noch über Feldpost miteinander kommuniziert hatten, war jeder Tag eine Qual, Stunden des Nicht-Verstehens gewesen. Nur irgendwann nimmt man es selbst als Kind hin, dieses fremdbestimmte Schicksal. Und so fühlte es sich nicht an, als wäre er mir Monate fern gewesen, sondern wäre nie von meiner Seite gewichen.</p>
<p>»Komm«, flüsterte meine Mama und zog ihn tiefer ins Zimmer, »Julia muss dir etwas zeigen!« Sie ließ sich zurück auf das Bett sinken, neben mich und rückte das Stofftier zurecht, damit er einen Blick darauf werfen konnte. Die Fäden waren nun wieder frei, ungebunden und wild. Wie kleine Schlangen, die ziellos über den Stoffschuh krochen. Ich sah nicht zu ihm auf, weil &#8230; weil ich eine Aufgabe erledigen musste, die ich verdammt ernst nahm! Schuhe binden!</p>
<p>Ich rutschte mit ernstem Blick vor das Kuscheltier, nahm die dünnen Senkel und fing an, den Vers, den mir meine Mama zum einfachen Lernen beigebracht hatte, vor mich hinzumurmeln, während ich Ordnung schaffte. Und aus unzähmbaren Senkelschlangen eine kleine, aber feine Schleife wurde. Und mein Vater überbrückte, glücklich und unsagbar stolz, die letzte Distanz zwischen uns, drückte mich an sich und presste einen Kuss gegen meine Stirn.</p>
<p>Er war wieder da.</p>
<p>Im Laufe meiner Kindheit ging er noch viele Male und fand dadurch nie einen festen Platz in entscheidenden Erinnerungen. Nun, fast zwei Jahrzehnte später, ist er wieder weg. Aus eigenem Willen hat er sich aus unserer Familie entfernt und lebt nun sein losgelöstes Leben. Ohne uns. Womöglich erweckt diese eine, festgehaltene Kindheitserinnerung den Eindruck, sie wäre für meinen Vater &#8211; aber das ist sie nicht. Sie ist für meine Mutter &#8230; weil sie mir als Kind das Leben beigebracht hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/03/25/zarti-kindheitserinnerung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Finished.</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/03/14/finished/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/03/14/finished/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 20:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aua]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5460</guid>
		<description><![CDATA[Ich wusste schon vor einigen Monaten, dass mein Dad meine Bachelorarbeit niemals lesen würde. Angemeldet habe ich sie .. ich weiß es gar nicht. Irgendwann im November? Also Monate nach seinem Tod. Ich wusste es also. Aber Wissen und Fühlen ist nicht dasselbe. Ist es ja schließlich nie. Gerade schrieb ich den letzten Satz meiner [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wusste schon vor einigen Monaten, dass mein Dad meine Bachelorarbeit niemals lesen würde. Angemeldet habe ich sie .. ich weiß es gar nicht. Irgendwann im November? Also Monate nach seinem Tod. Ich wusste es also. Aber Wissen und Fühlen ist nicht dasselbe. Ist es ja schließlich nie.</p>
<p>Gerade schrieb ich den letzten Satz meiner Arbeit. Alles weitere wird nun nur noch korrigiert &#8211; erst von <a href="http://www.ichschwoersdir.de/">Hakan</a> (sobald ich mich getraut hab, die Arbeit an ihn zu schicken), dann noch einmal von mir und ja, sicher werden sich noch ein paar Dinge ändern (Hakan kann bei Korrekturen wirklich rigoros sein), aber im Großen und Ganzen ist da halt nun dieses „Ich bin fertig“-Gefühl, das ungefähr 30 Sekunden anhielt, ehe das „Mein Dad wird das niemals mitkriegen.“-Gefühl einsetzte.</p>
<p>Ich weiß ja, dass es immer weiter geht und alles .. Aber manchmal will ich gar nicht, dass es alles weitergeht. Manchmal will ich, dass alles wieder so ist, wie es mal war.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/03/14/finished/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nur nicht mehr in jeder Sekunde.</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/03/09/nur-nicht-mehr-in-jeder-sekunde/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/03/09/nur-nicht-mehr-in-jeder-sekunde/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 22:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aua]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5443</guid>
