Ich kaufte mir einen Rock. Eigentlich ist er nichts besonderes und theoretisch wäre er gar nicht erwähnenswert, hätte ich da nicht dieses Erlebnis gehabt, zu dem ich aber erst kommen kann, wenn ihr wisst, dass ich mir einen Rock gekauft habe. Das wisst ihr nun. Damit ihr eine Bindung zu ihm aufbauen könnt: Er ist dunkelgrau, hört knapp überm Knie auf und weht ganz entzückend im Wind. So entzückend, dass ich jedes Mal vor Entsetzen quietsche und Marilyn Monroe-like da stehe, vor lauter Angst, dass man was sehen könnte, was man nicht sehen soll.
Mein Rock also hat links einen Reißverschluss. Ich kaufte ihn mir, als er noch zu klein war und weil wir abnehmen doof finden, sagen wir einfach, dass er gewachsen ist, obwohl ich in Wahrheit abnahm. Irgendwann passte ich hinein und er saß perfekt. Nicht zu weit und nicht zu eng. Der Reißverschluss ging locker zu und auch, wenn ich mich hingesetzt hab, konnte ich noch atmen. Alles super. Als ich ihn dann abends auszog, hängte ich ihn über die Heizung und als ich ihn am nächsten Tag noch mal anziehen wollte – ja, ich trage Klamotten manchmal mehr als einen Tag lang, steinigt mich – passte er nicht mehr. Genau genommen war es schon ein totaler Kampf, ihn abends auszukriegen und ich dachte .. Ach, ich weiß nicht was ich dachte. Auf jeden Fall war ich frustriert und leicht empört, weil der Rock vielleicht nichts besonderes ist, aber immerhin ziemlich süß.