“Parkplatz geschlossen”

6. Mai 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 0

Ich: “Ich hab Dir doch gesagt, dass mein Akku leer ist! Ich hab Dir gesagt, dass Du eine Ausfahrt früher nehmen musst! Wieso muss ich denn bitte fünf Minuten mit Dir telefonieren, obwohl Du problemlos dem Navi hättest folgen können?” Er, mit erstickter Stimme: “Dieses Scheiß-Navigationsgerät hat mich immer wieder auf die A9 gelotst!”. Ich: “Scheiße, endlich, wurde auch Zeit!” Dann steige ich aus dem BMW. Ich gehe zurück zu dem “Parkplatz geschlossen”-Schild und lehne mich an. Dann gebe ich meinem Chef sein Handy zurück. “Da ist er!”. “Kein Problem, hier”, sagt er. “Kann ich mal Dein Handy haben?”, frage ich, woraufhin er sich entfernt, zu grinsen und winken beginnt.

Ein Auto setzt zurück, während ich hingehe. Ich:  “Auf Wiedersehen!” Sie: “Schade”. Ich: “Tut mir leid, kann man nichts machen. Bis vor einer Stunde hat es noch in Strömen geregnet und der Parkplatz, das ist ein Acker, steht noch komplett unter Wasser. Das ist alles Matsch, Schlamm und Scheiße. Wenn ich Sie jetzt da parken lasse, kommen Sie nachher nur noch mit dem Gabelstapler raus.” Sie: “Das ist ein Smart, gibt es keine Möglichkeit?” “Ja, aber das sind die Sponsoren des Events, ohne die keine BMW Open!” Sie: “Aber da parken doch auch welche!”, was ich mit “Tut mir leid, der Parkplatz ist geschlossen” kontere. Sie fährt zurück, kurbelt das Fenster hoch und beginnt zu grinsen. Eine halbe Stunde vergeht. Ich schließe die Gittertür und steige die Treppen hoch, um zu sehen wie Philipp Kohlschreiber gerade den ersten Satz gegen Santiago Ventura mit 6:2 für sich entscheidet. Gelangweilt gehe ich aufs Klo und im Anschluss zurück ans “Parkplatz geschlossen”-Gatter, aus Metall. Der Menschenfeind grinst mich an, legt seine Hand an seinen “Volunteer”-Pass und winkt dem elitären Piefke zum Abschied. Dann schreit er ihn zur Schnecke . Piefke: “Das ist doch unerhört, das ist doch scheiße ist das.” Menschenfeind:  “Trotzdem habe ich keinen Parkplatz”. Piefke: “Hier sind 20€”. “Sorry, kein Parkplatz.” Piefke setzt zurück und verabschiedet sich in den Großstadtverkehr.

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Tagesanbruch

16. April 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 0

Bald ist Tagesanbruch. Das letzte Verbotsschild liegt bereits fünfzehn Minuten Fußmarsch zurück. Ab jetzt sind die knirschenden Schritte auf scharfkantigen Steinen und das verräterische Klackern der Jutetasche besonders laut. Das ist aber kein wirkliches Problem, denn der letzte Mensch liegt ebenfalls bereits zwanzig Minuten Fußmarsch zurück. Willkommen im Loch der Zivilisation. Mitten in der Stadt,Weiterlesen →

Dead/Dad

3. Februar 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 9

Als wir uns treffen, schaut er mir knapp neben mein Gesicht. Ich schalte auf Autopilot, er auf Tunnelblick. “Besser wird es nicht.” Gut, dass ich nicht erst fragen musste. Meine Antwort besteht im Knacken meiner Finger: Erst links, dann rechts, dann links, dann rechts. Wenn schon Rheuma, dann über das altbewährte Pingpong-Verfahren.Er setzt sich hin.Weiterlesen →


Nachruf für Luca Huhni

7. Januar 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 10

Ich wusste, es war ein Fehler. Nein, eigentlich ist das eine Lüge. Ausnahmsweise wusste ich es tatsächlich nicht. Ich hielt es für eine recht lustige Idee, dachte mir nichts dabei und schon war es passiert. Es am nächsten Tag merkte ich, dass es ein Fehler war. Es geht um ein Huhn. Genauer gesagt: Ein Suppenhuhn.Weiterlesen →

Tim, der Mörder.

6. Januar 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 8

Er hielt den sicheren Tod zwischen seinen Händen, doch die nächsten 10 Minuten würde der kleine Mann, bald schon wird er 9 Jahre alt, in komplett unbekümmerter Manier eine schnöde Zweispurstraße angrinsen. Die Fäuste hielt er unbewusst, aber nichtsdestotrotz in permanenter Bewegung; klar, -10 Grad und pulsierendes Blut als verlässlicher Wärmespender, das hätte man zuWeiterlesen →


Frohes Neues

Ein nachdenklicher Blick in den Himmel bestätigte es ihm: Ein katastrophales Jahr war im Anmarsch. Generell war es natürlich gleichgültig, wohin er sah. Auch ein Blick vor seine Füße oder zur Seite hätten ihn zu diesem Ergebnis kommen lassen – wäre aber weniger melodramatisch gewesen. Das Jahr würde katastrophal werden und es gab nichts, wasWeiterlesen →