		<description><![CDATA[Es ist jetzt fast 8 Monate her, dass mein Dad gestorben ist. 8 Monate. Nur noch 4 Monate mehr und es ist ein Jahr her. Und noch mal 12, dann sind es 2 Jahre. Aber irgendwie ändert die Zeit nicht viel. Erst letztens sprach ich mit meiner kleinen Schwester darüber, dass wir das Gefühl haben, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist jetzt fast 8 Monate her, dass mein Dad gestorben ist. 8 Monate. Nur noch 4 Monate mehr und es ist ein Jahr her. Und noch mal 12, dann sind es 2 Jahre. Aber irgendwie ändert die Zeit nicht viel. Erst letztens sprach ich mit meiner kleinen Schwester darüber, dass wir das Gefühl haben, zu vergessen, aber eigentlich ist es das nicht. Ich vergesse nicht. Ich erinnere mich nur nicht mehr täglich. Ich denke nicht mehr in jeder Sekunde daran, dass mein Dad tot ist und ich mehr oder weniger allein zurück geblieben bin. Und ich weine nicht mehr. Nicht mehr immer. Erst, wenn ich es zulasse, aber nicht mehr so unkontrolliert.</p>
<p>Tatsächlich ist mein Leben in den letzten 8 Monaten weitergegangen. Ich bin nicht daran zugrunde gegangen und habe gelernt, mich damit zu arrangieren. Es klingt so hart, wenn man das so sagt, aber ich wüsste nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Ich arrangiere mich mit der Leere, die mein Dad in meinem Leben zurückgelassen hat. Ich baue mein Leben darum herum auf. Ich balanciere am Rand entlang und manchmal .. ja, manchmal falle ich hinein und dann ist alles dunkel und voller Schmerz. Jeder Atemzug erinnert mich an ihn, wie er ganz verloren in diesem unpersönlichen Krankenhausbett lag, während Maschinen leise piepsten und seine Brust sich nicht mehr bewegte. Jedes Blinzeln ruft mir ins Gedächtnis, dass ich mich weiter von dem Augenblick entferne, an dem ich ihn das letzte Mal sah, sprach, bei ihm war. Aber irgendwann kriech ich wieder aus der Leere hinaus, sehe das Leben drum herum und während es vor einigen Monaten noch so war, dass ich stumpf über die Wege schritt, die ich zu gehen hatte, kann ich es heute wieder bewusst tun. So bewusst, dass ich mich am nächsten Tag erinnern kann, was ich am Tag zuvor getan habe.</p>
<p>Ich dachte, der Schmerz würde aufhören. Ich dachte, irgendwann würde ich aufwachen und zwar wissen, dass mein Dad tot ist, aber keine Tränen mehr spüren, die den Gedanken begleiten. Aber das ist nicht so. Der Schmerz vergeht nicht. Die Leere bleibt.</p>
<p>Nur nicht mehr in jeder Sekunde.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/03/09/nur-nicht-mehr-in-jeder-sekunde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geschrieben #7</title>
		<link>http://aheadwork.de/2011/03/07/geschrieben-7/</link>
		<comments>http://aheadwork.de/2011/03/07/geschrieben-7/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 09:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannah</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschrieben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://aheadwork.de/?p=5424</guid>
		<description><![CDATA[Interviewer: Your words are supposed to have a subtle message … Bob Dylan: Subtle message? Where’d you hear that? Zitternder Stoff auf kalter Haut &#8211; ein Herzschlag für den anderen, ein leichtes Beben und die Angst, mit Worten den Moment zu zerstören. Ein Atemzug kürzer, um dein Ausatmen zu hören. Ein kurzer Seitenblick &#8211; du [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interviewer: Your words are supposed to have a subtle message … Bob Dylan: Subtle message? Where’d you hear that?</strong></p>
<p>Zitternder Stoff auf kalter Haut &#8211; ein Herzschlag für den anderen, ein leichtes Beben und die Angst, mit Worten den Moment zu zerstören. Ein Atemzug kürzer, um dein Ausatmen zu hören. Ein kurzer Seitenblick &#8211; du bist noch da. Das kurze Heben deiner Mundwinkel, als unsere Blicke sich treffen und mein rascher Richtungswechsel, um nicht zu zeigen, was so offensichtlich ist. So offensichtlich, dass es mit nicht enden wollenden Bewegungen vor unsren Nasen Pirouetten dreht. Ich dreh mich mit, verliere mich, verliere dich und doch bleibt mir das, was ich hatte.</p>
<p>Die Frage bleibt, wer nun gewonnen hat und ob es wirklich darum ging.</p>
<p style="text-align: right;">(Bild <a href="http://weheartit.com/entry/7058093">Via</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://aheadwork.de/2011/03/07/geschrieben-7/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
