Eigentlich gucke ich nie fern, aber wie das Wort „eigentlich“ schon andeutet, gucke ich in Wahrheit doch fern – allerdings so selten, dass ich mit einem „eigentlich“ beginnen kann.1 Wenn man so durch die Sender zappt – gerade mittags – läuft überall derselbe Trashscheiß. Das ist oke, ich steh auf Trash-TV.
Ich werde hier jetzt keine großen Reden darüber schwingen, wie peinlich das Fernsehen geworden ist und so tun, als fänd ichs scheiße – find ich nämlich nicht. Ich liebe die Asi-Bratzen, die fett, arm und vermutlich stinkend über die Bildschirme schleichen, ständig Stress mit ihrem Freund haben und ihr Baby tragen, als wäre es eine Handtasche, die sie mit 15 aus einem H&M geklaut haben. Ich steh auch total auf die schwitzenden, fetten Teenies, die irgendwo durch Afrika rennen und melodramatisch zu Boden sinken, sobald es ihnen zu heiß wird und ich glaub, ich find so Sendungen besonders aus einem Grund toll: Ich muss dabei nicht denken. Ich muss mir keine Meinung bilden, weil beispielsweise Pro7 mir ohnehin vorkaut, was ich darüber zu denken hab – spätestens am Ende der Folge wird der moralische Zeigefinger geschwungen, alles wird nochmal total dramatisch und danach .. gibt es ein Happy End, das dann – maximal – bis zur nächsten Folge hält.