Hilfe, ich bin inkonsequent. Und ich gehe davon aus, dass ihr es auch seid, schließlich haben Gruppen à la “Ich sollte eigentlich lernen, aber hänge stattdessen auf Facebook rum” seit zwei Jahren Hochkonjunktur. Irgendwie kommen wir uns alle ja ungeheuer geil dabei vor, zu wissen, dass wir etwas machen müssten, aber alles so lange aufschieben, bis man Tag und Nacht über den Büchern hängen müsste, damit man es tatsächlich noch bis zur morgigen baldigen Deadline schafft. Jetzt ergeben sich aber zwei neue (Generations-)Probleme.
1.) Nette Professoren, die uns in all den Studienjahren anerzogen haben, dass man mit einem Lächeln und einer höflich gehaltenen e-Mail die Deadline ohne Weiteres verschieben kann (manche sind sogar so fies gewesen, die Deadline “offen” zu halten, weil sie genau wussten, dass sie dadurch viel weniger Arbeiten korrigieren müssen, weil wir nach 1 1/2 Jahren doch lieber einen neuen Kurs besuchen, anstatt uns erneut mit schon einmal durchgekautem Material zu befassen).
2.) dass wir mittlerweile mit Laptops umgehen können. Die Arbeiten müssen wir ja sowieso per e-Mail und in gedruckter Form einreichen. Das heißt, wir werden nicht daran vorbei kommen, MSWord oder OpenOffice anzuschmeißen, um den Text zu tippen. Aber da wir alle mittlerweile 6-10 Finger (halbwegs blind)schreiben können und Internet haben, führt das dazu, dass wir die Arbeit direkt am PC schreiben, denn das Internet ermöglicht uns (Google Scholar) eine schnellere Recherche, man kann zu Hause bleiben und muss sich nicht in der Uni-Bibliothek Oropax reinstöpseln. Ich finde es übrigens sowieso bezeichnend, dass Bibliotheken mittlerweile so laut sind wie ein 1.Klasszimmer, weil ja jeder seinen Laptop mitschleppen muss und das allgemeine Tastaturgehacke eine Geräuschkulisse erzeugt, dass man sich mittlerweile überlegen muss, wie sinnvoll die “Bitte nicht reden, Sie befinden sich in einer Bibliothek”-Schilder noch sein können.